Unzeitgemäße Betrachtungen - Subjektives und Polemik - Kritik und Sarkasmus - Toben und Schreien - Weltbashing!: sollte von NIEMANDEM gelesen werden!
Samstag, Februar 24, 2007
Respekt, Herr Beck!
Aber gewöhnen Sie sich nicht dran, denn ansonsten kann man mit Ihrem Laden wirklich nichts anfangen!
Ich kann nicht mehr! Ich will auch nicht mehr! Mir reicht es hier!
Gerade lese ich, daß sich die "Länder" tatsächlich zu einer gemeinsamen Lösung entschieden haben: die Normalen sollen endlich vor den Rauchern geschützt werden, und ja! auch in Gaststätten. Ich hatte schon zur Becker-Faust und gleichzeitiger Becker-Säge angesetzt, der Jubel bahnte sich schon den Weg von der Stimmritze in die Welt, als er von einem Schwall Galle abrupt niedergebügelt und zunichte gemacht wurde, denn ich lese weiter und erfahre, daß zwei Bundesländer sich eine Ausnahme genehmigen. Niedersachsen und? Na? SELBSTVERSTÄNDLICH Nordrhein-Westfalen!!! Diese Länder ermöglichen es den Gastwirten, ihre Betriebe als Raucherlokale zu erklären. Es ist natürlich vollkommen und ohne jeden Zweifel klar, daß jeder Gastwirt in NRW seinen Schuppen ohne auch nur eine Sekunde zu zögern zum Raucherlokal erklären wird uns sich ABSOLUT GAR NICHTS für uns ändern wird. Was für eine Farce, was für eine Frechheit!!! Genau das, was vermieden werden sollte, ist eingetreten: unterschiedliche Normalen-Schutzgesetze für die Länder. Ich bin überzeugt, daß diese faulen Stellen von den Lobbyisten sofort genutzt werden, um die Gesetze in den anderen Ländern ebenfalls zu attackieren, hintertreiben und auszuhöhlen, bis es überall soviele Ausnahmeregelungen, Sondergenehmigungen und Zugeständnisse gibt, daß die gesamte Anstrengung vollständig ad absurdum geführt sein wird. Aber das wundert mich kein Stück. Ich habe die deutschen Politiker-Parodien, Taugenichtse und Eidbrecher ("Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden" Pah!) schon längst abgeschrieben und erwarte nichts mehr von ihnen. Meine einzige Hoffnung ist und bleibt daher, daß eines fernen Tages der Hammer der EU auf dieses verrottete Land niedergeht und den fauligen Klumpen zu Matsche schlägt. Das Bußgeld kann gar nicht hoch genug sein.
Ich schäme mich für dieses Land und ich schäme mich für die, die vorgeben und sich fürstlich selbst dafür bezahlen, im Auftrage seiner Bürger zu handeln. Bah!
Donnerstag, Februar 22, 2007
Bevor ich's vergesse
(nicht, daß ich damit die Existenz eines solchen anerkennen würde! Es geht ums Prinzip!)
Wie hier erklärt wird, ist das aber die einzige Möglichkeit, nach dem Tod von den ganzen Jesus-Spinnern in Ruhe gelassen zu werden. Denn in diesem lustigen, alten Märchenschinken heißt es bei Markus 3:29 "Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften."
Ich hoffe, die halten sich dran!
Gerne kann hier in den Kommentaren auch von Euch entsagt werden.
Sieg in Russland
Gemessen am Duckmäusertum der russischen Öffentlichkeit vor der "kirchlichen Autorität" hätte ich gedacht, daß man dem armen, geschändeten Mägdelein recht gibt und im ganzen Land der verfluchte Darwin aus den Klassenräumen gejagt wird. Aber au contraire:
"Der Lehrplan in Biologie beruhe auf der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie, die im Gegensatz zum Kreationismus wissenschaftlich bewiesen sei!"Hört, hört! Und danke, Russland!
Mittwoch, Februar 21, 2007
Na das ist ja mal was ganz Neues!
Zum Glück handelt es sich bei dem offenbar gerade erst entdeckten Phänomen nicht um etwas (Rauchen) was schon seit Jahrzehnten in solchen Räumen (Discotheken) auftritt, oder etwa doch?!? Huch! Ja tatsächlich, wieso ist da bloß noch niemand (außer eben den Tausenden von Normalen und Nichtlobbyisten) drauf gekommen?!?!
