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Dienstag, Juli 01, 2008

Endlich! Endlich! Endlich!

ENDLICH wird ab heute auch das rückständigste Bundesland NRW weiter in Richtung Zivilisation gezwungen: Rauchen ist nun in Gaststätten etc. nicht nur verboten (das ist es schon seit dem 1.1.) , sondern wird nun endlich auch bestraft.
Es war ein unendlich langer Weg bis zu dieser eigentlichen Selbstverständlichkeit und man ist ihn quälend langsam entlanggekrochen. Die Lobbyisten haben alles getan, um es zu verhindern, es wurde geklagt, manipuliert, geheult und mit den Zähnen geknirscht doch nun ist es geschafft.
Die angerufenen Gerichte haben nun die verdammte Pflicht, den ganz Hartleibigen zu erläutern, daß es durchaus mit der Verfassung zu vereinbaren ist, daß die Bürger vor hochtoxischen Abgasen von Suchtkranken zu schützen sind und dann kann endlich die seit der Erfindung des Rauchens verlorene Normalität für Normale einkehren.
Und eines gelobe ich: ich werde diese Normalität mit Zähnen und Klauen verteidigen! Ich werde ab heute keinen Raucher in meiner Nähe dulden, wo dies verboten ist. Da gibt es kein Einsehen und keine Toleranz, kein Diskutieren und kein Lamentieren. Wenn der Wirt es nicht von sich aus unterbindet, kommt eben das Ordnungsamt!

Vielleicht gehe ich am Wochenende mal in eine Cocktailbar... mal sehen, wie es da so ist, wenn man nicht verpestet wird...

Donnerstag, März 27, 2008

Es war SO klar!

Und ich habe die ganze Zeit geahnt und gefürchtet, daß es passieren würde: die Normalen in NRW, dem Raucherparadies, sind noch nicht mal in den Genuss des Rauchverbotes gekommen, da wird es überall schon wieder eingeschränkt, verstümmelt, aufgeweicht und relativiert.

Bayern: Rauchen in Bierzelten wieder erlaubt.

Rheinland-Pfalz: Rauchverbot für Einraumkneipen aufgehoben.

Sachsen: Rauchverbot für Einraumkneipen aufgehoben.

Besonders schön in diesem Zusammenhang:

In einem am Dienstag veröffentlichten Offenen Brief des Deutschen Krebsforschungszentrums an Staatsregierung und Landtag heißt es: "Die höchste Konzentration von krebserzeugenden und Erbgut verändernden Schadstoffen in der Atemluft wurde in Einraumkneipen und Diskotheken gemessen."

Und das ist garantiert erst der Anfang!

Ich ziehe wirklich meinen Hut vor dieser Lobby! Nicht auszudenken, wie dieses Land aussehen könnte, wenn diese Leute für gute und nützliche Projekte arbeiten würden und umso schlimmer, daß sie ihre Fähigkeiten in den Dienst der Tötung von Menschen stellen.

Hier eine Herausforderung an die Tabaklobby: schafft Ihr es, das Rauchverbot für NRW so zu zerpflücken, daß es wirkungslos ist, noch bevor es überhaupt in Kraft tritt?

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Ergänzung (9.4.2008): Folgende Meldung machte die Runde: Selbstmord wegen Rauchverbot: Wirt erhängt sich! Was soll man dazu noch sagen? Ist natürlich einerseits tragisch für die Hinterbliebenen und auch an sich. Aber wie krank ist es, sich das Leben zu nehmen, weil man in seiner Wirtschaft nicht mehr gestatten darf, daß Suchtkranke Normale mit ihren Abgasen vergiften?! Zudem wäre ja immer noch die Erklärung zum Raucherclub, die Abteilung eines Raucherraums oder eine ähnliche Ausnahmeregelung in diesem an Ausnahmeregelungen nicht armen Land möglich gewesen. Und dann das ganze schön symbolträchtig in einem Abschiedsbrief der Politik vorwerfen... Mann, das nenne ich mal einen sinnlosen Tod!

Mittwoch, Dezember 12, 2007

Ach, Bayern! Du hast es gut!

