Samstag, April 14, 2007

Bakterien haben doch auch eine Seele!

So haben ein Freund und ich immer die Vegetarier-Terror-Tussi aus unserem Bio-LK verarscht, wenn sie Antibiotika gegen ihren Infekt genommen hat, oder eine Oberfläche mit Ethanol desinfizierte. Verdient hatte sie das natürlich wegen ihres penetranten und für diese "Gattung" üblichen Missionarseifer, mit dem sie gegen meines Freundes und meinen Fleischkonsum (und den jedes anderen), sowie gar gegen einen Zoobesuch im Rahmen einer Kursfahrt ("die armen Tiere!") opponierte, sich blamierte und uns nervte.
Als ich ihr einmal versprach, nur wegen ihres Vegetarismus meinen Fleischkonsum sogar zu verdreifachen, um ihren Verzicht nicht nur auszugleichen, sondern damit wegen ihres Verzichts sogar mehr Tiere sterben müssen, als ohne ihn, ist sie ziemlich sickig geworden, wollte aber trotzdem kein Fleisch essen, um Tiere zu retten. Das nenne ich mal konsequent - aber was will man machen?

Allerdings ist das Sendungs- und Missionsbewußtsein dieser Leute etwas, das mir und anderen ganz gehörig auf den Sack geht und das auch an dieser Stelle mal einer gründlichen Tracht verbaler Dresche bedarf! Das widerliche ist ja, daß sich diese Leute als Engel und Helden der Moral stilisieren, ihre Lebensweise als die einzig richtige proklamieren und wie selbstverständlich (nachzulesen hier unter Faq/Tierbefreiung und dann "Juristische Fragen") den Bruch von Gesetzen und illegalen Aktionen billigend in Kauf nehmen, wenn es ihrer verdrehten Sichtweise entspricht, statt sich, wie es richtig wäre, dessen bewußt zu sein, daß sie eine verschwindende Minderheit von Freaks und Sonderlingen sind, die sich glücklich schätzen dürfen, in einer demokratischen Gesellschaft nicht nur geduldet, sondern auch mit umfangreichen Rechten ausgestattet zu sein. Das führt dann zu unglaublichen Akten, die zutreffend nur mit Terrorismus bezeichnet und entsprechend deutlich und harsch angegangen werden müssen!
Kommen wir zu der Motivation dieser Spinner: zunächst schließe ich ausdrücklich alle aus meiner Kritik aus, die zwar kein Fleisch essen, sei es, weil sie es nicht mögen, weil ihnen die armen, kleinen Tierlein leid tun (und die sich ihrer inkonsequenten "Bambimoral" (Fachwort ;-)) durchaus bewußt sind), oder weil sie meinen, gesundheitliche Gründe zu haben etc., die aber alle anderen damit in Ruhe lassen und wissen, daß sie die Ausnahme sind und nicht missionieren und nicht rumheulen, wenn auf einer Party kein Tofu-Rotz zu finden ist. Diese Leute kann ich zwar nicht verstehen, aber es ist ihr gutes Recht, so zu sein, solange es nicht zu Lasten von normalen Menschen geht. Den Fundamentalisten unter den Körnerfressern aber sage ich den Kampf an!
Werfen wir einen Blick auf die gängigen Argumente:

  • "Speziesismus" ein Konzept, das die biologische Disziplin der Taxonomie angreift und insbesondere die Wahrnehmung einer Sonderstellung des Menschen gegenüber den Tieren kritisiert.

Aus dieser Konzeption wird dann abgeleitet, daß es keine Berechtigung für den Menschen gibt, andere Tiere zu seinem Nutzen zu töten und zu "verbrauchen" und daß ferner die Fähigkeit zur ethischen Abwägung des Menschen diesem solches verbieten müsse. Einem unintelligenten Raubtier könne also der Vorwurf des unethischen Handels nicht gemacht werden, weil es zur ethischen Abwägung nicht in der Lage ist. Besonders wird das "Leid" von Tieren abgelehnt, weswegen auch Tierprodukte, deren Herstellung nicht den Tod der Tiere nach sich zieht, abgelehnt werden. Daß der Mensch aber gerade durch seine einzigartige Fähigkeit zur moralischen Einsicht von Lebensformen, die dazu nicht fähig sind, unterschieden werden kann und genau darin sein Wert besteht, gibt der fundamentalistische Veganer (fV) nicht zu. Er neigt dazu, den Wert eines Menschen unterhalb desjenigen eines Tieres aufzufassen und schlägt gerne Menschenversuche anstelle von Tierversuchen vor. Das muß aber bedeuten, daß der fV, wenn er sich ach so konsequenterweise seiner eigenen verqueren Maxime unterwirft, sein Leben dem von anderen Tieren nicht überordnet, denn er ist ja nicht mehr wert als sie und seine Fähigkeit zur ethischen Einsicht muß ihn zur Unterordnung zwingen. So darf ein fV also keinesfalls tierische Parasiten, z.B. Bandwürmer oder Krätzemilben, die seinen Körper als Wohn-, Nahrungs- und Brutstätte ausgesucht haben, bekämpfen. Er hat, im Einklang mit allem Leben, in dem er sich ja befindet und dessen Teil er ist, diesen überaus natürlichen Prozess und Ausdruck der Lebendigkeit der Natur, still und froh zu dulden und sein Überleben, so gegeben, als erfreulichen, wenngleich nicht-notwendigen Zufall aufzufassen.
Hier windet sich der fV gerne heraus, indem er schnell auf "Relativierungs-Mode" schaltet und auf einmal doch nicht mehr alle Tiere schützenswert findet, sondern nur die mit "zentralem Nervensystem" (wegen der Schmerzen und des Leides doch) und das schon ziemlich fortschrittliche Nervensystem von Insekten ist ihm dann, wenn er Bottfliegen unter seiner Haut dulden soll, plötzlich immer noch nicht leidensfähig genug, um schützenswert zu sein. Er verfällt also in vollem Umfang in den geschmähten Speziesismus.
Weniger "organisierte" fVs vertreten übrigens oft auch eine zwar nicht systematisierte doch nichtsdestoweniger unerträgliche Implikation des Speziesimus. Sie treiben die Gleichmacherei soweit, daß sie sich und damit alle Menschen unter das Tierwohl stellen und z.B. Tierquäler am liebsten ohne zu Zögern mit dem Tode bestraft sähen. Sie denken, daß sie durch diese ekelhaft demütige Position, die tatsächlich völlig menschenverachtend ist, als besonders moralisch erscheinen und haben meist selber Haustiere, die dann oft besser leben, als viele Menschen. Zugleich beurteilen sie Menschen danach, wie sie mit Tieren, nicht mit anderen Menschen umgehen. Dies ist eine widerwärtige und krankhafte Einstellung, dieses rein eitle Sich-Selbst-Erniedrigen und die grundsätzliche, unreflektierte Betrachtung des Menschen als Wurzel allen Übels, das natürlich nur durch ihn selbst als solches aufgefaßt werden kann. Die Konsequenz für diese Leute wäre doch, mit gutem Beispiel voran und ins Wasser zu gehen und vorher noch alles Geld an den Tierschutz zu spenden, oder nicht?

  • Pflanzenkonsum ist ethisch in Ordnung!

Dies ist eine bequeme Konvention für den fV, denn seiner Auffassung nach verspürt eine Pflanze kein Leid. Tatsache hingegen ist, daß Pflanzen zwar nicht über ein Nervensystem, sehr wohl aber über die Fähigkeit, Verletzungen zu registrieren, verfügen. Ferner können sie eine Verletzung und damit eine Gefahr auch an Artgenossen mitteilen, über windgetragene Botenstoffe und verfügen zusätzlich über Hormone und weitere Kommunikationswege. Damit wäre es nicht weniger grausam, Pflanzen für die eigene eitle und egoistische Selbsterhaltung zu morden. Einzige Möglichkeit also: Verzehr von Pflanzenteilen, die von der Pflanze nicht mehr benötigt und ihr ohne Schaden entnommen werden können, wobei dann die Samen in den Früchten bitte eingepflanzt bzw. verstreut zu werden haben, damit der Pflanze auch indirekt kein Schaden entsteht (viel Spaß bei Erdbeeren). Natürlich wartet ein professioneller fV angesichts dieser Fakten mit irgendwelchen Sprüchen aus seinem Forum auf, diese sollte man jedoch nur gelten lassen, wenn die Behauptungen darin in einem botanischen, peer-reviewed Journal veröffentlicht wurden.

  • Veganismus ist gesund / nicht ungesund (wieder sollte man nur peer-reviewed Daten gelten lassen)

Die Wirklichkeit sieht, aller Dampfhammer- und Kreischpropaganda der fVs zum Trotze „etwas“ anders aus:

Hier wird gezeigt, daß Veganer eine geringere Knochenmineraldichte haben, als Normale.
Hier wird gezeigt, daß Veganer zu 28,2% über unzureichend Cobalamin (Vitamin B12) verfügen und zu 38,1% von Hyperhomocysteinämie (Risikofaktor für Herzinfarkt) betroffen sind.
Hier eine Studie zu den Risiken einer veganen Ernährung für Kinder, zu denen Koma und Atemstillstand (bei Vitamin B12 Mangel, wie er häufig bei Veganern vorkommt) gehören, wie hier gezeigt!!!

NOCH FRAGEN?!?!? Alle Verweise auf Veganerforen und Beteuerungs-Fuzzis sind rundheraus abzulehnen, da unwissenschaftlich. Bei Beharren der fVs kann dann analog Metzgerinnung oder sonstige „neutrale“ Quelle für Fleischkonsum zitiert werden.

FAZIT: es gibt keine ethischen, medizinischen oder wissenschaftlichen Argumente gegen Fleischkonsum durch Menschen. Im Gegenteil. Natürlich soll niemand wird zum Fleischkonsum genötigt werden, man sollte einen entsprechenden Verzicht aber absolut freiwillig und ungenötigt ausüben, dies gilt insbesondere für unmündige Kinder. Schließlich muß man feststellen, daß fleischlose Ernährung ein abweichendes, abnormales Verhalten darstellt, das in einer Demokratie zwar geschützt sein muß, aber das nur krankhafte, derangierte Fundamentalisten zum Anlaß nehmen können, um es missionarisch und aufgrund unhaltbarer Argumente verbreiten zu wollen!


Zum Schluß noch etwas Spaßiges: der Antivegane Kochkurs mit einem Veganer-Website-Generator, der der Realität schmerzhaft nahe kommt ;-)!

Dienstag, März 27, 2007

So sieht also "Nichtraucherschutz" aus! Niedersachsen gibt sich noch nicht mal beim Verarschen Mühe!

Niedersachsen hat sich nun zu einem Gesetzentwurf "durchgerungen". Das Ringen dürfte jedoch nicht allzu heftig ausgefallen sein, denn gegen diese unglaubliche Frechheit, diese geradezu zynische Antwort auf die lautstark geäußerten Wünsche und Bedürfnisse der Normalen sowie die ebenso deutlich gemachten Bedenken der Medizin und Gesundheitsschützer, dürften noch nicht einmal die Tabaklobbyisten etwas einzuwenden haben, denn dieses "Gesetz", diese lächerliche Posse ist einfach nur GAR NICHTS.
Verstöße gegen Rauchverbote werden nicht bestraft und nicht verfolgt, es stehe den zur Passivvergiftung Gezwungenen lediglich frei, sich zivilrechtlich eine Schadensregulierung zuzuführen. Natürlich ist so ein Schaden nicht eindeutig nachweisbar und erst recht nicht in Schmerzensgeld übersetzbar. Wer kann schon sagen, ob der Betroffene Krebs bekommen wird und wenn ja, ob die letzte Mutation seiner DNA, die die Gründerzelle seines Tumors transformiert hat, durch den Rauch von Person X ausgelöst wurde? Niemand!

Aber die Wirte brauchen ihre Raucher selbst diesen sehr milden Bedenken gar nicht erst auszusetzen, denn sie können ohne Antrag, Zulassung, Prüfung oder gar Begründung ihren Laden zur Raucherhöhle machen und werden das (warum auch nicht?) natürlich tun!
Wieder stehe ich da, fassungslos! Warum lassen die Leute sich das denn gefallen? Was ist das nur für eine bodenlose Unverschämtheit von der Politik und was für eine Bankrotterklärung vor den Lobbies?! Natürlich wird es, jetzt, da der Präzedenzfall geschaffen ist, in NRW genauso kommen.
Mein inniger Wunsch nach und meine Hoffnung auf eine Intervention der EU, die diese ekelhaften Politclowns und Verbrecher am eigenen Volk tüchtig durchwatscht und mit der staatlich zertifizierten Verpestung normaler Menschen endlich und bußgeldteuren Schluß macht, wird von Tag zu Tag glühender!

Donnerstag, März 22, 2007

Das ist die Wahrheit,

und nichts als die Wahrheit!

So dumm, daß es wehtut!