Das macht einen doch fassungslos. Nachdem eine Studie des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit "ergeben" hat, daß der Rauch in Discotheken möglicherweise gesundheitsschädlich für dort Arbeitende sein könnte, tut man jetzt so, als wäre das nicht schon ewig bekannt und denkt nun erstmals über mögliche Schutzmaßnahmen nach, nachdem nun auffiel, daß derartige Giftkonzentrationen an anderen Arbeitsplätzen zum Tragen von Ganzkörperschutzkleidung und Gasmasken verpflichten würde.
Nicht, daß ich etwas gegen diese Erkenntnis und erst recht davon abgeleitete Schutzmaßnahmen für diese armen Menschen hätte. Mich macht aber diese abartige Heuchelei krank, dieses So-tun, als habe besagte Studie irgendetwas Neues erbracht, das man vorher keinesfalls hätte ahnen können - und damit natürlich die Tatsache, daß deshalb vorher auch noch nie etwas getan wurde.
Wenn ich morgen eine Studie vorlege, die zeigt, daß es ein Phänomen gibt, daß Dinge Richtung Erde zieht und es - ganz revolutionär - "Schwerkraft" nennen würde, dann würde ich doch auch ausgelacht!
Daher hier nun offiziell, einfach und "unwissenschaftlich", sogar für Politiker verständlich ausgedrückt noch einmal das Ergebnis so ziemlich jeder Studie über das Rauchen zusammengefasst: Rauchen ist scheiße und macht (aktive und passive Raucher) krank und/oder tot.
Bitte ab jetzt, was Rauchen angeht, keine sinnlosen Studien mehr, keine Ausreden, Abwiegelungen und Ausweichmaneuver. Bitte nur noch Taten: Gesetze, Verbote und harte Strafen!
Dienstag, Februar 06, 2007
Nebenbei bemerkt: Ausgewhimpte Metalbands
Diesem Post liegt ein trauriges, aber offenbar häufiger werdendes
Phänomen zugrunde: das Auswhimpen von Metalbands. Unter "Auswhimpen"
verstehe ich die Hinwendung zum Kommerz und zu Massentauglichkeit und
Gefälligkeit, erreicht durch Vermindern der musikalischen Härte, sehr
oft vermittelt durch Weglassen von Growling und/oder Screaming, sowie
Drosselung des Tempos. Es ist immer ein kleiner Stich für das Gemüt, wenn man Bands, die man früher und/oder lange geschätzt hat, sich selbst und die alten Fans verraten und soft werden.
Und hier nun die (bei Bedarf aktualisierte - Vorschläge sind erbeten) Liste ausgewhimpter Bands. In der Klammer steht das letzte gute Album.
- Metallica (Black Album)
- Theatre of Tragedy (Velvet Darkness they fear)
- Paradise Lost (Draconian Times)
- Amorphis (hatten eine schwache Phase, nach Tuonela, haben sich aber wieder gebessert)
- Tiamat (Wildhoney)
- Moonspell (hatten nach Irreligious eine üble Phase, sind aber seit Antidote wieder cool)
Aktuelle Kandidaten:
- Kittie (Oracle; haben sich total verändert; ist eine schlechte, angepassteGirlrockkapelle mit nervig-schlechtem Plärrgesang geworden)
- Tristania (Ashes): was für ein gewaltiger Abfall vom sehr starken Ashes!
- Die Apokalyptischen Reiter (All you need is love; die Jungs sind leider so stark ins Freakig-Alberne abgedriftet, daß es einfach keinen Bock mehr macht, sich diese Scheiße anzuhören)
- Seit ich gestern die neue Platte von Within Temptation gehört habe, zähle ich diese Band auch dazu. Es ist nichts mehr übrig von den grandiosen Qualitäten von "Enter" und "Mother Earth" und selbst der bereits schwächelnden "Silent Force". WT sind nun nichts weiter als eine beliebige, Rock/Pop-Gruppe, mit weiblicher Stimme, die sich in kitschigen und im schlechtesten Sinne des Wortes modernistischen (inklusive Soundeffekten und Stimmverfremdung) Liedchen ergehen, die sich sicher toll im Radio machen, mich jedoch völlig kalt und unberührt lassen. Traurig und schlecht.
- Sirenia sind noch nicht ganz tot, aber auf dem Weg dahin. Erstes Anzeichen ist, daß die Growls nahezu völlig zurückgeschraubt wurden, ein Trend der sich vermutlich fortsetzt bis die Massenkompatibilität erreicht sein wird.
- Machine Head, deren letzte beiden Alben ("Through the Ashes..." und "Blackened") wieder gut bis sehr gut waren, hatten nach ihrem zweiten Album "The more things change..." eine unglaublich schwache Phase, der zwei bekackte Alben entsprangen.