Du wirst demnächst fast so etwas wie Zivilisation erfahren, wohingegen wir Normalen in NRW weiterhin unter dem Joch geschmierter Lobbyköter (auch Politiker genannt) darben und unsere Atemluft vom Krebsgift der Raucher verpesten lassen müssen.
Bayern bekommt das strengste Normalenschutzgesetz: ab 1.1.08 (und nicht wie bei uns in N-Rauch-W, wo es mal wieder ein halbes Jahr verschoben wurde!) darf ab Neujahr in Gaststätten des Freistaats, in Bierzelten und öffentlichen Gebäuden nicht mehr geraucht werden! SO muß das sein! Keine Ausnahmen, keine Schleichwege, keine Tricks: die Normalen müssen grundsätzlich und selbstverständlich vor der Dummheit und dem Abgas der Raucher geschützt sein. Zur vollständigen Gerechtigkeit fehlt in Bayern nun noch die Abwälzung der durch Rauchen verursachten Krankheitskosten zu 100% auf die Raucher (eigentlich auch eine Selbstverständlichkeit), sowie die Anerkennung von Rauchen in der Nähe von Normalen als Körperverletzung, was uns Notwehr gegen Raucher gestatten würde.
Das wäre zu normal, um wahr zu sein...


Montag, Januar 15, 2007

Das ist in Deutschland so (B)Rauch!

Eine großartige Glosse zum Thema Raucherrenitenz findet man heuer im Spiegel.

Titel: "Streitthema Rauchen: Genießt die Revolte in vollen Zügen!"

Der Text ist deshalb so gut, weil er so wahr ist und weil man sich allein schon beim dem Gedanken, eine Kneipe, wie sie dort beschrieben wird, betreten zu müssen, ekelt und waschen möchte. Wenn man sich dazu dann noch diese grauen, schmierbäuchigen, fetthaarigen Muff-Quarzer, ein urinfahles, rauchgefiltertes, durch fast blinde Butzenglasscheiben oder aber aus einer nikotingelben 10 Watt-Birne sich quälendes Licht vorstellt, gepaart mit der Geruchssymphonie des Grauens aus kaltem, abgestandenem und frischem Rauch, Urinstein, den Pissrinnenwürfeln und ranzigem Altmännerschweiß, dann ist das verdammt noch mal schlimmer als jeder Horrorfilm....


Freitag, November 10, 2006

Nicht mehr werben für das Sterben

durch Rauchen darf man ab demnächst in Deutschland, einig Raucherland. Einen kleinen Schritt in Richtung Normalität bringt das gerade erlassene Verbot für Tabakreklame in Zeitschriften, Zeitungen, im Internet und bei Sportveranstaltungen mit Fernsehübertragung. Natürlich gibt es im Raucherlobby-Paradies Deutschland schon gegen diesen kleinen und nebenbei überfälligen und auch noch bis zum letzten Moment hinausgezögerten Schritt weinerliche Proteste und zudem müssen wir dennoch weiterhin die quadratmetergroßen Raucherfressen (inkl. Marlboro-Kuhhirten) auf Plakaten und Kinoleinwänden ertragen, für die das Werbeverbot nicht gilt.
Das Verbot ist im übrigen keineswegs eine Entscheidung aus Überzeugung, sondern erging ausschließlich aus Angst vor der verdienten Strafe aus Brüssel für die Nichtumsetzung einer Richtlinie. Man hatte sogar vor dem EuGH geklagt, mit dem scheinheiligen Argument, daß die EU für dieses Verbot nicht zuständig und daher nicht berechtigt sei, seine Durchsetzung zu erzwingen. Weil aber eine Abweisung der Klage sehr wahrscheinlich ist und noch längeres Aufschieben der Umsetzung die Gefahr eines satten Arschtritts aus Brüssel barg, gab man sich also maulend, klagend und beleidigt geschlagen und hat das Verbot nun erlassen.
Dabei ist dieses Verbot nur ein Fliegenschiß und verglichen mit anderen Ländern und deren konsequenten Gesetzen gegen Rauchen, die wirklich am Schutz der Normalen vor den Rauchern interessiert sind, wirkt es und vor allem die Intensität, mit der man es zunächst bekämpft hat, wie bitterer Hohn gegen die Normalen, die Verbot hin oder her, jeden Tag nach wie vor von den Rauchern verpestet und vergiftet werden dürfen.
Aufrichtig wäre die Politik, wenn sie weiterhin die EU-Richtlinie ignorieren und sich die fälligen Geldstrafen aus den Portokassen der Zigarettenlobby erstatten lassen würde, die das sicher von Herzen gern und ohne mit der Wimper zu zucken täte. Dann wäre endlich offiziell, was ohnehin schon offensichtlich ist: die deutsche Politik als willfähriger, kriechender Kettenhund der Tabaklobby, die auf die Gesundheit und die Rechte der Normalen einen dicken Haufen scheißt!