Weil die Wikipedia zu liberal (= satanisch, antipatriotisch) sei, haben einige fundamental Verrückte in den USA eine neue Wikipedia für "creation science" (allein bei der Nebeneinanderstellung dieser Wörter rollen sich mir die Zehennägel auf) gestartet, in der Themen wie Wissenschaft, Philosophie und andere Themen
from a creationist point of view
betrachtet werden. Das Ding heißt "Creationwiki"und ist so ziemlich eine der krankhaftesten Zusammenballungen von Dummheit, Ignoranz, Lügen, Indoktrination, Unwissenschaftlichkeit, Volksverdummung und Fundamentalismus, die man im Netz finden kann. Der absolute Hammer, der einem wirklich den Atem stocken läßt vor soviel Dummheit und Dreistigkeit, ist aber eine Tabelle im Eintrag zum Fliegenden Spaghetti Monster. Dabei handelt es sich ja um ein Gedankenexperiment, bzw. eine satirischen Religion, mit einem grotesken fliegenden Spaghetti-Monster als Gottheit, die die Absurdheit des Dover-Prozesses und der ID-Anhänger, die ID als Alternative zur Evolutionstheorie im Unterricht fordern, herausstellen und persiflieren soll.
Die Autoren der Creationwiki empfinden die Bedrohung durch das Fliegende Spaghettimonster (FSM) und die Forderung seiner Anhänger, als weitere Alternative zur Evolutionslehre (neben ID/Kreationismus) unterrichtet zu werden, als so real, daß sie sich nicht entblödeten, in ihrem Eintrag darüber den "Beweis" anzutreten zu versuchen, daß im Gegensatz zu Kreationismus das FSM ja gar nicht ernst gemeint und auch nicht wissenschaftlich sei. Dazu stellen sie die Charakteristika von Evolution, ID, Kreationismus und FSM in folgende Tabelle gegenüber:

Flying Spaghetti Monster Evolution Intelligent Design Creation
Intended as parody Intended as science Intended as science Intended as science
Creator (the Flying Spaghetti Monster itself) assumed to exist and identified Creator assumed not to exist (despite the evidence) Creator (designer) inferred from the evidence but not identified Creator assumed to exist
Evidence for evolution claimed to be planted by the creator Evidence for evolution is not to be questioned Evidence for evolution challenged with academic arguments Evidence for evolution challenged with academic arguments
Creator makes things appear older than they are as a test of faith Accepts uniformitarian ages (Generally) accepts uniformitarian ages Rejects uniformitarian ages as based on unprovable presuppositions
Has no genuine support in the scientific community Has the support of the vast majority of scientists Has the support of (at least) thousands of scientists Has the support of (at least) thousands of scientists
Has no supporting evidence Has little supporting evidence Has supporting evidence Has supporting evidence

Begleitet von dem lapidaren Fazit:
It can be seen from the comparison above that there is no basis for teaching students about the Flying Spaghetti Monster, but the same cannot be said for Intelligent Design nor creation.
Deutsch: An obigem Vergleich sieht man, daß es keine Grundlage dafür gibt, Schüler vom FSM zu unterrichten, das kann jedoch nicht für ID und Kreationismus behauptet werden (Übersetzung von mir)
IST DAS ZU FASSEN? Man weiß vor Empörung über soviel geifernde Dummheit gar nicht, wo man anfangen soll. Eine Tabelle, die so voller vollkommen falscher Aussagen und schlicht faustdicker Lügen steckt, ja, die die Welt auf den Kopf stellt (es wird behauptet, daß Evidenz für einen Schöpfer vorliegt und daß für Evolutionstheorie im Gegensatz (!!!) zu ID und Kreationismus kaum unterstützende Evidenz vorliege) mündet in ein offenbar ernstgemeintes Fazit, in dem man stolz verkündet nun bewiesen zu haben, daß die Schöpfungslehre einer ohnehin als Parodie gemeinten und erkannten Pseudoreligion nicht in Biologie unterrichtet werden soll, wohl aber Kreationismus und ID. Unglaublich, oder?
Natürlich "beweist" diese Tabelle gar nichts, aber sie geht auch nicht auf den Kernpunkt der FSMler ein, nämlich die genaue Analogie zwischen FSM und Kreationismus, die ja aufzeigen sollte - eben abstrahiert von einer wirklichen Religion und befreit vom Ballast des oft empfundenen, traditionellen Respektsbedürfnisses - wie unwissenschaftlich und idiotisch es ist, eine Religion und deren Lehren dem wissenschaftlichen Verständnis der Welt und des Lebens unterschieben zu wollen. (Man weiß im Hause FSM übrigens durchaus selbst, daß man eine Parodie ist.)
FSMismus ist also nicht ungeeignet als Unterrichtsstoff, weil es ein Parodie ist, sondern weil es eine Religion ist (ob echt oder nicht ist hierfür völlig unerheblich) und daher haben auch Kreationismus und sein zurückgebliebener Bruder ID (beides religiöse Produkte) nichts im Naturwissenschaftsunterricht verloren.

Ich nehme an, daß man so verrückt sein muß, um ID/Kreationismus für eine Alternative zur Evolutionstheorie zu halten, daß es einem dann schon egal ist, sich mit solchen offenen Zurschaustellungen der eigenen Debilität, wie man sie in Creationwiki findet, bis auf die Knochen zu blamieren.
Einfach nur peinlich!

Donnerstag, März 08, 2007

Athpedia oder Ich habe es schon wieder getan

Ich schrieb an Pharyngula:
Dear PZ,

good news this time from germany: Atheist-Wikipedia or ATHPEDIA
It's a free, secular encyclopedia with the purpose of objectively explaining several and in part contradicting positions and of critically looking into content and impact of religions.

It seems to be a sound and serious project with not many yet but well written entries.
They even have a list of "frequently uttered arguments" pro religion complemented with the according rebuttals.

Hopefully, someone will adopt this in USA too to counteract this Creationwiki hokum.

Best regards,
Corn

Und das wurde daraus. Ich möchte dabei nicht versäumen, das Projekt Athpedia hervorzuheben, wie schon in der mail an PZ geschehen. Es handelt sich dabei um eine Art atheistische Wikipedia, mit noch recht wenigen aber gut geschriebenen und recherchierten Artikeln.

Donnerstag, März 01, 2007

mein Beitrag zu Pharyngula

Mit ein wenig Stolz darf ich verkünden, daß ich für einen Post auf Pharyngula die Vorlage geliefert habe. Ich habe PZ Myers folgende mail geschrieben

Corn schrieb:
Dear PZ,

today I was enraged by what I had to read about the clown-in-chief of Cologne Cardinal Meisner. He said the follwing during a service for soldiers at cologne cathedral (I translated it, the original text is below):
"One can with a clear conscience hand over responsibility for life and death of others to a god-praising soldier [...]"
and (even worse): "In praying hands weapons are safe from abuse"

Do not let this hear Bush and his war mongers!!!

Original Article:
Zum 31. Soldatengottesdienst segnete Kardinal Meisner heute im Kölner Dom die Bundeswehr und ihr mörderisches Geschäft gemäß seiner fundamentalistischen Logik "Einem Gott lobenden Soldaten kann man guten Gewissens Verantwortung über Leben und Tod anderer übertragen, weil sie bei ihm gleichsam von der Heiligkeit Gottes mitabgesegnet sind".... "Wem käme es in den Sinn, Soldaten, die auch Beter sind , dann noch als Mörder zu diskriminieren. Nein, in betenden Händen ist die Waffe vor Mißbrauch sicher".

Here is the link: http://www.bundeswehr-wegtreten.tk/

Regards,
Corn

Und das ist daraus geworden! Bei der Leseranzahl von mehreren 10.000, die Pharyngula hat, freut es mich wirklich, an einer so illustren und exponierten Stelle, an "Werbung" für Herrn Meisner, der noch verrückter ist, als ich dachte, beteiligt gewesen zu sein. Hier ist noch ein Kommentar von mir zu dem Post.

A crapple a day

and your money's away. Mehr gibt es zur Firma (Cr)apple und deren Produkten eigentlich nicht zu sagen: teurer Scheiß!
Was ich so bizarr finde, ist der Erfolg, den die trashigen Teile aus dem Hause Crapple verzeichnen. Das "Design" ist, nun ja, von infantil-klobig bis infantil-plump, alles schön abgerundet, damit die lieben kleinen sich nicht stoßen können, oder was? Nichts schneidiges, nichts elegantes nur dieser luftgefülltes-Kaubuch-mit-Farben-ohne-Konservierungsstoffe-Charme aus der Krabbelgruppe für motorisch retardierte, peinliche Kleinkinder von Ökoeltern.
In den Tests der gängigen Computermagazine rangieren die Crapples allenfalls im Mittelfeld, längst überholt von anderen Herstellern, außer natürlich in der Kategorie "Preis", da ist Crapple nach wie vor unschlagbar. Und im Entmündigen und Knebeln des Users, sollte man noch erwähnen, denn mp3 per Crapple heißt immer auch "iTunes", die freundliche Spyware aus dem Netz. Zudem kann der ehrliche (und dumme) Käufer von mp3's aus dem Crapple-Store diese zwar auf sein Gerät kopieren, nicht aber von diesem wieder auf einen PC spielen. Was zum Teufel soll das? Und daß man andere DRM-geschützte nicht-crapple mp3's erst gar nicht auf einem Crapple abspielen kann, schlägt dem Faß endgültig den Boden aus. Mein Vorschlag für ein neues Gerät für Crapple: ein Spieler, der nichts kann, aber, am PC angeschlossen, eine Verbindung zur Banksoftware des Users startet und sagen wir mal 10€/Minute an Crapple überweist. Der Spieler ist dafür aber "totchic" designt und man kann ihn überall mit hinnehmen.

Ähnlich sieht es mit der Computer-Sparte aus. Superteure, potthäßliche Teil mit Ein(!)-Tasten-Mäusen (bei denen das Scroll-Rad als neuester Schrei gilt) an denen man selber kaum etwas verändern oder aufrüsten kann, aber dafür gibt es schließlich den überteurten Crapple-Service und die maßlos überteuerten Crapple-Originalteile. Tja und Freeware und Open Source ist eben auch nicht vorgesehen, wozu auch, wenn es doch für mindestens ein Promille aller Freeware eine Crapple-Substitut für 100€ gibt?

Was mich nervt ist der vornehmlich durch Unwissenheit und Gleichschaltung überhaupt erst mögliche Hype um Crapple. Ich meine: welcher vernünftige Mensch würde sich, wenn er einen bestimmten Gerätetyp haben will, ein Gerät kaufen, das bei mittlerer Qualität den höchsten Preis hat?!? Haben es die Werbefuzzis von Crapple wirklich geschafft, die Teile derart zum Statussymbol hochzujubeln? Was stellt man denn dar, wenn man seine Musik mit Crapple hört? In deren Augen wahrscheinlich einen den Finger am Puls der Zeit habenden, yuppiesken, hippen und "designbewußten" Siegertypen, in meinen eher einen leicht manipulierbaren Mitläufer ohne Ahnung und Geschmack mit dafür zuviel Geld. Schlimm auch, daß es so viele gibt, die sich auch noch freiwillig mit diesem Crapple-Archetypen identifizieren wollen...

Fazit: A crapple a day keeps the doctor away, denn den kann man sich dann nicht mehr leisten, auch wenn man ihn offensichtlich braucht...

Ein Land, das es nicht geben sollte,

ist zum Glück noch (!) nur eine irrsinnige Idee in den krankhaften Hirnwindungen (so vorhanden) eines schweizerischen Kreationistenpaares. Es soll "Genesis-Land" heißen und ein Freizeitpark der Art Phantasialand nur eben mit religiöser Indoktrination und Kinderverarsche werden. Ein Zitat der Homepage räumt jeden Zweifel aus:
Im Museum wird die Evolutionslehre nicht vertreten und die biblische Geschichte als historische Wirklichkeit interpretiert.
Ich nehme an, man hat sich unter anderem durch den Irrsinn der amerikanischenVorbilder inspirieren lassen, die sich ein "Creation Museum", in dem der blanke, schreiende Wahnsinn als wissenschaftliche Fakten dargestellt wird, für einige Mio. Dollar gebaut haben. U.a. gibt es dort ein Diorama, in dem ein gewaltiger Saurier neben einem frühen Menschenkind steht, um darzustellen, daß diese Arten simultan existiert haben (müssen, wenn man die Bibel wörtlich auslegt, wozu man dort neigt)!!

Und wieder steht man da, wie vom Donner gerührt. Man hatte sich noch über die völlig bekloppten US-Fundamentalisten kaputtgelacht, sich gewundert, wo diese Spinner soviel Geld für ein solches Projekt herbekommen, sich das dann selbst damit erklärt, daß die ganzen USA so vollgestopft mit Spinnern sind, die gerne ihr Geld anderen Spinnern geben, daß deren Spenden schon ausreichen würden. Man hatte sich selbst gerade noch auf die Schulter geklopft, als Europäer, mitleidig gelächelt und DANN erfährt man, daß direkt nebenan in der Schweiz mindestens ebenso Verrückte einen Freizeitpark der Wahnvorstellungen aus dem Boden stampfen wollen!! Wo kriegen die denn das Geld her? Gibt es ausgerechnet in der Schweiz etwa Banken, die so etwas finanzieren? Oder ist das eine Verschwörung, hinter der Opus Dei oder ein anderer zahlungskräftiger und an Volksverdummung und frühkindlicher Programmierung interessierter, kirchlicher Geheimdienst steht? Und wer soll da hin gehen? Hoffen die darauf, daß das Teil im weiten Umkreis die einzige Attraktion sein wird und die Eltern ihre Kinder dahinbringen, weil es eben nichts anderes gibt? Und rechnen die damit, daß es in Westeuropa genug Fundamentalisten gibt, die freiwillig dorthinfahren, selbst wenn normale Freizeitparks viel näher liegen, damit sich diese Nummer auch nur im Entferntesten lohnt? Glauben die etwa, daß auch nur ein einziger rational denkender, aufgeklärter Mensch Geld für ein schlecht als Spaßland verhohlenes Indoktrinations- und Bibelbootcamp ausgeben und dem gar seine unmündigen Kinder aussetzen würde? Vermutlich tun sie das, schließlich war ein ausgewachsener, kraftvoller Wahnsinn ohnehin die Mindestvoraussetzung dafür, überhaupt die Idee für ein "Genesis-Land" zu haben, wenn ich auch davon ausgehe, daß man behaupten wird, Jesus habe einem das im Schlafe geflüstert...