Montag, Februar 05, 2007
Quatsch mit Bart
Ein Sprecher vom närrischen Opi gab folgendes zu Protokoll:
„Wenn Leute denken, dass Darwins Theorie nicht wissenschaftlich bewiesen ist, haben sie wohl ein Recht darauf, dass das in den Schulen auch gesagt wird.“
Allein diese Dreistigkeit ist schon unerhört. Wenn Leute denken, daß sie Napoleon oder von der Venus sind, haben sie doch wohl vor allem das Recht, daß man ihnen in eine schöne feste Hab-mich-lieb-Jacke hilft und ein paar Spritzen Valium für sie aufzieht. Wenn Leute tatsächlich denken, daß die Evolutionstheorie nicht bewiesen wäre, bzw. keine Beweise dafür vorlägen, die ihre Aussagen und Vorhersagen unterstützten, so haben sie die verdammte Pflicht, ihre Behauptungen knallhart und wissenschaftlich wasserdicht zu untermauern, indem sie entweder die selbstverständlich zu tausenden vorhandenen Beweise widerlegen oder aber aufzeigen, daß sie etwas gefunden haben, was durch die Evolutionstheorie nicht erklärt oder vorhergesagt werden kann. Erst wenn das gelingt und zwar unter Zuhilfenahme von Kreationismus-Ideen oder Intelligent Design (was im groben identisch ist), dann und nur dann hätten solche Leute ein Recht, daß dies in Schulen gesagt wird!! Da aber weder Kreationismus noch dessen behinderter, verkleideter Bruder, ID, Wissenschaften sind, noch wissenschaftlich bewiesen werden können, ist der Versuch a priori zum Scheitern verurteilt und hat dieser Mumpitz aber auch gar nichts in einer Biologiestunde zu suchen.
Besonders zynisch: die russischen Kreationisten nutzen die berechtigte weltweite Verurteilung der früheren, kommunistischen Sowjetregimes, um eine der wenigen positiven Errungenschaften, die diese mit sich brachten, nämlich den absoluten, religions- und aberglaubebannenden Materialismus als Grundlage für Wissenschaft, Bildung und Forschung als ideologischen Teil des verbrecherischen Regimes zu diffamieren! Daß eine solche wissenschaftliche Weltanschauung allen Wissenschaftlern weltweit als de facto ideologiefreier, weil einzig rationaler Goldstandard für wissenschaftliches Arbeiten dienst, ignorieren diese Leute natürlich bewußt und wider besseres Wissen!
Warum aber gibt es nicht eine ähnliche heftige Gegenwehr gegen den Ausfall der Ignoranten, wie in Polen? Im Artikel heißt es dazu:
"Doch insgesamt fällt der Protest der Wissenschaftler in der Forschungsgroßmacht Russland leise aus – es scheint riskant, sich mit der Kirche anzulegen."
Wenn das nicht die vollkommene Bankrotterklärung der wissenschaftlichen Integrität und Meinungsfreiheit vor der Vormacht der Spinner ist, dann weiß ich es nicht. Wenn man Angst haben muß, für eine der stärksten, besten und leistungsfähigsten Theorien der Naturwissenschaft, ohne die die Biologie zusammenbrechen würde, einzutreten und sie laut und vernehmlich (siehe Pharyngula) gegen jeden Zweifel und jeden Versuch einer Verunglimpfung durch ignorante Wahnsinnige und Religionsfuzzis zu verteidigen, dann kann man sich auch gleich ein Kreuz ins Labor hängen und drauf warten, daß in der Petrischale "von selbst" Leben entsteht.
Der Artikel schließt (und ich mich darin an) mit den Worten des Herrn Bodrow, eines (man höre und staune) liberalen Theologen, dem Opas Gelalle wohl auch peinlich war: "Man kann doch nicht die gesamte moderne Wissenschaft über Bord werfen. Für gebildete Leute wird es nun noch schwieriger, in der Kirche zu bleiben.“
Das trifft es so genau, daß dem nichts mehr hinzuzufügen ist.
Montag, Januar 29, 2007
Ich bin William Gibson
I am:William GibsonThe chief instigator of the "cyberpunk" wave of the 1980s, his razzle-dazzle futuristic intrigues were, for a while, the most imitated work in science fiction. |
Dienstag, Januar 23, 2007
Kranke Namen, krankes Land
Zunächst ist da die Kategorie "affige Namen". Die gibt es überall und immer wieder. Auch und gerne in Deutschland. Häufig aber keineswegs immer entspringen sie den Hirnen, sagen wir "einfacher Leute", die der Auffassung sind, daß ihr Sprössling etwas ganz besonderes sei und werden solle und daher auch eines ganz besonderen, gerne auch mystischen, kitschigen und/oder als "fein" empfundenen französischen Namens bedarf.