Samstag, Februar 24, 2007

Respekt, Herr Beck!

Ich bin der Meinung, das waaaaaaaaar WITZIG!

Aber gewöhnen Sie sich nicht dran, denn ansonsten kann man mit Ihrem Laden wirklich nichts anfangen!

Ich kann nicht mehr! Ich will auch nicht mehr! Mir reicht es hier!

Es ist doch nicht zu fassen!!!! Es darf doch wirklich nicht wahr sein!!!! Dieser verdammte Scheiß-Föderalismus macht mich so krank und wütend, daß ich ausrasten könnte vor Wut.
Gerade lese ich, daß sich die "Länder" tatsächlich zu einer gemeinsamen Lösung entschieden haben: die Normalen sollen endlich vor den Rauchern geschützt werden, und ja! auch in Gaststätten. Ich hatte schon zur Becker-Faust und gleichzeitiger Becker-Säge angesetzt, der Jubel bahnte sich schon den Weg von der Stimmritze in die Welt, als er von einem Schwall Galle abrupt niedergebügelt und zunichte gemacht wurde, denn ich lese weiter und erfahre, daß zwei Bundesländer sich eine Ausnahme genehmigen. Niedersachsen und? Na? SELBSTVERSTÄNDLICH Nordrhein-Westfalen!!! Diese Länder ermöglichen es den Gastwirten, ihre Betriebe als Raucherlokale zu erklären. Es ist natürlich vollkommen und ohne jeden Zweifel klar, daß jeder Gastwirt in NRW seinen Schuppen ohne auch nur eine Sekunde zu zögern zum Raucherlokal erklären wird uns sich ABSOLUT GAR NICHTS für uns ändern wird. Was für eine Farce, was für eine Frechheit!!! Genau das, was vermieden werden sollte, ist eingetreten: unterschiedliche Normalen-Schutzgesetze für die Länder. Ich bin überzeugt, daß diese faulen Stellen von den Lobbyisten sofort genutzt werden, um die Gesetze in den anderen Ländern ebenfalls zu attackieren, hintertreiben und auszuhöhlen, bis es überall soviele Ausnahmeregelungen, Sondergenehmigungen und Zugeständnisse gibt, daß die gesamte Anstrengung vollständig ad absurdum geführt sein wird. Aber das wundert mich kein Stück. Ich habe die deutschen Politiker-Parodien, Taugenichtse und Eidbrecher ("Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden" Pah!) schon längst abgeschrieben und erwarte nichts mehr von ihnen. Meine einzige Hoffnung ist und bleibt daher, daß eines fernen Tages der Hammer der EU auf dieses verrottete Land niedergeht und den fauligen Klumpen zu Matsche schlägt. Das Bußgeld kann gar nicht hoch genug sein.
Ich schäme mich für dieses Land und ich schäme mich für die, die vorgeben und sich fürstlich selbst dafür bezahlen, im Auftrage seiner Bürger zu handeln. Bah!

Donnerstag, Februar 22, 2007

Bevor ich's vergesse

Ich widersage und lästere hiermit dem heiligen Geist! Und zwar offiziell, definitiv und endgültig!
(nicht, daß ich damit die Existenz eines solchen anerkennen würde! Es geht ums Prinzip!)

Wie hier erklärt wird, ist das aber die einzige Möglichkeit, nach dem Tod von den ganzen Jesus-Spinnern in Ruhe gelassen zu werden. Denn in diesem lustigen, alten Märchenschinken heißt es bei Markus 3:29 "Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften."
Ich hoffe, die halten sich dran!

Gerne kann hier in den Kommentaren auch von Euch entsagt werden.

Sieg in Russland

für die Wissenschaft! Neulich erst regte ich mich über die wissenschaftsfeindlichen Anwandlungen der Russisch-Orthodoxen Obermuftis auf. Jetzt hatte sich auch ein russisches Gericht damit zu befassen, weil eine verstrahlte 16jährige Göre ihre Gefühle durch die Evolutionstheorie verletzt sah und dies ganz und gar selbstlos zum Anlass nahm, dagegen zu klagen, daß in Russland Evolutionstheorie in Biologie unterrichtet wird.
Gemessen am Duckmäusertum der russischen Öffentlichkeit vor der "kirchlichen Autorität" hätte ich gedacht, daß man dem armen, geschändeten Mägdelein recht gibt und im ganzen Land der verfluchte Darwin aus den Klassenräumen gejagt wird. Aber au contraire:
"Der Lehrplan in Biologie beruhe auf der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie, die im Gegensatz zum Kreationismus wissenschaftlich bewiesen sei!"
Hört, hört! Und danke, Russland!

Mittwoch, Februar 21, 2007

Na das ist ja mal was ganz Neues!

Wer hätte gedacht, daß in einem ungelüfteten Raum, in dem hunderte von Personen unablässig ein hochtoxisches Rauchgemisch abgeben, der Gesundheit nicht zuträgliche Luftbedingungen herrschen könnten?!?! Unfaßbar! Das würde ja bedeuten, daß Menschen, die sich in diesen Räumen aufhalten und vielleicht sogar dort ihren Arbeitsplatz haben, möglicherweise gesundheitsgefährdet sind! Das wäre ja... tja... richtig schlecht eigentlich, oder?
Zum Glück handelt es sich bei dem offenbar gerade erst entdeckten Phänomen nicht um etwas (Rauchen) was schon seit Jahrzehnten in solchen Räumen (Discotheken) auftritt, oder etwa doch?!? Huch! Ja tatsächlich, wieso ist da bloß noch niemand (außer eben den Tausenden von Normalen und Nichtlobbyisten) drauf gekommen?!?!
Das macht einen doch fassungslos. Nachdem eine Studie des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit "ergeben" hat, daß der Rauch in Discotheken möglicherweise gesundheitsschädlich für dort Arbeitende sein könnte, tut man jetzt so, als wäre das nicht schon ewig bekannt und denkt nun erstmals über mögliche Schutzmaßnahmen nach, nachdem nun auffiel, daß derartige Giftkonzentrationen an anderen Arbeitsplätzen zum Tragen von Ganzkörperschutzkleidung und Gasmasken verpflichten würde.
Nicht, daß ich etwas gegen diese Erkenntnis und erst recht davon abgeleitete Schutzmaßnahmen für diese armen Menschen hätte. Mich macht aber diese abartige Heuchelei krank, dieses So-tun, als habe besagte Studie irgendetwas Neues erbracht, das man vorher keinesfalls hätte ahnen können - und damit natürlich die Tatsache, daß deshalb vorher auch noch nie etwas getan wurde.
Wenn ich morgen eine Studie vorlege, die zeigt, daß es ein Phänomen gibt, daß Dinge Richtung Erde zieht und es - ganz revolutionär - "Schwerkraft" nennen würde, dann würde ich doch auch ausgelacht!

Daher hier nun offiziell, einfach und "unwissenschaftlich", sogar für Politiker verständlich ausgedrückt noch einmal das Ergebnis so ziemlich jeder Studie über das Rauchen zusammengefasst: Rauchen ist scheiße und macht (aktive und passive Raucher) krank und/oder tot.

Bitte ab jetzt, was Rauchen angeht, keine sinnlosen Studien mehr, keine Ausreden, Abwiegelungen und Ausweichmaneuver. Bitte nur noch Taten: Gesetze, Verbote und harte Strafen!

Dienstag, Februar 06, 2007

Nebenbei bemerkt: Ausgewhimpte Metalbands

Diesem Post liegt ein trauriges, aber offenbar häufiger werdendes
Phänomen zugrunde: das Auswhimpen von Metalbands. Unter "Auswhimpen"
verstehe ich die Hinwendung zum Kommerz und zu Massentauglichkeit und
Gefälligkeit, erreicht durch Vermindern der musikalischen Härte, sehr
oft vermittelt durch Weglassen von Growling und/oder Screaming, sowie
Drosselung des Tempos. Es ist immer ein kleiner Stich für das Gemüt, wenn man Bands, die man früher und/oder lange geschätzt hat, sich selbst und die alten Fans verraten und soft werden.


Und hier nun die (bei Bedarf aktualisierte - Vorschläge sind erbeten) Liste ausgewhimpter Bands. In der Klammer steht das letzte gute Album.

  • Metallica (Black Album)
  • Theatre of Tragedy (Velvet Darkness they fear)
  • Paradise Lost (Draconian Times)
  • Amorphis (hatten eine schwache Phase, nach Tuonela, haben sich aber wieder gebessert)
  • Tiamat (Wildhoney)
  • Moonspell (hatten nach Irreligious eine üble Phase, sind aber seit Antidote wieder cool)

Aktuelle Kandidaten:

  • Kittie (Oracle; haben sich total verändert; ist eine schlechte, angepassteGirlrockkapelle mit nervig-schlechtem Plärrgesang geworden)
  • Tristania (Ashes): was für ein gewaltiger Abfall vom sehr starken Ashes!
  • Die Apokalyptischen Reiter (All you need is love; die Jungs sind leider so stark ins Freakig-Alberne abgedriftet, daß es einfach keinen Bock mehr macht, sich diese Scheiße anzuhören)
I. Nachtrag:
  • Seit ich gestern die neue Platte von Within Temptation gehört habe, zähle ich diese Band auch dazu. Es ist nichts mehr übrig von den grandiosen Qualitäten von "Enter" und "Mother Earth" und selbst der bereits schwächelnden "Silent Force". WT sind nun nichts weiter als eine beliebige, Rock/Pop-Gruppe, mit weiblicher Stimme, die sich in kitschigen und im schlechtesten Sinne des Wortes modernistischen (inklusive Soundeffekten und Stimmverfremdung) Liedchen ergehen, die sich sicher toll im Radio machen, mich jedoch völlig kalt und unberührt lassen. Traurig und schlecht.
  • Sirenia sind noch nicht ganz tot, aber auf dem Weg dahin. Erstes Anzeichen ist, daß die Growls nahezu völlig zurückgeschraubt wurden, ein Trend der sich vermutlich fortsetzt bis die Massenkompatibilität erreicht sein wird.
II. Nachtrag:
  • Machine Head, deren letzte beiden Alben ("Through the Ashes..." und "Blackened") wieder gut bis sehr gut waren, hatten nach ihrem zweiten Album "The more things change..." eine unglaublich schwache Phase, der zwei bekackte Alben entsprangen.

Montag, Februar 05, 2007

Quatsch mit Bart

Wenn "christlich" draufsteht, ist auch Blödsinn drin! Ein Merksatz, auf den man sich immer verlassen kann! Als neuerlicher Beweis kann das senile Gefasel gelten, das dem Obermufti der Russisch-Orthodoxen unlängst aus dem Bart gefallen ist. Dabei übertrifft er selbst seine nicht minder senilen Kollegen von den Katholiken, die sich tatsächlich gegen eine wörtliche Auslegung der Schöpfungslüge verwahren, sie sogar für "ganz und gar unsinnig" (Zitat Schönborn) halten.
Ein Sprecher vom närrischen Opi gab folgendes zu Protokoll:
„Wenn Leute denken, dass Darwins Theorie nicht wissenschaftlich bewiesen ist, haben sie wohl ein Recht darauf, dass das in den Schulen auch gesagt wird.“

Allein diese Dreistigkeit ist schon unerhört. Wenn Leute denken, daß sie Napoleon oder von der Venus sind, haben sie doch wohl vor allem das Recht, daß man ihnen in eine schöne feste Hab-mich-lieb-Jacke hilft und ein paar Spritzen Valium für sie aufzieht. Wenn Leute tatsächlich denken, daß die Evolutionstheorie nicht bewiesen wäre, bzw. keine Beweise dafür vorlägen, die ihre Aussagen und Vorhersagen unterstützten, so haben sie die verdammte Pflicht, ihre Behauptungen knallhart und wissenschaftlich wasserdicht zu untermauern, indem sie entweder die selbstverständlich zu tausenden vorhandenen Beweise widerlegen oder aber aufzeigen, daß sie etwas gefunden haben, was durch die Evolutionstheorie nicht erklärt oder vorhergesagt werden kann. Erst wenn das gelingt und zwar unter Zuhilfenahme von Kreationismus-Ideen oder Intelligent Design (was im groben identisch ist), dann und nur dann hätten solche Leute ein Recht, daß dies in Schulen gesagt wird!! Da aber weder Kreationismus noch dessen behinderter, verkleideter Bruder, ID, Wissenschaften sind, noch wissenschaftlich bewiesen werden können, ist der Versuch a priori zum Scheitern verurteilt und hat dieser Mumpitz aber auch gar nichts in einer Biologiestunde zu suchen.
Besonders zynisch: die russischen Kreationisten nutzen die berechtigte weltweite Verurteilung der früheren, kommunistischen Sowjetregimes, um eine der wenigen positiven Errungenschaften, die diese mit sich brachten, nämlich den absoluten, religions- und aberglaubebannenden Materialismus als Grundlage für Wissenschaft, Bildung und Forschung als ideologischen Teil des verbrecherischen Regimes zu diffamieren! Daß eine solche wissenschaftliche Weltanschauung allen Wissenschaftlern weltweit als de facto ideologiefreier, weil einzig rationaler Goldstandard für wissenschaftliches Arbeiten dienst, ignorieren diese Leute natürlich bewußt und wider besseres Wissen!