So heißt dann gerne die 400 Pfund schwere Fleischereifachverkäuferin "Bijou" oder "Genevieve" oder "Jaqueline" (ausgesprochen natürlich als "BISCHu", "SCHÄNNevieff" und "SCHACKelin"), der kleine Junge auf dem Spielplatz, der soeben eine guten Mund voll Popel verspeist hat, heißt "Jaquard" und wird "SCHAKwacht" gerufen. Das Mädchen, welches schon mit 4 Jahren Kreolen, Glitzernagellack und Asipalme aufträgt, nennt sich dafür dann auch "Pocahontas" oder "Delphine". Aber auch Oberschicht und '(B-G)-Prominenz' sind keineswegs gefeit vor dem Bedürfnis nach/Befall von affigen Namen. Dort nennt man seine Blagen gerne auch nach Wetterphänomenen; Wolke zum Beispiel.
Dann gibt es die Kategorie "penetrante Doppelnamen", die neuerdings gerne mit affigen Namen kombiniert wird. Diese erklären sich so: natürlich ist das Blag so göttlich und wichtig, daß es mit einem Namen nicht angemessen bedient ist. Und man kann auch zudem mal seiner Kreativität Ausdruck verleihen, indem man einfach mal zwei Namen, die man ohnehin beide toll findet, aneinander klatscht ohne jeden Gedanken daran, ob sie zusammenpassen (in 97% aller Fälle nicht), gut klingen (in 98% aller Fälle nicht), ihr Träger damit wie eine Witzblattfigur heißt oder in Kombination auch noch in die Kategorie "affige Namen" fallen. Beispiele sind: "Sven-Kevin", "Kevin-Marvin", "Ronny-Götz", "Jörn-Donald", "Tara-Mara", "Lea-Bea", "Lindsay-Lisa" und so weiter und so fort. Das penetrante wird übrigens erzeugt, indem die armen Opfer immer und eben penetrant mit dem vollen Doppelnamen gerufen werden, der dann von der "jungen Mutter" natürlich nervig skandiert wird, was, angesichts der oft nötigen Wiederholung von Aufforderungen an Kinder, die Penetranz des ganzen nahezu explodieren läßt. "Cedrik-Malte! Komm her! Cedrik-Malte, Du sollst herkommen! Cedrik-Malte, komm jetzt!! Komm da jetzt runter, Cedrik-Malte!!!!!" Aaaarg! Ein traurig-prominentes (und auch die erste Kategorie voll tangierendes), weil in ihrer Funktion als Tagesschausprecherin zur grotesken Parodie ihrer selbst geronnenes Beispiel ist "Kay-Sölve Richter". Ich meine, WAS ZUM TEUFEL haben sich die Eltern bloß dabei gedacht? Und welcher volltrunkene Standesbeamte hat das zugelassen? Wie oft ist die Dame für einen Herrn namens Kai Sölve-Richter gehalten worden und wie oft auf dem Schulhof verdroschen? Oder das arme Schwein von Nachkomme des Herrn Ochsenknecht (und zwar nicht nur wegen des Nachnamens und desjenigen, von dem er ihn hat)! Der Knabe muß tatsächlich Jimi-Blue heißen. Ob Vatter O. damit die Farbe der Veilchen, die sein Sohn täglich auf dem Schulhof verpasst bekommen haben dürfte, vorwegnehmen wollte oder den eigenen physiologischen Zustand zum Zeitpunkt, als er sich den Scheiß ausgedacht hat, abbilden wollte, kann man nur spekulieren, sicher sein kann man hingegen, daß es bei dem irgendwo reinregnen muß. Auch nicht besser ist "Cosma Shiva". Wie es zu dem Namen kam, wird so überliefert: "Cosma (= Kosmos) geht auf ein behauptetes UFO-Erlebnis während der Schwangerschaft zurück, und Shiva ist eine Remineszenz an die gleichnamige Gottheit" HALLO!?! Kann denn ein Kind gezwungen werden, eine Kombination aus bizarrem Hindu-Gott und dem Ergebnis eines üblen Psilo-Pilz-Trips als Name zu tragen, nur weil die eigene verrückte Olle die Socken offen hat ?!
Generell scheint auch die Unsitte, seinem Sohn den Zweitnamen "Maria" zu geben, wieder in Mode zu kommen. Ich habe es nie verstanden, nicht bei Carl Maria von Weber und nicht beim fetten Markus Maria Profitlich, aber immer schon geisteskrank und frömmelnd-schizophren gefunden. Da mich das allerdings immer an das Lied "Junge namens Susi" vom mächtigen Mike Krüger erinnert, lasse ich da mildernde Umstände gelten.
Die dritte Kategorie ist "Einfach nur kranke Namen". Darin sind die Amerikaner ungeschlagene Weltmeister. Dort gibt es offenbar kein Gesetz, das Kinder vor den Drogenräuschen, Egotrips oder sonstigen Hirnausfällen ihrer Eltern schützt, so daß dort die mit Abstand unglaublichsten aber auch wirklich krankesten Kreationen zustande kommen. Ich frage mich immer, ob die Eltern nicht vorhersehen können, wie schwer es Kinder mit solchen Namen haben. Wenn man zum Beispiel als Mädchen "Mondeinheit", "Apfel" oder "Himmlische Hirani Tigerlily" heißen muß, so ist das schlicht und ergreifend menschenverachtend und ich würde mir als Eltern schon mal ein paar Worte zurechtlegen, wenn mich die Reporter dann später fragen, warum mein Kind nach einem Amoklauf irre lachend von einem Kirchturm gesprungen ist.
Auch die hirnrissige Idee, die Blagen nach Staaten ("Dakota"), Stadtteilen ("Brooklyn"), bevorzugten Tugenden ("Honesty", "Hope"), beliebten Wüstenlandschaften ("Zahara") oder mittelalterlichen Musikern ("Piper") zu nennen, kann man wohl nur im angelsächsischen Sprachraum finden. Aber auch hier gibt es sowas: ich selbst kenne jemanden, eine sie, die "Wobeke" heißen muß. Auch kein Geschenk!
Der eigentliche Anlaß für diesen Post ist übrigens auch ein Vertreter aus Kategorie drei: bei Pharyngula gab es einen Artikel, der über ein Mädchen berichtete, daß sich schon in früher Jugend löblicherweise zum Atheismus bekannte. Dieses Kind jedoch ist dennoch verdammt, denn es trägt den Namen bzw. Bezeichnung "Possum#1" (sic!), also Opossum Nr. 1 (und JA, das Geschwisterkind heißt "Possum#2"). Ich war und bin sprachlos!
Nachtrag: wir sind nicht allein! Es gibt einen soziologischen Terminus für diese neue Volksseuche: Kevinismus. Dabei handelt es sich - und die Formulierung spricht mir aus dem Herzen - um:
die krankhafte Unfähigkeit, menschlichem Nachwuchs menschliche Namen zu gebenZur Herkunft der Namen:
Die favorisierten Namen kann man eindeutig in die Kategorien Kitsch und Naivität einordnen. Sie stammen häufig aus mehr oder weniger erfolgreichen Telenovelas oder sind Namen aus anderen fragwürdigen Quellen.Leider sieht die Prognose wohl düster aus:
Kevinismus ist ein großes soziales Problem in Deutschland. Da die Erkrankten zeitweise unzurechnungsfähig sind, geht von ihnen eine große Gefahr aus. Häufig sind schon Lebenspartner, die die Behandlung nicht selbstbewusst genug durchgeführt haben, von den Erkrankten in einem akuten Anfall verletzt worden.Es tut so gut, zu wissen, daß das Problem nicht nur ein paar wenigen auffällt!
Kinder, die mit diesen Namen gesegnet sind, haben oftmals eine schwierige Kindheit vor sich. Sie werden häufig von den anderen Kindern im Kindergarten und später von ihren Klassenkameraden gehänselt. Sie entwickeln sich in dieser Phase zu AK oder werden introvertiert. Eine kriminologische Bewertung geht davon aus, dass diese Kinder eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Elternmörder oder Amokläufer zu werden.
Auch kann nicht verkannt werden, dass ihnen der soziale Aufstieg meistens verwehrt bleibt. Spätestens beim Bewerbungsgespräch erfahren sie die volle Härte, die der von den Eltern vergebene Name mit sich bringt. Kinder prominenter Eltern werden dagegen keine Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen haben, da ihnen generell kein Umgang mit Gleichaltrigen erlaubt wird. Bei den weiblichen Erwachsenen kommt erschwerend hinzu, dass mit ihren Namen das Prostitutionsgewerbe assoziiert wird.