Warum aber gibt es nicht eine ähnliche heftige Gegenwehr gegen den Ausfall der Ignoranten, wie in Polen? Im Artikel heißt es dazu:
"Doch insgesamt fällt der Protest der Wissenschaftler in der Forschungsgroßmacht Russland leise aus – es scheint riskant, sich mit der Kirche anzulegen."
Wenn das nicht die vollkommene Bankrotterklärung der wissenschaftlichen Integrität und Meinungsfreiheit vor der Vormacht der Spinner ist, dann weiß ich es nicht. Wenn man Angst haben muß, für eine der stärksten, besten und leistungsfähigsten Theorien der Naturwissenschaft, ohne die die Biologie zusammenbrechen würde, einzutreten und sie laut und vernehmlich (siehe Pharyngula) gegen jeden Zweifel und jeden Versuch einer Verunglimpfung durch ignorante Wahnsinnige und Religionsfuzzis zu verteidigen, dann kann man sich auch gleich ein Kreuz ins Labor hängen und drauf warten, daß in der Petrischale "von selbst" Leben entsteht.

Der Artikel schließt (und ich mich darin an) mit den Worten des Herrn Bodrow, eines (man höre und staune) liberalen Theologen, dem Opas Gelalle wohl auch peinlich war: "Man kann doch nicht die gesamte moderne Wissenschaft über Bord werfen. Für gebildete Leute wird es nun noch schwieriger, in der Kirche zu bleiben.“

Das trifft es so genau, daß dem nichts mehr hinzuzufügen ist.

Montag, Januar 29, 2007

Ich bin William Gibson

Es gab einen Test, bei dem man ermitteln kann, welchem Science Fiction Autor man am meisten ähnelt:

I am:
William Gibson
The chief instigator of the "cyberpunk" wave of the 1980s, his razzle-dazzle futuristic intrigues were, for a while, the most imitated work in science fiction.


Welcher Sci-Fi Autor bist DU?

Dienstag, Januar 23, 2007

Kranke Namen, krankes Land

Ich habe mich schon oft über Namen aufgeregt. Es gibt dabei mehrere Kategorien, die jede für sich übel ist, die sich aber teilweise auch überschneiden. Und dann gibt es die Opfer, die ein Leben lang dieses Joch mit sich schleppen müssen.

Zunächst ist da die Kategorie "affige Namen". Die gibt es überall und immer wieder. Auch und gerne in Deutschland. Häufig aber keineswegs immer entspringen sie den Hirnen, sagen wir "einfacher Leute", die der Auffassung sind, daß ihr Sprössling etwas ganz besonderes sei und werden solle und daher auch eines ganz besonderen, gerne auch mystischen, kitschigen und/oder als "fein" empfundenen französischen Namens bedarf.
So heißt dann gerne die 400 Pfund schwere Fleischereifachverkäuferin "Bijou" oder "Genevieve" oder "Jaqueline" (ausgesprochen natürlich als "BISCHu", "SCHÄNNevieff" und "SCHACKelin"), der kleine Junge auf dem Spielplatz, der soeben eine guten Mund voll Popel verspeist hat, heißt "Jaquard" und wird "SCHAKwacht" gerufen. Das Mädchen, welches schon mit 4 Jahren Kreolen, Glitzernagellack und Asipalme aufträgt, nennt sich dafür dann auch "Pocahontas" oder "Delphine". Aber auch Oberschicht und '(B-G)-Prominenz' sind keineswegs gefeit vor dem Bedürfnis nach/Befall von affigen Namen. Dort nennt man seine Blagen gerne auch nach Wetterphänomenen; Wolke zum Beispiel.
Dann gibt es die Kategorie "penetrante Doppelnamen", die neuerdings gerne mit affigen Namen kombiniert wird. Diese erklären sich so: natürlich ist das Blag so göttlich und wichtig, daß es mit einem Namen nicht angemessen bedient ist. Und man kann auch zudem mal seiner Kreativität Ausdruck verleihen, indem man einfach mal zwei Namen, die man ohnehin beide toll findet, aneinander klatscht ohne jeden Gedanken daran, ob sie zusammenpassen (in 97% aller Fälle nicht), gut klingen (in 98% aller Fälle nicht), ihr Träger damit wie eine Witzblattfigur heißt oder in Kombination auch noch in die Kategorie "affige Namen" fallen. Beispiele sind: "Sven-Kevin", "Kevin-Marvin", "Ronny-Götz", "Jörn-Donald", "Tara-Mara", "Lea-Bea", "Lindsay-Lisa" und so weiter und so fort. Das penetrante wird übrigens erzeugt, indem die armen Opfer immer und eben penetrant mit dem vollen Doppelnamen gerufen werden, der dann von der "jungen Mutter" natürlich nervig skandiert wird, was, angesichts der oft nötigen Wiederholung von Aufforderungen an Kinder, die Penetranz des ganzen nahezu explodieren läßt. "Cedrik-Malte! Komm her! Cedrik-Malte, Du sollst herkommen! Cedrik-Malte, komm jetzt!! Komm da jetzt runter, Cedrik-Malte!!!!!" Aaaarg! Ein traurig-prominentes (und auch die erste Kategorie voll tangierendes), weil in ihrer Funktion als Tagesschausprecherin zur grotesken Parodie ihrer selbst geronnenes Beispiel ist "Kay-Sölve Richter". Ich meine, WAS ZUM TEUFEL haben sich die Eltern bloß dabei gedacht? Und welcher volltrunkene Standesbeamte hat das zugelassen? Wie oft ist die Dame für einen Herrn namens Kai Sölve-Richter gehalten worden und wie oft auf dem Schulhof verdroschen? Oder das arme Schwein von Nachkomme des Herrn Ochsenknecht (und zwar nicht nur wegen des Nachnamens und desjenigen, von dem er ihn hat)! Der Knabe muß tatsächlich Jimi-Blue heißen. Ob Vatter O. damit die Farbe der Veilchen, die sein Sohn täglich auf dem Schulhof verpasst bekommen haben dürfte, vorwegnehmen wollte oder den eigenen physiologischen Zustand zum Zeitpunkt, als er sich den Scheiß ausgedacht hat, abbilden wollte, kann man nur spekulieren, sicher sein kann man hingegen, daß es bei dem irgendwo reinregnen muß. Auch nicht besser ist "Cosma Shiva". Wie es zu dem Namen kam, wird so überliefert: "Cosma (= Kosmos) geht auf ein behauptetes UFO-Erlebnis während der Schwangerschaft zurück, und Shiva ist eine Remineszenz an die gleichnamige Gottheit" HALLO!?! Kann denn ein Kind gezwungen werden, eine Kombination aus bizarrem Hindu-Gott und dem Ergebnis eines üblen Psilo-Pilz-Trips als Name zu tragen, nur weil die eigene verrückte Olle die Socken offen hat ?!
Generell scheint auch die Unsitte, seinem Sohn den Zweitnamen "Maria" zu geben, wieder in Mode zu kommen. Ich habe es nie verstanden, nicht bei Carl Maria von Weber und nicht beim fetten Markus Maria Profitlich, aber immer schon geisteskrank und frömmelnd-schizophren gefunden. Da mich das allerdings immer an das Lied "Junge namens Susi" vom mächtigen Mike Krüger erinnert, lasse ich da mildernde Umstände gelten.
Die dritte Kategorie ist "Einfach nur kranke Namen". Darin sind die Amerikaner ungeschlagene Weltmeister. Dort gibt es offenbar kein Gesetz, das Kinder vor den Drogenräuschen, Egotrips oder sonstigen Hirnausfällen ihrer Eltern schützt, so daß dort die mit Abstand unglaublichsten aber auch wirklich krankesten Kreationen zustande kommen. Ich frage mich immer, ob die Eltern nicht vorhersehen können, wie schwer es Kinder mit solchen Namen haben. Wenn man zum Beispiel als Mädchen "Mondeinheit", "Apfel" oder "Himmlische Hirani Tigerlily" heißen muß, so ist das schlicht und ergreifend menschenverachtend und ich würde mir als Eltern schon mal ein paar Worte zurechtlegen, wenn mich die Reporter dann später fragen, warum mein Kind nach einem Amoklauf irre lachend von einem Kirchturm gesprungen ist.
Auch die hirnrissige Idee, die Blagen nach Staaten ("Dakota"), Stadtteilen ("Brooklyn"), bevorzugten Tugenden ("Honesty", "Hope"), beliebten Wüstenlandschaften ("Zahara") oder mittelalterlichen Musikern ("Piper") zu nennen, kann man wohl nur im angelsächsischen Sprachraum finden. Aber auch hier gibt es sowas: ich selbst kenne jemanden, eine sie, die "Wobeke" heißen muß. Auch kein Geschenk!
Der eigentliche Anlaß für diesen Post ist übrigens auch ein Vertreter aus Kategorie drei: bei Pharyngula gab es einen Artikel, der über ein Mädchen berichtete, daß sich schon in früher Jugend löblicherweise zum Atheismus bekannte. Dieses Kind jedoch ist dennoch verdammt, denn es trägt den Namen bzw. Bezeichnung "Possum#1" (sic!), also Opossum Nr. 1 (und JA, das Geschwisterkind heißt "Possum#2"). Ich war und bin sprachlos!

Nachtrag: wir sind nicht allein! Es gibt einen soziologischen Terminus für diese neue Volksseuche: Kevinismus. Dabei handelt es sich - und die Formulierung spricht mir aus dem Herzen - um:
die krankhafte Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs menschliche Namen zu geben
Zur Herkunft der Namen:
Die favorisierten Namen kann man eindeutig in die Kategorien Kitsch und Naivität einordnen. Sie stammen häufig aus mehr oder weniger erfolgreichen Telenovelas oder sind Namen aus anderen fragwürdigen Quellen.
Leider sieht die Prognose wohl düster aus:
Kevinismus ist ein großes soziales Problem in Deutschland. Da die Erkrankten zeitweise unzurechnungsfähig sind, geht von ihnen eine große Gefahr aus. Häufig sind schon Lebenspartner, die die Behandlung nicht selbstbewusst genug durchgeführt haben, von den Erkrankten in einem akuten Anfall verletzt worden.
Kinder, die mit diesen Namen gesegnet sind, haben oftmals eine schwierige Kindheit vor sich. Sie werden häufig von den anderen Kindern im Kindergarten und später von ihren Klassenkameraden gehänselt. Sie entwickeln sich in dieser Phase zu AK oder werden introvertiert. Eine kriminologische Bewertung geht davon aus, dass diese Kinder eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Elternmörder oder Amokläufer zu werden.
Auch kann nicht verkannt werden, dass ihnen der soziale Aufstieg meistens verwehrt bleibt. Spätestens beim Bewerbungsgespräch erfahren sie die volle Härte, die der von den Eltern vergebene Name mit sich bringt. Kinder prominenter Eltern werden dagegen keine Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen haben, da ihnen generell kein Umgang mit Gleichaltrigen erlaubt wird. Bei den weiblichen Erwachsenen kommt erschwerend hinzu, dass mit ihren Namen das Prostitutionsgewerbe assoziiert wird.
Im Zuge der immer größer werdenden Volksverdummung im deutschen Fernsehen - insbesonders durch immer neue Telenovelas und Daily Soaps - und wegen der gefährlichen Übersättigung des internationalen Musikmarktes mit Boygroups ist davon auszugehen, dass diese Krankheit in den folgenden Jahren und Jahrzehnten pandemische Ausmaßen annehmen wird. Es ist zu befürchten, dass von Kevinismus eine größere Gefahr ausgehen wird als von der Klimaerwärmung.
Es tut so gut, zu wissen, daß das Problem nicht nur ein paar wenigen auffällt!



Olé! GEZ fahr'n wir in'n Puff!

Daß die GEZ am Rande der Legalität operiert und über diesen auch gerne ab und an hinausschaut, ist sattsam bekannt. Daß sich aber hohe GEZ-Bonzen nun offenbar den Beischlaf und feine Speisen von potentiellen Kunden spendieren lassen, ist neu jedoch keineswegs verwunderlich. Frei nach dem Motto: "Sie wollen den Auftrag? Haben Sie denn schon GEZahlt? Danke."

Dabei verdient man als staatlich zertifizierter Drückerspitzel doch nun wirklich nicht schlecht! Ich nehme aber zu deren Gunsten an, daß ihnen Bestechlichkeit angesichts ihrer eigentlichen Tätigkeit wie eine fromme Tugend vorgekommen sein muß. Da ferner moralisches Denken oder die Fähigkeit, das eigene Tun nach sittlichen Kriterien zu bewerten, bei diesem Laden als Einstellungskriterien definitiv kontraindiziert sind, kann man es den kleinen bestechlichen Rackern noch nicht mal übelnehmen...

Einzig den Damen aus dem horizontalen Gewerbe kann man einen Vorwurf machen! Also, meine Damen, haben Sie denn überhaupt keinen Stolz?

Das ist die Wahrheit,

und nichts als die Wahrheit!

Montag, Januar 15, 2007

Das ist in Deutschland so (B)Rauch!

Eine großartige Glosse zum Thema Raucherrenitenz findet man heuer im Spiegel.

Titel: "Streitthema Rauchen: Genießt die Revolte in vollen Zügen!"

Der Text ist deshalb so gut, weil er so wahr ist und weil man sich allein schon beim dem Gedanken, eine Kneipe, wie sie dort beschrieben wird, betreten zu müssen, ekelt und waschen möchte. Wenn man sich dazu dann noch diese grauen, schmierbäuchigen, fetthaarigen Muff-Quarzer, ein urinfahles, rauchgefiltertes, durch fast blinde Butzenglasscheiben oder aber aus einer nikotingelben 10 Watt-Birne sich quälendes Licht vorstellt, gepaart mit der Geruchssymphonie des Grauens aus kaltem, abgestandenem und frischem Rauch, Urinstein, den Pissrinnenwürfeln und ranzigem Altmännerschweiß, dann ist das verdammt noch mal schlimmer als jeder Horrorfilm....


Hier ist meine Karte...

Mittwoch, Januar 10, 2007

Asozial und Spaß dabei!

Also diese Jugend von heute!!! Ich bin nun wirklich kein Gutmensch und auch nicht pingelig und erst recht mißtrauisch, wenn Texte mit "Also diese Jugend von heute" beginnen, aber jetzt ist das Maß voll! Diese miesen kleinen Kackflitschen benehmen sich heutezutage wirklich unter aller Sau, finden sich dabei auch noch grundlos prima, halten ihr Betragen für die Norm und sind dann vollkommen konsterniert, wenn es jemand wagt, ihnen Einhalt zu gebieten, der offenbar ihre Göttlichkeit für diskutierbar hält. Ich mußte mich nun schon mehrfach mit aller Gewalt davon abhalten, arschtritt- und schellenausteilenderweise straffällig zu werden, so rasend machen mich diese Kreaturen.
Hier sind ein paar alltägliche Beispiele für die "neue" Asozialität, die mit jugendlichem Rebellieren und Andersseinwollen nichts mehr zu tun haben, sondern nur noch widerwärtig, dummdreist und abstoßend sind:
- Mobiltelephon-Onanie in öffentlichen Verkehrsmitteln: dies ist über Nacht zu einer grassierenden Seuche geworden, der kaum Herr zu werden ist. Seit immer mehr Mobiltelephone mit kleinen Lautsprechern ausgestattet sind, ergreifen viele "Kids" (oft und gerne auch mit "Migrationshintergrund") die Gelegenheit in der Bahn, allen Mitfahrenden zu beweisen, daß sie "das krass-konkret coolste Händi haben, weissu?" Zu diesem Zweck lassen sie die Geräte diese unerträglichen "Musik"-Imitationen quäken und zwar in voller Lautstärke, was die Jämmerlichkeit des Monoklanges nicht besser aber umso nerviger macht. Dazu wird natürlich mit den Begleitern weiter in radebrechenden Satzfragmenten kommuniziert, während alle anderen Mitfahrenden durch das grausige Gequäke gefoltert werden. Diese akustische Quälerei ist so penetrant, daß sie durch die ganze Bahn zu hören ist. Neulich geschah dies ganz in meiner Nähe und ich gebot den Knirpsen Einhalt, worauf das übliche unsichere, affige Gelache folgte, das Gerät jedoch abgeschaltet wurde, als deutlich wurde, daß es mir ernst war. Doch einer der Knirpse war durch meine Reaktion offenbar so verwundert, daß er mich tatsächlich fragte, ob ich "denn überhaupt keine Musik höre". Ist das zu fassen? In dieser Frage offenbart sich auch die Dreistigkeit dieser Wichte. So ist in der Frage implizit enthalten, daß 1.) das, was sie dort abspielen, Musik sei; 2.) es unnatürlich sei, diese "Musik" nicht zu konsumieren; und 3.) es vollkommen unbedenklich sei, den Rest der Bahn, deren Musikgeschmack man einfach mal voraussetzt, zu beschallen. Nichts davon trifft natürlich zu und es zeigt sich an diesem Beispiel auch, welchen Stellenwert das, was diese kleinen Asis für Musik halten, für sie einnimmt: es ist ein billiges, wert- und kunstfreies Massenprodukt, für das sie in den wenigsten Fällen bezahlt haben dürften und welches allgegenwärtig, identitäts- anlaß- und genußlos konsumiert wird und im Hintergrund dahinplätschert. Ironischerweise handelt es sich dabei sehr häufig um Hiphops bzw. Rap, bei welchen ja angeblich die Texte (über "bitches", "gangstas", "ficken" und Autos) von so kolossaler Bedeutung sind, denen jedoch bei der oben beschriebenen Weise des Konsums natürlich keinerlei Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Es ist schlimm!
- Kinoterror: Ob es daran liegt, daß diese Pißnelken kein Zuhause haben oder sich eben nicht länger als 10 Minuten am Stück konzentrieren können, vermag ich nicht zu sagen, jedoch kommt es in letzter Zeit immer häufiger vor, daß Rudel von Halbstarken sich in Kinosälen zusammenfinden und dort großes Palaver halten. Es wird hemmungslos laut und auf grottigstem Niveau gequatscht und das Filmgeschehen kommentiert, meist unpassend und nie lustig, es wird nachgefragt und laut über das dumme Gesabbel des befreundeten Menschenaffen nebenan gelacht. Wenn dann die Handlung nicht mehr nachvollzogen werden kann (das ist auch bei simplen Actionfilmen nach spätestens 10 Minuten der Fall), wird eben ein privates Schwätzchen gehalten, bis wieder eine Schießerei kommt. Dazu kommen Telephonate, lange und ausgiebig (daß man Mobiltelephone im Kino abschalten kann, ist für diese Kreaturen derartig abwegig, daß sie niemals auf diese Idee kämen, geschweige denn, einen eingehenden Anruf, nachdem das Gerät 6-7 Mal geklingelt hat, peinlich berührt wegzudrücken) - und wenn der Trottel auf dem Nachbarsessel einen luschtigen Klingelton hat, dann wird er eben 5 mal hintereinander angerufen und jedesmal über den eigenen köstlichen Schelmenstreich laut losgebölkt, es ist aber auch immer wieder lustig! Außerdem erwerben diese Wesen vor dem Film immer noch große Konvolute Popcorns, davon höchstens 1/3 verzehrt, der Rest hingegen als Wurfmaterial mißbraucht wird, was dann dazu führt, daß sich nachfolgende Filme verspäten, weil ein ganzes Putzteam nötig ist, um ein derart verwüstetes Kino wieder zumutbar zu machen. Auf das bei anhaltenden Störungen im Kino übliche "Ssshht!" erfolgt immer ein noch lauteres "Ssshht!" und lautes Lach-Gebölke, denn es ist nichts erheiternder, als einen anderen nachzuäffen (ok, außer, mit Fäkalien zu werfen, wie die Verwandten im Zoo, aber ich denke, das kommt dann bald auch noch). Auch deutlichere Aufforderungen, still zu sein bzw. endlich das verdammte Maul zu halten, bleiben erfolglos und wenn man nicht willens ist, 10 Leute zum Aufstehen zu zwingen, weil man selbst das Kino verlassen und einen Mitarbeiter holen will, der diese Typen auch nur verwarnen kann und den man dann nochmal bemühen müßte, um sie endgültig des Saals verweisen zu lassen, so ist man machtlos. Offenbar haben diese Proleten genug Geld, um sich Kinoeintritt und teures Popcorn zu leisten, um dann nichts vom Film zu haben. Ob das in Asi-Kreisen ein neues Hobby ist? Kino-Proleting? Ich finde es verabscheuenswürdig und werde jedes Mal so wütend, daß ich am liebsten große Mengen Schellen verteilen würde.
- Mega-Vandalismus: Vandalismus ist nicht gerade neu, aber in dem Ausmaß, das mir unlängst immer wieder auffiel, habe ich es noch nicht erlebt und man fragt sich wirklich, was das soll. Auf einem Bahnhof, eher eine Ruine, wo ich kürzlich nachts bei Winterkälte das Vergnügen hatte, auf die massiv verspätete Bahn zu warten, war wirklich und ohne Übertreibung alles (!) zerstört. Es gab dort nichts mehr, was nicht aus massivem Beton in den Boden gegossen war, z.B. die Sitzgelegenheiten. Die Fahrpläne waren abgerissen, die Kunststoffsichthalter völlig zerstört oder ganz weg, der Fahrkartenautomat war ramponiert und funktionierte natürlich nicht, obgleich er erst eine Woche zuvor erneuert worden war, die Mülleimer fehlten, überall lag Dreck und selbst die Uhr, die auf einer Säule, mindestens 3m über dem Boden gestanden hatte, war aus der Fassung geschlagen, zerstört und mitgenommen worden. Was soll das?!? Ich meine, eine derart vollständige um nicht zu sagen systematische Zerstörung eines Bahnhofs ist doch kein "normaler" jugendlicher Vandalismus mehr, wo mal ein Mülleimer abgefackelt oder eine Scheibe zerkratzt wird. Niemand kann besser verstehen als ich, daß man heiligen Zorn auf die Bahn entwickelt, wirklich, aber diesen Drecksladen trifft man mit der Zerstörung nicht einmal, das zahlen alle Bahnkunden und auch die Zerstörer, die spätestens durch ihre Strafe für's Schwarzfahren zur Kasse gebeten werden. Dennoch: es wirkt surreal, ja postapokalyptisch, sich auf solchen Ruinen aufzuhalten und weil die Bahn sicher keinen großen Antrieb verspürt, das zerstörte Inventar zu ersetzen, muß man dort weiterhin auf Fahrpläne verzichten und verflucht die maßlosen Vandalen.

Was steckt hinter all diesen Ungeheuerlichkeiten? Ich glaube, daß dieses Geschmeiß jede Kritikfähigkeit sich selbst und den eigenen Handlungen gegenüber vor allem im sozialen Kontext verloren hat. Wenn es bei diesen Personen überhaupt eine Sozialisierung gegeben hat, dann nur unter und durch ihresgleichen, im Zuge wessen auch die Fähigkeit, das eigene Verhalten vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen "Norm" als unpassend und unangemessen aufzufassen, sowie der Wille und die Einsicht, dies zu tun, atrophiert bzw. gar nicht erst entstanden ist. Hinzu kommt, daß normale Korrektive keine Wirkung zeigen. So werden Bitten oder Aufforderungen, bestimmte Verhaltensweisen einzuschränken oder zu unterlassen, überhaupt nicht als erwägenswert aufgefasst, da wegen mangelnden "sozialen Bewußtseins" aber auch einer unziemlichen Inflation des eigenen Egos sowie oftmals einer unangebrachten weil verzerrten Selbstwahrnehmung durch Selbst(üb)erhöhung, keine Notwendigkeit oder Angebrachtheit zur Modifizierung des eigenen Betragens empfunden wird. Einzig durch Anpassung an die kommunikativen Normen dieser Menschen, die immer mit Aggressivität oder Drohungen verbunden sind, kann man hoffen, bei ihnen eine Wirkung zu erzielen. Eine Rückkehr zum primitiven Faustrecht also.
Und das schöne: man darf sich für das Vergnügen, die Gesellschaft dieser Leute genießen zu dürfen, erkenntlich zeigen, indem man dereinst vom eigenen Lohn oder Rente deren Sozialhilfe bezahlt. Das Leben ist gerecht!

Mittwoch, Dezember 20, 2006

Willkommen im Mittelalter, willkommen in Libyen!

Diese Leute sind nicht zu retten! Und damit meine ich diese Wahnsinnigen, die sechs unschuldige Menschen zum Tode verurteilt haben, denen vorgeworfen wird, 426 Kinder absichtlich mit HIV infiziert zu haben - wider besseres Wissen und wider alle Evidenz, die sogar in nature veröffentlicht wurde. Dort heißt es:
They showed that the strain of HIV with which the children had been infected was already present and spreading locally in the mid-1990s, long before the medics arrived in Libya in 1998.
Es wurde also eindeutig gezeigt, daß der Virusstamm, der die Kinder infiziert hat, bereits lange vor der Ankunft der Angeklagten präsent war. An diesem lächerlichen, menschenverachtenden Schautribunal perlt jede Kritik, jedes Argument und die gesamte, erdrückende Beweislast, die die unabhängige, internationale Wissenschaft zur Entlastung der Unschuldigen zusammengetragen hat, wirklungslos ab, ja wurde nicht einmal für den Prozess zugelassen. Wir haben es daher also wirklich mit einem Hexenprozess zu tun, bei dem das Urteil schon vor Beginn feststand und der der Irreführung und Blendung der Bevölkerung dient, um von der eigentlichen Ursache, den katastrophalen hygienischen Zuständen in dem betroffenen Krankenhaus, abzulenken und für die grauenhafte Zahl von 426 HIV-positiven Kinder einen Sündenbock zu finden. Landesübliche Propaganda und Zensur sorgt dann noch für einen entsprechend aufgepeitschten und falsch informierten Mob, der die Unschuldigen tot sehen will.
Wer aber hat einen Nutzen von dieser Farce? Libyen bzw. al-Gaddafi müssen doch wissen, daß nach dieser Nummer niemand mehr auch nur noch eine Hand für Libyen rührt. Ausländische Ärzte, Wissenschaftler und andere Helfer werden fluchtartig das Land verlassen, wahrscheinlich wird es Sanktionen geben, man wird dieses rückständige Land sich selbst überlassen auf seinem Rückweg ins finstere Mittelalter. Was also verspricht sich Gaddafi davon, die Unschuldigen im letzten Moment doch noch zu begnadigen, wovon ich ausgehe? Oder anders gefragt: wieviel Dollar pro (Kinder)Kopf wird er fordern, damit diese Leute, die die Tripoli-6 genannt werden, doch nicht ermordet werden?
Wie es auch ausgeht, ich hoffe, daß Libyen für diese Ungeheuerlichkeit bezahlen muß, daß man sich von diesem Land abwendet und es in seiner selbst gewählten Voraufklärungs-Unmündigkeit mit seinem Terror-Despoten verrotten und in der Unbedeutsamkeit versinken läßt.

Donnerstag, Dezember 14, 2006

Ich will hier weg!