Im Zuge der immer größer werdenden Volksverdummung im deutschen Fernsehen - insbesonders durch immer neue Telenovelas und Daily Soaps - und wegen der gefährlichen Übersättigung des internationalen Musikmarktes mit Boygroups ist davon auszugehen, dass diese Krankheit in den folgenden Jahren und Jahrzehnten pandemische Ausmaßen annehmen wird. Es ist zu befürchten, dass von Kevinismus eine größere Gefahr ausgehen wird als von der Klimaerwärmung.
Olé! GEZ fahr'n wir in'n Puff!
Dabei verdient man als staatlich zertifizierter Drückerspitzel doch nun wirklich nicht schlecht! Ich nehme aber zu deren Gunsten an, daß ihnen Bestechlichkeit angesichts ihrer eigentlichen Tätigkeit wie eine fromme Tugend vorgekommen sein muß. Da ferner moralisches Denken oder die Fähigkeit, das eigene Tun nach sittlichen Kriterien zu bewerten, bei diesem Laden als Einstellungskriterien definitiv kontraindiziert sind, kann man es den kleinen bestechlichen Rackern noch nicht mal übelnehmen...
Einzig den Damen aus dem horizontalen Gewerbe kann man einen Vorwurf machen! Also, meine Damen, haben Sie denn überhaupt keinen Stolz?
Montag, Januar 15, 2007
Das ist in Deutschland so (B)Rauch!
Eine großartige Glosse zum Thema Raucherrenitenz findet man heuer im Spiegel.
Titel: "Streitthema Rauchen: Genießt die Revolte in vollen Zügen!"
Der Text ist deshalb so gut, weil er so wahr ist und weil man sich allein schon beim dem Gedanken, eine Kneipe, wie sie dort beschrieben wird, betreten zu müssen, ekelt und waschen möchte. Wenn man sich dazu dann noch diese grauen, schmierbäuchigen, fetthaarigen Muff-Quarzer, ein urinfahles, rauchgefiltertes, durch fast blinde Butzenglasscheiben oder aber aus einer nikotingelben 10 Watt-Birne sich quälendes Licht vorstellt, gepaart mit der Geruchssymphonie des Grauens aus kaltem, abgestandenem und frischem Rauch, Urinstein, den Pissrinnenwürfeln und ranzigem Altmännerschweiß, dann ist das verdammt noch mal schlimmer als jeder Horrorfilm....
Mittwoch, Januar 10, 2007
Asozial und Spaß dabei!
Hier sind ein paar alltägliche Beispiele für die "neue" Asozialität, die mit jugendlichem Rebellieren und Andersseinwollen nichts mehr zu tun haben, sondern nur noch widerwärtig, dummdreist und abstoßend sind:
- Mobiltelephon-Onanie in öffentlichen Verkehrsmitteln: dies ist über Nacht zu einer grassierenden Seuche geworden, der kaum Herr zu werden ist. Seit immer mehr Mobiltelephone mit kleinen Lautsprechern ausgestattet sind, ergreifen viele "Kids" (oft und gerne auch mit "Migrationshintergrund") die Gelegenheit in der Bahn, allen Mitfahrenden zu beweisen, daß sie "das krass-konkret coolste Händi haben, weissu?" Zu diesem Zweck lassen sie die Geräte diese unerträglichen "Musik"-Imitationen quäken und zwar in voller Lautstärke, was die Jämmerlichkeit des Monoklanges nicht besser aber umso nerviger macht. Dazu wird natürlich mit den Begleitern weiter in radebrechenden Satzfragmenten kommuniziert, während alle anderen Mitfahrenden durch das grausige Gequäke gefoltert werden. Diese akustische Quälerei ist so penetrant, daß sie durch die ganze Bahn zu hören ist. Neulich geschah dies ganz in meiner Nähe und ich gebot den Knirpsen Einhalt, worauf das übliche unsichere, affige Gelache folgte, das Gerät jedoch abgeschaltet wurde, als deutlich wurde, daß es mir ernst war. Doch einer der Knirpse war durch meine Reaktion offenbar so verwundert, daß er mich tatsächlich fragte, ob ich "denn überhaupt keine Musik höre". Ist das zu fassen? In dieser Frage offenbart sich auch die Dreistigkeit dieser Wichte. So ist in der Frage implizit enthalten, daß 1.) das, was sie dort abspielen, Musik sei; 2.) es unnatürlich sei, diese "Musik" nicht zu konsumieren; und 3.) es vollkommen unbedenklich sei, den Rest der Bahn, deren Musikgeschmack man einfach mal voraussetzt, zu beschallen. Nichts davon trifft natürlich zu und es zeigt sich an diesem Beispiel auch, welchen Stellenwert das, was diese kleinen Asis für Musik halten, für sie einnimmt: es ist ein billiges, wert- und kunstfreies Massenprodukt, für das sie in den wenigsten Fällen bezahlt haben dürften und welches allgegenwärtig, identitäts- anlaß- und genußlos konsumiert wird und im Hintergrund dahinplätschert. Ironischerweise handelt es sich dabei sehr häufig um Hiphops bzw. Rap, bei welchen ja angeblich die Texte (über "bitches", "gangstas", "ficken" und Autos) von so kolossaler Bedeutung sind, denen jedoch bei der oben beschriebenen Weise des Konsums natürlich keinerlei Aufmerksamkeit gewidmet werden kann. Es ist schlimm!