Ich verstehe dieses Land nicht und erst recht nicht seine Politiker. Wir leben in einer paradoxen Bizarrwelt wo jeden Tag neue Irrsinnigkeiten ausgebrütet werden, die jedem Normalen und vor allem Aussenstehenden wie die Schalkereien von Geisteskranken anmuten müssen.
So werden hier, immer im "Interesse und zum Wohle des Bürgers" natürlich, die Raucher und ihr putziges kleines Lasterchen wie eine vom Aussterben bedrohte Spezies geschützt, man bietet ihnen hier gegen das kalte, rauchfreie Europa ein letztes Refugium, wo sie noch menschenwürdig und aufrichtig sich und andere vergiften und krankmachen dürfen.

Im gleichen Land aber, das sich offiziell säkularisiert nennt, verkrüppelt man die wissenschaftliche Freiheit bei der Stammzellforschung wie in kaum einem anderen Land. Überall auf der Welt wird mit diesen Zellen gearbeitet und daran geforscht, man verspricht sich Bahnbrechendes, doch der Rückstand von Deutschland beträgt sicher bereits 10-20 Jahre und ein Aufholen dieser Lücke scheint in weite Ferne gerückt. Man geht sogar soweit, daß man deutsche Forscher, die im Ausland nach dortigem Landesgesetz völlig legale Forschungsprojekte durchführen, in Deutschland wie Verbrecher behandelt und sogar mit Gefängnisstrafe bedroht, was dazu führt, daß auch im Ausland forschende Deutsche an solche Projekte nicht herangelassen werden, aus Sorge, sie könnten in ihrem wissenschaftsfeindlichen, scheinheiligen und heuchlerischen Lobbybuckler-Heimatland D bei Rückkehr eingekerkert werden. Das muß man sich mal vorstellen!
Unlängst versetzte nun auch das Deutsche Patentgericht, ausgerechnet auf Betreiben der Öko-Geiferer und Fortschrittsfeinde von Greenpeace, dem Forschungsgebiet einen weiteren schweren Schlag, indem es dem Bonner Stammzellforscher Oliver Brüstle, der sich vor fehlgeleiteten Öko-Fanatikern mit Leibwächtern schützen muß, ein Patent auf aus menschlichen Embryonen gewonnene Stammzellininen entzog. Dieses Urteil wurde im Zuge des Aufrufs der DFG, doch endlich die Restriktionen in der Stammzellforschung zu lockern, angestrengt und erfolgte prompt.
Diese Entwicklung wird international mit Besorgnis und Kopfschütteln registriert, man versteht nicht, warum Deutschland hier seine Kapazitäten so schändlich versanden läßt und seine Forscher als Verbrecher darstellt und so übel behandelt, daß diese nur Reißaus nehmen können.
So heißt es dazu in nature (Ausgabe 444, 2006):
A German court has revoked a patent on a method for generating a class of human embryonic stem cells. The 5 December ruling is seen as yet another setback for stem-cell research in a nation where it is already constrained by tight regulation.
Brüstle reagiert mit Verärgerung und Unverständnis, vor allem, weil die Begründung des verfehlten Urteils enthielt, daß sein Patent "gegen die öffentliche Ordnung und die guten Sitten" verstoße. Brüstle werde das Urteil vor dem Bundesverfassungsgericht anfechten...

Und jetzt zur Paradoxie: in diesem Land legt man einer Forschungsrichtung Fesseln an, die das Potential hat, einen enormen Nutzen für alle Menschen zu erbringen, Leid, Krankheit und Tod zu verhindern und die niemandem schadet. Was spricht dagegen, überzählige Embryonen, die bei einer künstlichen Befruchtung übrig bleiben, der Stammzellforschung zur Verfügung zu stellen, statt sie zu "verwerfen" (wie man 'vernichten' beschönigt)?!? Diese Mehrzellstadien einer befruchteten Eizelle haben nichts (!) mit einem Menschen zu tun, geschweige denn ist ihnen eine Würde zuzusprechen. Man kann sie ja nicht mal von vielen Tiergegenstücken unterscheiden oder auch nur ohne Mikroskop sehen. Es geht also nicht um wissenschaftliche Kriterien sondern mal wieder um das arme Herz-Jesulein, denn in der Bibel Vers bla Kapitel sülz steht ja schließlich: "Und so sprach der Herr: Embryonen im Mehrzellstadium sind vollwertige Menschen und haben eine eigene Würde. Man gestatte nicht, sie der Stammzellforschung zu überantworten. Wer es aber tut, der soll mit Knüppeln erschlagen werden. Und es ward großes Frohlocken." Nicht wahr? Es sind sind die religiösen Heulsusen, die trotz ihrer unwissenschaftlichen und nicht objektiven Argumentation offenbar soviel Einfluß ausüben können, daß dies in der Wissenschaftspolitik schmerzhaft bemerkbar wird.
Nicht beachtet oder gar geschützt wird in diesem schönen Land aber eine große Bevölkerungsgruppe, die täglich von einer Minderheit geschädigt und in ihren Grundrechten empflindlich eingeschränkt wird. Man schützt irgendwelche amorphen Zellklumpen mehr, als die Passivraucher, ausgewachsene Menschen mit jeder Menge Würde, die das Laster anderer jedes Jahr mit 3300 (!!) Toten bezahlen müssen. Wo bleiben da die Pfaffen, Ratzepoop und Konsorten, hmm? Was ist mit der Würde der Passivraucher? Und was gar mit den heiligen Embryonen, die durch Passivrauch ja auch geschädigt werden? Das geht dann schon in Ordnung, gelle? Ist was völlig anderes, nicht wahr? Kann man nicht vergleichen, richtig?
Es geht doch in Wirklichkeit gar nicht um die geradezu königlich-würdigen Embryonen, richtig? Es ist die alte Fehde gegen die Wissenschaft, das Wissen, die Aufklärung, die Emanzipation der Menschen und deren Mündigkeit! Mit jedem revolutionären Schritt, den die Wissenschaft tut, wird der mit Zähnen und Klauen verteidigte Himmel der Kleriker kleiner und leerer, der Platz für einen Gott enger, die Rechtfertigungsgesuche drängender. Mit Moral und Ethik hat diese Debatte lange nichts mehr zu tun. Sie ist nur eine weitere schändliche Manifestation der Tradition der Heuchelei, die die Kirche ja seit Jahrhunderten wie niemand sonst perfektioniert hat (z.B. wird man kirchlicherseits nicht müde, im Zuge der Embryonenverwertung auf die "dunkle Vergangenheit des dritten Reiches" zu verweisen, wo sich gerade die Kirchen nicht mit Ruhm bekleckert haben). Und die an der Debatte und den Entscheidungen beteiligten Politiker leiten ihre Moralvorstellungen oftmals aus christilichen Dogmen ab, deren Interpretation sie sich von den obersten Einpeitschern vorschüsseln lassen, wobei sich letztere natürlich nicht entdreisten, eine aktuelle moralische Richtlinie für den Umgang mit Embryonen und Stammzellen ausgerechnet aus der Bibel ableiten zu können behaupten, einem Märchenbuch, zu dessen Verfassungszeit man diese Dinge nicht einmal im Ansatz ahnte.

Fazit: Langsam langweilen mich meine eigenen Fazits, weil es immer wieder darauf hinausläuft, daß wir hier in einer grotesken Bananrepublik sitzen, die mit all ihren absurden Gesetzen, ihrer kafkaesken Bürokratie, ihrer vernagelten Kurzsichtigkeit und Ignoranz und ihrem bigotten Kleinkleinbürgertum einfach unerträglich geworden ist und aus der ich dennoch noch nicht fliehen kann.
Sollte ich eines Tages eine Dankesrede halten, zahle ich es Dir zurück, Deutschland! Ich werde sagen: "Dies alles hätte ich nie ohne meine Eltern geschafft, aber ohne Deutschland dafür 10 Jahre früher!"

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Abstimmen für Pharyngula!



oder auch:

hypno_pharyngula.jpg
Stimmt für Pharyngula!

Nachtrag vom 20.12.: Es hat geklappt, PZ hat gewonnen und Pharyngula ist bestes Science-Blog 2006!

Montag, Dezember 11, 2006

Es war SO klar....

und ich sagte in dräuender Vorahnung noch: ich glaube es erst, wenn.....! Es wäre zu schön, zu "undeutsch" gewesen, um wahr zu sein: der erste echte Schritt Richtung Normalität, Rauchverbot in Restaurants und Diskotheken per Gesetz, endlich Schutz eines der fundamentalsten Grundrechte. Ich hatte noch gar nicht richtig angefangen, mich zu freuen, als auch schon mit deutschgründlicher Präszision wieder der Todesstoß für das langersehnte Gesetz versetzt wurde, bezeichnet als "verfassungsrechtliche Bedenken, was die Zuständigkeit des Bundes angeht".
Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich bei dieser Ausrede schon wieder über die Politik, dieses feige, kriechende Gewürm kotzen muß!!! Was SOLL das? Ein Gesetz erst und als so ziemlich letztes europäisches Land vorschlagen, dann in der Koalition, zu einer halbherzigen Kompromisskonstruktion zusammengestutzt, bestätigen und es schließlich wegen fadenscheiniger blabla-Bedenken, auf die man vorher natürlich nicht gekommen ist, gleich wieder in die Tonne zu treten?! Scheiß auf die Länder! Scheiß auf diesen verfluchten Föderalismus, der nur Ärger und bürokratischen Horror einbringt. Jetzt hat die Tabaklobby 16 mal Gelegenheit, das Gesetz zu verhindern, aufzuweichen, zu pervertieren oder sonstwie ad absurdum zu führen, die Länder sind jetzt schon einig in Uneinigkeit und wie ich mein Glück und diese Tabakgangster in NRW kenne, werden wir hier auch in den nächsten 100 Jahren nicht vor der Pest von Zigarettenrauch geschützt werden. D. als Aschenbecher Europas!
Dabei ist natürlich die Zuständigkeit des Bundes noch nicht einmal fraglich. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages stellte nach seiner Anrufung klar,
daß es zumindest nach Art. 74 Nr.19, Art. 72 des Grundgesetzes Sache des Bundes ist ,Maßnahmen zur Vorbeugung gegen gemeingefährliche Krankheiten (Krebs) und über den Umgang mit Giften (Nikotin etc.)' zu treffen
wie hier nachzulesen ist. Es handelt sich bei dem Versuch, die Zuständigkeit des Bundes in Zweifel zu ziehen, um nichts anderes, als einen unlauteren, juristischen Winkelzug der Tabaklobby und deren Darmbewohner (auch bekannt als gut geschmierte Bundestagsabgeordnete). Wir werden also wieder einmal Zeuge der Versklavung eines ganzen Landes durch die verbrecherische Vereiniung von wenigen, die mit dem Geld der Idioten und Suchtkranken alle Normalen unter das Krebsjoch zwingen wollen, um sich selbst das Leben in rauchfreien Inselparadiesen zu finanzieren. Wie gehabt bleibt es bei der Mißachtung unserer Grundrechte, warum ändern, was funktioniert?
Das Zitat aus diesem Artikel ist ein gutes und trauriges Fazit:
Da wieder einmal juristische Scheingründe gegen zwingend notwendige Regeln vorgeschoben wurden, käme es besonders darauf an, dass unter der Unzahl von Juristen in öffentlicher Funktion mal Einige diese Machenschaften anprangerten. Aber das System scheint bereits “dicht” zu sein – oder es glaubt keiner mehr an ehrliche Politik.
Wenn "ehrliche Politik" nicht ohnehin ein Oxymoron wäre...

Ach, es ist einfach zum Heulen und kommt auf einen der drei oberen Plätze meiner "1000-Gute-Gründe-endlich-auszuwandern-Liste", noch vor die GEZ, aber hinter die Wissenschaftspolitik.

P.S.: Und was ist eigentlich mit Brüssel? Jetzt, da D. wieder zahlungsfähig ist, schaut man nicht mehr so genau hin, oder was? Wo bleibt denn die Peitsche?

Donnerstag, November 30, 2006

für Deutschland gar nicht mal so schlecht...

Dachte ich noch vor ein paar Monaten, daß man sich hier niemals besinnen und endlich die Normalen vor den Rauchern schützen würde, wegen des vielen guten Geldes der Tabakkonzerne und damit deren Milliardäre nicht weinen (und politisch Druck machen) müssen, muß ich heute einräumen, daß doch tatsächlich ein zweiter Schritt (nach dem ersten) gemacht wurde. Es wurde per Gesetz, nachdem die peinliche, ineffiziente und unaufrichtigte Rumeierei der Gastronomie als Interpretation deren freiwilliger Selbstauflage zum Schutz der Normalen unerträglich wurde, ein weitgehendes, komplettes Rauchverbot für alle öffentlichen Gebäude, Verkehrsmittel und - jetzt kommt's - Restaurants verfügt! Dies betrifft nicht - ganz konsequent zu sein ist dann wohl doch etwas zu viel verlangt - Nachtclubs, Bars und Kneipen, wohl aber, was besonders begrüßenswert ist, Discotheken.
Das hört sich zunächst sehr gut an und wäre ein großer und entschiedener Schritt in die richtige Richtung. Aber ich glaube es erst, wenn ich dereinst ein Restaurant verlassen und nicht nach Qualm stinken werde. Denn das Gesetz muß noch durch einige politische Instanzen, wo ich die Krebsmacherlobbyisten jetzt schon die Klinken wichsen sehe und hernach, wir sind ja in Deutschland, einig Verwaltungsland, besteht sicher noch die Möglichkeit, einstweilige Verfügungen, Widerspruchsanträge, Ausnahmegenehmigungen etc. anzustreben, die die Gesetzeswirkung wieder aufweichen oder negieren könnten. Ich hoffe, daß das ausbleibt, aber wie gesagt, ich glaube es erst, wenn....

Hier noch eine gute Nachricht aus der Wissenschaft: Rauchen läßt das Gehirn schrumpfen. Ist das nicht köstlich? Es ist, als würde die Natur sagen: wer sein Hirn so wenig benutzt, daß er freiwillig raucht, der benötigt offenbar nur die Sparversion seines Denkpuddings. Das nenne ich mal organische Sparsamkeit mit bestechender biologischer Logik ;-)
Und es geht weiter: Rauchen fördert zudem den Alkoholismus. "Biologische Interpretation": gegen Rauchen existiert ein starker Selektionsdruck. Um die Chance zu maximieren, Raucher möglichst wirksam aus dem Genpool zu tilgen, erhalten sie neben den anderen ca.1000 Krankheiten, auch noch Alkoholismus, da auf die wiederum hiermit verbundenen Leiden natürlich nicht verzichtet werden soll - vulgo: wenn es der Lungenkrebs nicht schafft, dann wenigstens die Zirrhose. Ironie des Schicksals.

Mittwoch, November 22, 2006

Hip-Hops ist großer Dreck!!!

ein ebenfalls schon älteres Traktat, welches jedoch ao aktuell ist, wie ehedem, denn Hiphops ist die Geißel der Menschheit!

"Wir sind die Coolsten wenn wir cruisen, wenn wir durch die City düsen." Diese sinnreich-pointierte, brillant gereimte, vielsagende und über die Ansprüche und Werte des, äh, Verfassers allzuviel preisgebende Textzeile vernahm ich unlängst, als ich bedauerlicherweise beim Umschalten die falsche Taste betätigte und zu MTV gelangte. Ich war zunächst wie gebannt, verharrte dann und sah mir an, was sich in diesem Video-Clip unfaßliches abspielte. Jetzt bin ich desillusioniert, entsetzt und vollkommen fassungslos!!!! Ist das wirklich wahr? Gibt es Menschen die derartiges schätzen oder gar ernstnehmen!?
Ich will versuchen, zu beschreiben, was dort geboten wurde: Einige Bübchen in einer Tracht, die zu tragen selbst die Hofnarren vergangener Zeiten, wütend und empört ob der in orbitale Höhen übertriebenen Groteskheit, die eine Lächerlichkeit gebiert, welche soweit jenseits von Gut, Böse und Karikierbarkeit rangiert, daß einem das Lachen im Halse gerinnt, abgelehnt hätten, hampelten und stolperten sich durch eine bizarre Landschaft, sich teilweise in einem Automobil bewegend. Überall standen unziemlich entkleidete Weibchen herum, zwecks Gesäß- und Sekundärgeschlechtsmerkmalschwenkungen zur Erhitzung der kruden und grobschlächtigen Gemüter der antizipierten Zuschauer (16, dürr, pickelig, pubertierend, gleichgeschaltet). Das ist im groben die Handlung des Clips; die Bübchen aber gaben sich nicht zufrieden damit, "herumzucruisen" und beim Versuch, cool zu sein, auf jammervollste Weise zu scheitern, bewahre !, es mußte auch noch dazu gelärmt werden: Vor dem Hintergrund eines traurig wummernden synthetischen Basses mit unvorstellbar öder und freilich variationsloser Rhythmik (hieße es nach der neuen Rechtschreibung jetzt eigentlich Rüttmick? Brrrrr....) und "Melodie" wurde im Wechsel völlig talentfrei sprechgesang-radebrecht, daß es eine Art hatte. Unablässig wurden dabei Inhalte wie der eingangs wiedergegebene vermittelt und dazu auf eine Weise gestikuliert, die vehement an die letzten Muskelfaszikulationen überfahrener Wirbeltiere gemahnte.
Bitte! Dies ist wahrhaftig nur eine objektive Beschreibung dessen, was ich sah und hörte und ich bin gerne bereit, mich von Wissenden belehren zu lassen, warum dies "cool" oder auf irgendeine massiv chiffrierte Weise gut sein sollte. Wenn sich tatsächlich jemand die Mühe macht, dann bitte ich auch um Aufklärung bezüglich der offenbar mit dieser Art von Unterhaltungsgeräusch assoziierten Tracht oder Gewandung unter dem Gesichtspunkt folgender Leitfragen:
- Warum ist es so streng verboten und verpönt, Kleidung der richtigen Größe zu tragen? Geschieht das aus Umsicht (in etwa, wie: Da wächst es noch rein, unser Bübchen! bzw. Wer weiß, vielleicht bekommt unser Bübchen ja bald Elefantiasis am ganzen Körper...) oder mit der festen Absicht, wie ein kaputter Clown, der beim Griff zur Brieftasche bis an die Achillessehne hinabgrefen muß, auszusehen?
- Aus welchem Grund muß diese Sack-Hose auch noch auf Halbmast getragen werden? Aus Sicherheitsgründen, weil die eigenen Lautäußerungen die Verdauung so sehr anregen? Oder handelt es sich dabei tatsächlich um eine an Plump- und Fadheit nicht mehr zu überbietende und nur noch mitleiderregende Absage ans Establishment?
- Warum muß die Schlagballmütze (die aus welchem Grund nochmal nahezu obligatorisch ist?) unbedingt falsch herum aufgesetzt werden?
- Warum wird nochmal in einigen ganz harten Fällen ein (!) Hosenbein dieser gigantischen Hosen hochgekrempelt? Weil es diesen Kreaturen einfach nicht reicht nur grenzdebil auszusehen?
- Wieso muß das Schuhwerk grundsätzlich so riesig sein, daß man selbst im Neuschnee nicht mehr damit einsinkt? Damit man selbst im massiv zugekifften Zustand nicht umfällt? Damit es egal ist, wie herum man es anzieht? Ich nehme an, in diesem Zusammenhang erklärt sich auch, weshalb diese Schuhe niemals zugebunden werden. Schleifen binden ist uncool, oder?
- Ist der typische schlurfend-motorisch-gestörte Gang eine Folge der übergroßen, offenen Dummer-August-Pantinen und der Elefantenhosen, deren Schritt ja auf Schienbeinhöhe hängt und sicher sehr beim "unchilligen" Gehen stört, oder wieder nur ein Gehabe, welches zutiefst ironischerweise, wie unerklärlicherweise cool wirken soll?
- Wie sind diese unerträglichen Füllwörter, Versatzstücke und Sprachmanierismen, wie "Yo!", "Ey, logen, Alta!", "Hau rein!", "Was geeeeeeeht'n?", "Ey, mein Flow klumpt, ey!" etc.pp. zu erklären? Oder sind sie nur Ausdruck des Niveaus des Sprechers, was sie ja bereits erklären würde.

Angesichts dessen, daß sich diese Hip-Hops-Geschöpfe offenbar epidemieartig verbreiten, bin ich sehr daran interessiert, mich weiterzubilden bzw. aufklären zu lassen, wie mit diesen im Falle einer hoffentlich vermeidbaren Begegnung zu verfahren sei. Soll man Ihnen Mut zusprechen, Ihnen sagen, daß das schon wieder weggehe? Soll man sie mit einem Stecken puffen und davonjagen? Soll man sie teern und federn und durch die Stadt tragen, damit richtige Menschen sie mit altem Kohl und Unrat bewerfen können?
Ich bin für Ratschläge dankbar...

Dienstag, November 21, 2006

Gehacktes um 21.13 Uhr

kann man jetzt endlich auch hier kaufen, denn NRW wird endlich normal, die Ladenschlußgesetze sind gefallen und hier bei uns kann man ab heute z.B. bis 22 Uhr Lebensmittel kaufen!
Endlich! Ich hoffe, daß möglichst viele Geschäfte ihre Öffnungszeiten anpassen und daß wir uns möglichst weit von den Öffnungszeiten meiner Jugend: Mo-Fr 8-13, 15-18.30 Uhr; Sa 9-12 Uhr (unglaublich im Nachhinein, oder?) entfernen. Leider macht man vor dem Sonntag noch geniert halt, damit der dicke Pastor nicht weinen muß. Doch auch das geht hoffentlich noch vorüber...

Fazit: Schon wieder ein Schritt in Richtung Moderne. Wenn das so weiter geht mit dem schwerfälligen ollen "D", dann läuft es noch Gefahr seinen trashigen, staubig-altmodischen 19.Jhdt- Charme zu verlieren! Wenn man jetzt noch das Rauchen verbieten würde....zu schön um wahr zu sein....

Mittwoch, November 15, 2006

Wenn einer auf ein Päckchen harrt,

dann kann er was erleben! Was ich im folgenden schildern werde, dies nur vorweg, ist alles wahr, keine Satire, keine Groteske nur die bittere, ungeschminkte Wahrheit des täglichen Irrsinns in diesem angeblichen Hochtechnologieland mit seiner angeblich hochleistungsfähigen Logistik:

Ausgangssituation: ich habe vor gerauuuuumer Zeit eine Sammelbestellung für über 100€ bei einem Versandhandel in Auftrag gegeben. Dieser hat etwas gebraucht, um das Paket loszuschicken (gut, das sind Schwaben, was will man machen?), doch schließlich ging es irgendwann raus, begleitet von einer e-mail, die mich informierte, daß dem so sei. Ich wartete (gut geübt darin als Opfer/Kunde der Bahn). Es dauerte. Tagelang. Schließlich verlor ich die Geduld und beschloss, den Versandhandel anzurufen, um zu erfahren, warum das Paket noch nicht da sei. Ich warf noch einen Blick auf die e-mail, entdeckte eine Paket-ID und gab diese stattdessen im Internet bei Track&Trace (neudeutsch für "Sendung verfolgen") auf der Internetseite der Drogensüchtigen Hilfsschul-Logistiker (abgekürzt DHL) ein. Dort las ich zu meiner gleichzeitigen Verärgerung, Verblüffung und Überraschung, daß das Paket ausgeliefert sei, allerdings nicht an mich, sondern an "Filiale/Agentur" und ich sei benachrichtigt worden. Selbstverständlich hatte ich keine Nachricht erhalten, woher denn? Ich ging wütend zur Filiale der permanent orientierungslosen Spasti-Truppe (abgekürzt Post) um die Ecke und stand dort gepflegte 20 Minuten in der Schlange! Als ich dran kam, sprach ich bei einer üblen, richtig schäbbigen, verlebten Vogelscheuche von Post-Blinze, die in etwa den Charme von ranziger Tütensuppe versprühte, vor. Diese lahme und völlig unfähige Kreatur schlich auf ihren zu kurzen, krummen Beinen ins Lager, um nach geraumer Zeit zurückzukehren und aus ihrer teigigen Visage fallen zu lassen, daß nichts für mich da sei. Auf meine Frage, wie denn jetzt vorzugehen sei - ich hatte ihr die Hintergründe dargelegt - kam ein desinteressiertes "was weiß ich? Bin ich nich für zuständig...". Diesmal wutschnaubend verließ ich den Scheißladen, stürmte nach Hause und rief bei DHL an. Dort wurde ich als erstes gefragt, ob denn mein Briefkasten überhaupt zugänglich sei. Ist das zu fassen? Nein, natürlich nicht! Ich habe ihn mit Blei ausgegossen, weil es so unfaßbar geil ist, keine Post bekommen zu können! Ich sagte jedoch, daß, ja!, er zugänglich sei, worauf hin der Mensch gewichtig sinnierte: "Tja! Dann hat der Kollege Sie wohl tatsächlich nicht benachrichtigt! Das ist nicht gut!" ACH WATT?!?!? "Aber dann muß das Paket in der Filiale liegen!" Ich wiederholte, daß dem nicht so sei und wollte, kurz vor einem Schlaganfall stehend, wissen, wo verdammt noch mal das bereits bezahlte Paket sei! "Ja, das kann man nicht sagen." Ich: WIE BITTE??!? Typ:"Ja, das weiß nur der Kollege, der das Paket abgegeben hat! Geben Sie mir doch mal eine Nummer, unter der man Sie erreichen kann, dann ruft der Kollege Sie an und sagt Ihnen, wo das Paket ist!" Wie in Trance stammelte ich die Nummer hervor und fragte noch, wann denn mit einer Nachricht zu rechnen sei. Darauf ein "Tjaha, heute wird das nix mehr" (es war Freitag) "vielleicht morgen, eher Montag!". Da saß ich also, wartend auf den Anruf eines Heroinjunkies, der offenbar teilzeit als Zustellsklave seinen Stoff verdient und zwischen zwei Schüssen auch schon mal vergißt, Benachrichtigungen auszustellen oder Pakete bei der nächsten Post abzugeben. Wahrscheinlich ist der vor unserer Tür zusammengebrochen, hat vergessen wo und wer er ist und ist dann nachdem er wieder wach war mit dem "komischen" unbekannten Paket (ich nehme an, daß Lesenkönnen bei DHL kein Einstellungskriterium ist) einfach geradeaus gelaufen, bis die nächste Post an ihm vorbeikam, wo er es dann reingeschmissen und vergessen hat. So meine Theorie zu diesem Zeitpunkt. Ich wartete also. Es wurde Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag - kein Anruf. Aha, goldener Schuß, dachte ich. Ich rief wieder DHL an, berichtete, und hörte, daß nun der Absender einen Nachforschungsantrag stellen müsse und machte mich schon auf monatelange weitere Wartezeit gefaßt. Ich rief den Absender an, berichtete und dieser versprach, zu recherchieren. Er rief zurück und sagte, ich solle doch nochmal beim Postamt vorbeigehen und fragen, ob das Paket nicht vielleicht doch da sei und den Tag nennen, an dem es angeblich abgegeben worden sei, dies hätte der Kundendienst der Post empfohlen (die Filialen selbst sind natürlich per Telefon nicht zu erreichen - eine Richtlinie der Post verbietet kundenfreundlichen Service). Ansonsten wolle er, der Absender, warten, bis das Paket nach soundsolanger Liegezeit automatisch zurückgesendet würde und es mir dann nocheinmal zuschicken. Gut, einerseits war der Junkie, der mich beim letzten Mal nicht benachrichtigt hatte, ja tot, andererseits stellen die wahrscheinlich dann einfach den nächsten ein, ich bereitete mich also auf weitere Wochen des Wartens und der Vertröstungen vor, ging aber dennoch auf dem Heimweg bei der Post vorbei, wartete die übliche Viertelstunde, vermied es absichtlich, mich von der teigigen Inkompetenz bedienen zu lassen und geriet stattdessen an einen anderen Post-Honk. Ich sagte mein mittlerweile gut geübtes Sprüchlein auf, der nickte, verschwand im Lager und..... und......? ...kam 10 Sekunden später mit meinem Paket zurück, das ich nun, mit etwa 1,5 Wochen Verspätung entgegennahm. Ich war so perplex, daß ich erst draußen wütend wurde. Da war dieses armselige Tränentier von Post-Zusche doch beim ersten Mal, als ich mein Leben umsonst in der Schlange vergeudet hatte, glatt an dem Paket für mich vorbeigeschlufft, wahrscheinlich mehrfach! Es ist nicht zu fassen!!!! Und ich machte mir klar machte, daß hier die Inkompetenz von Post und DHL wie gut geölte kleine Zahnräder ineinandergegriffen und den Begriff, ja, jede Vorstellung von effizienter Logistik vollständig und jenseits der Rehabilitierbarkeit ad absurdum geführt hatten.
Selbst im Wilden Westen (den ziehe ich auch gerne beim Bahn-Dissen heran) wurde Post zuverlässiger und kundenfreundlicher ausgeliefert. Ich hingegen hatte für das Versagen der "modernen" Post mit endloser Warterei, zahllosen Wutanfällen, nennenswerten Telefonkosten, überflüssiger Rennerei und wahrscheinlich 5 Jahren meines Lebens, die ich unnatürlich gealtert bin, teuer bezahlt!