- Kinoterror: Ob es daran liegt, daß diese Pißnelken kein Zuhause haben oder sich eben nicht länger als 10 Minuten am Stück konzentrieren können, vermag ich nicht zu sagen, jedoch kommt es in letzter Zeit immer häufiger vor, daß Rudel von Halbstarken sich in Kinosälen zusammenfinden und dort großes Palaver halten. Es wird hemmungslos laut und auf grottigstem Niveau gequatscht und das Filmgeschehen kommentiert, meist unpassend und nie lustig, es wird nachgefragt und laut über das dumme Gesabbel des befreundeten Menschenaffen nebenan gelacht. Wenn dann die Handlung nicht mehr nachvollzogen werden kann (das ist auch bei simplen Actionfilmen nach spätestens 10 Minuten der Fall), wird eben ein privates Schwätzchen gehalten, bis wieder eine Schießerei kommt. Dazu kommen Telephonate, lange und ausgiebig (daß man Mobiltelephone im Kino abschalten kann, ist für diese Kreaturen derartig abwegig, daß sie niemals auf diese Idee kämen, geschweige denn, einen eingehenden Anruf, nachdem das Gerät 6-7 Mal geklingelt hat, peinlich berührt wegzudrücken) - und wenn der Trottel auf dem Nachbarsessel einen luschtigen Klingelton hat, dann wird er eben 5 mal hintereinander angerufen und jedesmal über den eigenen köstlichen Schelmenstreich laut losgebölkt, es ist aber auch immer wieder lustig! Außerdem erwerben diese Wesen vor dem Film immer noch große Konvolute Popcorns, davon höchstens 1/3 verzehrt, der Rest hingegen als Wurfmaterial mißbraucht wird, was dann dazu führt, daß sich nachfolgende Filme verspäten, weil ein ganzes Putzteam nötig ist, um ein derart verwüstetes Kino wieder zumutbar zu machen. Auf das bei anhaltenden Störungen im Kino übliche "Ssshht!" erfolgt immer ein noch lauteres "Ssshht!" und lautes Lach-Gebölke, denn es ist nichts erheiternder, als einen anderen nachzuäffen (ok, außer, mit Fäkalien zu werfen, wie die Verwandten im Zoo, aber ich denke, das kommt dann bald auch noch). Auch deutlichere Aufforderungen, still zu sein bzw. endlich das verdammte Maul zu halten, bleiben erfolglos und wenn man nicht willens ist, 10 Leute zum Aufstehen zu zwingen, weil man selbst das Kino verlassen und einen Mitarbeiter holen will, der diese Typen auch nur verwarnen kann und den man dann nochmal bemühen müßte, um sie endgültig des Saals verweisen zu lassen, so ist man machtlos. Offenbar haben diese Proleten genug Geld, um sich Kinoeintritt und teures Popcorn zu leisten, um dann nichts vom Film zu haben. Ob das in Asi-Kreisen ein neues Hobby ist? Kino-Proleting? Ich finde es verabscheuenswürdig und werde jedes Mal so wütend, daß ich am liebsten große Mengen Schellen verteilen würde.