Fazit: ich hätte die bestellten CDs lieber beim überteuerten Saturn gekauft (18 verdammte € für eine CD!!!!), denn die 4€, die ich durch den Versandhandel gespart habe, werden nicht ausreichen, um die Blutdruck- und Magengeschwürpillen zu bezahlen, die ich bald brauchen werde.

Wieder ein Armutszeugnis für dieses an Armutszeugnissen nicht arme Land!
Ich kotze!



Freitag, November 10, 2006

Nicht mehr werben für das Sterben

durch Rauchen darf man ab demnächst in Deutschland, einig Raucherland. Einen kleinen Schritt in Richtung Normalität bringt das gerade erlassene Verbot für Tabakreklame in Zeitschriften, Zeitungen, im Internet und bei Sportveranstaltungen mit Fernsehübertragung. Natürlich gibt es im Raucherlobby-Paradies Deutschland schon gegen diesen kleinen und nebenbei überfälligen und auch noch bis zum letzten Moment hinausgezögerten Schritt weinerliche Proteste und zudem müssen wir dennoch weiterhin die quadratmetergroßen Raucherfressen (inkl. Marlboro-Kuhhirten) auf Plakaten und Kinoleinwänden ertragen, für die das Werbeverbot nicht gilt.
Das Verbot ist im übrigen keineswegs eine Entscheidung aus Überzeugung, sondern erging ausschließlich aus Angst vor der verdienten Strafe aus Brüssel für die Nichtumsetzung einer Richtlinie. Man hatte sogar vor dem EuGH geklagt, mit dem scheinheiligen Argument, daß die EU für dieses Verbot nicht zuständig und daher nicht berechtigt sei, seine Durchsetzung zu erzwingen. Weil aber eine Abweisung der Klage sehr wahrscheinlich ist und noch längeres Aufschieben der Umsetzung die Gefahr eines satten Arschtritts aus Brüssel barg, gab man sich also maulend, klagend und beleidigt geschlagen und hat das Verbot nun erlassen.
Dabei ist dieses Verbot nur ein Fliegenschiß und verglichen mit anderen Ländern und deren konsequenten Gesetzen gegen Rauchen, die wirklich am Schutz der Normalen vor den Rauchern interessiert sind, wirkt es und vor allem die Intensität, mit der man es zunächst bekämpft hat, wie bitterer Hohn gegen die Normalen, die Verbot hin oder her, jeden Tag nach wie vor von den Rauchern verpestet und vergiftet werden dürfen.
Aufrichtig wäre die Politik, wenn sie weiterhin die EU-Richtlinie ignorieren und sich die fälligen Geldstrafen aus den Portokassen der Zigarettenlobby erstatten lassen würde, die das sicher von Herzen gern und ohne mit der Wimper zu zucken täte. Dann wäre endlich offiziell, was ohnehin schon offensichtlich ist: die deutsche Politik als willfähriger, kriechender Kettenhund der Tabaklobby, die auf die Gesundheit und die Rechte der Normalen einen dicken Haufen scheißt!

Donnerstag, November 09, 2006

Das Ende vom Hoff...

Mit diesem Post muß ich meine kleine "Neues vom Hoff"-Rubrik, die noch gar nicht so lange existiert, auch schon wieder beenden, denn mittlerweile übersteigen die Hoffschen Aktivitäten in ihrer Bizarrerie und Peinlichkeit alle darauf aufbauende Satire, so daß diese einfach gegenstandslos weil zur schlichten Nacherzählung reduziert würde...
Erstmal aber noch etwas heiteres: der Hoff sucht ja verzweifelt nach jemandem, der den Sohn von Michael Knight im neuen Knight Rider Film spielen muß und nachdem Herr Bloom unfaßbarerweise dankend ablehnte, sprach der Hoff den bekloppten Sohn von Ozzy Osbourne an. Dieser hübsche Junge hier soll also Knights Sohn spielen (zugegeben, die Frisur und der Gesichtsausdruck kommen schon hin). Warum auch nicht? Dann heißt es im Vorspann: "Er kommt! Ein alter Mann, sein schwules Auto und sein häßlicher Dödel-Sohn. Zusammen kämpfen sie gegen Zuschauerzahlen und den guten Geschmack!" Wie auch immer, ich werde im Kino sitzen!

Anlaß zur Entscheidung jedoch, den Hoff hier dicht zu machen (als hieße das nicht, Eulen nach Athen usf.) sind natürlich wieder unfaßbare Neuigkeiten: Es deutete sich ja bereits an, daß seine Ehescheidung doch nicht ganz so glatt über die Bühne gehen würde, doch was wir nun erfahren dürfen, ist ganz trauriges Kino: Der Hoff hat im Suff nicht nur seine Ex-Olle, der er als Beweis seiner ehelichen Untreue auch noch einen Herpes verpasste, ab und zu als Sandsack mißbraucht, sondern auch seine Töchter angefummelt und beschimpft und sich dann gelegentlich nach getaner Arbeit gepflegt die Hosen vollgeballert! Diese Vorstellung brach mir das Herz, der Held meiner Jugend liegt voll wie tausend Russen zu Füßen von gehörnter Frau (mit gebrochener Nase) und weinenden Töchtern in seinem eigenen Unrat! Da macht das Spotten einfach keinen Spaß mehr...

Wer sich in Zukunft selbst über die Heldentaten des Hoff informieren möchte, klicke bitte hier:

8.5.2007:
Ein unfassbar trauriger, aber notwendiger Nachtrag, der die obigen Schilderungen in einem Video, das Hoffs eigene Tochter gedreht hat, dokumentiert. Die Grenze zwischen witzig und tragisch wird leider völlig verwischt....

Mittwoch, November 08, 2006

Eine rechte Schande!

Eine neue Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung hat mich ziemlich schockiert! Sie zeigte, daß rechtsradikale Einstellungen und Auffassungen längst nicht mehr "rechtsextrem", also einem dünnen Meinungsrand vorbehalten, sondern "in der Mitte angekommen"sind, "in allen Schichten, in allen Bundesländern, in allen Generationen und bei den Wählern aller Parteien."
So traten bei der Befragung von 5000 Deutschen unerträgliche Einstellungen zutage und Abgründe taten sich auf:
"Eigentlich sind die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen", lautete etwa eine These - für 14,8 Prozent der Deutschen konsensfähig.
"Ohne Judenvernichtung würde man Hitler heute als großen Staatsmann ansehen", diesen Satz würden 11,2 Prozent unterschreiben

"Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten", verharmlosen immerhin 11 Prozent das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.
Ein Führer, der Deutschland mit starker Hand regiert? Das halten rund 15 Prozent für eine gute Idee. Und gleich 26 Prozent sehnen sich in diesen Zeiten nach einer einzigen Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert.
Was soll man dazu sagen? Es ist einfach nur erbärmlich, beschämend und furchteinflößend! Und daß mir bei den Wessis jetzt keine Häme aufkommt über den braunen Osten, denn im Osten ist man zwar mißtrauischer gegenüber Ausländern aber im Westen "pflegt" man dafür umso intensiver den altbekannten Antisemitismus:
Für 15,8 Prozent der Westdeutschen arbeiten Juden "mehr als andere Menschen mit üblen Tricks, um das zu erreichen, was sie wollen", was wiederum nur knapp 6 Prozent der Ostdeutschen meinen.
Man muß sich doch fragen, wie sowas zustande kommen kann! Ist das ein Versagen des Geschichtsunterrichtes oder nur des Verstandes, eine allgemeine Ignoranz durch Wurschtigkeit oder sind die aktuellen, drängenden Probleme dieser Leute tatsächlich so überwältigend, daß es einfach einen Sündenbock geben muß, der an alledem die Schuld trägt? Hängt dieses Ergebnis vielleicht mit der aktuellen "Neue-Unterschicht"-Debatte zusammen? Gibt es wirklich den umgekehrt proportionalen Zusammenhang zwischen sozialer "Stufe" und Neigung zu antidemokratischen Tendenzen? Und wen wählen diese Leute? Meinen Sie ihre Äußerungen ernst oder zeigt sich ein Effekt ähnlich den Sonntagsumfragen, bei denen oft Angaben gemacht werden, um eine Schockwirkung zu erzielen und die nicht notwendigerweise der echten eigenen politischen Auffassung entspricht?
Auf die Frage, was zu tun sei, wird vorgeschlagen, am Beginn der Entwicklung, der Manifestation der Ausländerfeindlichkeit schon bei Schülern und Jugendlichen anzusetzen. Das ist im Prinzip eine gute Idee. Leider jedoch wird einem, mich eingeschlossen, das Anfangen mit der "Einstiegsdroge Ausländerfeindlichkeit" oft dadurch erleichtert, daß man sich dank eines reichen Fundus an negativen Beispielen für Begegnungen mit Ausländern, mit einer solchen Einstellung im Recht wähnt. Denn natürlich verbessern pöbelnde, sich absolut asozial, unverschämt, dummdreist und rüpelhaft betragende ausländische Jugendliche, die auch gerne mal prügeln, stehlen und andere "abziehen"und ihre von den Vätern übernommenen "Pascha"-Allüren stolz vor sich her tragen, nicht gerade das Bild, das man von Ausländern in Deutschland gewinnen kann, doch rechtfertigen diese Kreaturen keine verallgemeinerte Xenophobie, die sich in Ausländerfeindlichkeit kanalisieren läßt, noch ist dieses Verhalten zumeist allein auf den Ausländerstatus, sondern auch auf nicht erfolgte bzw. unzureichende Integration und dadurch bedingten Frust zurückzuführen.
Ich selbst bin z.B. der Meinung, daß straffällig gewordene Ausländer sofort und ohne Federlesen des Landes verwiesen gehören und mit einer langen Einreisesperre belegt werden sollten und zwar eben nicht, weil sie Ausländer, sondern weil sie Verbrecher sind. Einen Gast, der sich nicht benimmt, setzt man vor die Tür!
Andererseits hat jederman angepasste und integrierte Ausländer und Deutsche ausländischer Herkunft mit vollem und gleichem Respekt zu behandeln und ihm jedes Recht zuzugestehen, das auch "deutschstämmigen" Deutschen zukommt. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Genauso selbstverständlich, sollte der Wille aller Ausländer, die in Deutschland leben wollen, sein, sich zu integrieren und im Zuge dessen gut Deutsch zu lernen und sich den (noch) demokratischen Prinzipien hierzulande zu 100% zu verpflichten. Bei diesen Bemühungen muß der Staat ihnen natürlich entgegenkommen und zwar aufrichtig und nicht mit der derzeitigen Halbherzigkeit. Wenn Deutschland ein Einwanderungsland ist, sein soll und sein will, dann muß es denen, die kommen und bleiben wollen, die Hand reichen, wie jene diese Hand ergreifen wollen müssen. Für entsprechende politische Weichenstellung können vor allem Ausländer sorgen, die sich dank gelungener Integration in der deutschen Politik betätigen können. Aber auch daran, die "Einstiegsdroge" weniger leicht erhältlich zu machen, können und sollten auch Ausländer mitarbeiten, indem sie den Zusammenhalt untereinander als weniger wichtig anzusehen beginnen, als die Notwendigkeit zum ehrlichen Integrationswillen, den man nicht zeigt, indem man dem Gastgeber oder gar dem Landsmann ins Gesicht schlägt. Wie entwaffnend wäre es, wenn der z.B. türkische Jugendliche, der einen in der Bahn anpöbelt, von seinen eigenen Landsleuten angesprochen würde und Einhalt geboten bekäme?