- Mega-Vandalismus: Vandalismus ist nicht gerade neu, aber in dem Ausmaß, das mir unlängst immer wieder auffiel, habe ich es noch nicht erlebt und man fragt sich wirklich, was das soll. Auf einem Bahnhof, eher eine Ruine, wo ich kürzlich nachts bei Winterkälte das Vergnügen hatte, auf die massiv verspätete Bahn zu warten, war wirklich und ohne Übertreibung alles (!) zerstört. Es gab dort nichts mehr, was nicht aus massivem Beton in den Boden gegossen war, z.B. die Sitzgelegenheiten. Die Fahrpläne waren abgerissen, die Kunststoffsichthalter völlig zerstört oder ganz weg, der Fahrkartenautomat war ramponiert und funktionierte natürlich nicht, obgleich er erst eine Woche zuvor erneuert worden war, die Mülleimer fehlten, überall lag Dreck und selbst die Uhr, die auf einer Säule, mindestens 3m über dem Boden gestanden hatte, war aus der Fassung geschlagen, zerstört und mitgenommen worden. Was soll das?!? Ich meine, eine derart vollständige um nicht zu sagen systematische Zerstörung eines Bahnhofs ist doch kein "normaler" jugendlicher Vandalismus mehr, wo mal ein Mülleimer abgefackelt oder eine Scheibe zerkratzt wird. Niemand kann besser verstehen als ich, daß man heiligen Zorn auf die Bahn entwickelt, wirklich, aber diesen Drecksladen trifft man mit der Zerstörung nicht einmal, das zahlen alle Bahnkunden und auch die Zerstörer, die spätestens durch ihre Strafe für's Schwarzfahren zur Kasse gebeten werden. Dennoch: es wirkt surreal, ja postapokalyptisch, sich auf solchen Ruinen aufzuhalten und weil die Bahn sicher keinen großen Antrieb verspürt, das zerstörte Inventar zu ersetzen, muß man dort weiterhin auf Fahrpläne verzichten und verflucht die maßlosen Vandalen.
Was steckt hinter all diesen Ungeheuerlichkeiten? Ich glaube, daß dieses Geschmeiß jede Kritikfähigkeit sich selbst und den eigenen Handlungen gegenüber vor allem im sozialen Kontext verloren hat. Wenn es bei diesen Personen überhaupt eine Sozialisierung gegeben hat, dann nur unter und durch ihresgleichen, im Zuge wessen auch die Fähigkeit, das eigene Verhalten vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen "Norm" als unpassend und unangemessen aufzufassen, sowie der Wille und die Einsicht, dies zu tun, atrophiert bzw. gar nicht erst entstanden ist. Hinzu kommt, daß normale Korrektive keine Wirkung zeigen. So werden Bitten oder Aufforderungen, bestimmte Verhaltensweisen einzuschränken oder zu unterlassen, überhaupt nicht als erwägenswert aufgefasst, da wegen mangelnden "sozialen Bewußtseins" aber auch einer unziemlichen Inflation des eigenen Egos sowie oftmals einer unangebrachten weil verzerrten Selbstwahrnehmung durch Selbst(üb)erhöhung, keine Notwendigkeit oder Angebrachtheit zur Modifizierung des eigenen Betragens empfunden wird. Einzig durch Anpassung an die kommunikativen Normen dieser Menschen, die immer mit Aggressivität oder Drohungen verbunden sind, kann man hoffen, bei ihnen eine Wirkung zu erzielen. Eine Rückkehr zum primitiven Faustrecht also.
Und das schöne: man darf sich für das Vergnügen, die Gesellschaft dieser Leute genießen zu dürfen, erkenntlich zeigen, indem man dereinst vom eigenen Lohn oder Rente deren Sozialhilfe bezahlt. Das Leben ist gerecht!
Mittwoch, Dezember 20, 2006
Willkommen im Mittelalter, willkommen in Libyen!
They showed that the strain of HIV with which the children had been infected was already present and spreading locally in the mid-1990s, long before the medics arrived in Libya in 1998.Es wurde also eindeutig gezeigt, daß der Virusstamm, der die Kinder infiziert hat, bereits lange vor der Ankunft der Angeklagten präsent war. An diesem lächerlichen, menschenverachtenden Schautribunal perlt jede Kritik, jedes Argument und die gesamte, erdrückende Beweislast, die die unabhängige, internationale Wissenschaft zur Entlastung der Unschuldigen zusammengetragen hat, wirklungslos ab, ja wurde nicht einmal für den Prozess zugelassen. Wir haben es daher also wirklich mit einem Hexenprozess zu tun, bei dem das Urteil schon vor Beginn feststand und der der Irreführung und Blendung der Bevölkerung dient, um von der eigentlichen Ursache, den katastrophalen hygienischen Zuständen in dem betroffenen Krankenhaus, abzulenken und für die grauenhafte Zahl von 426 HIV-positiven Kinder einen Sündenbock zu finden. Landesübliche Propaganda und Zensur sorgt dann noch für einen entsprechend aufgepeitschten und falsch informierten Mob, der die Unschuldigen tot sehen will.
Wer aber hat einen Nutzen von dieser Farce? Libyen bzw. al-Gaddafi müssen doch wissen, daß nach dieser Nummer niemand mehr auch nur noch eine Hand für Libyen rührt. Ausländische Ärzte, Wissenschaftler und andere Helfer werden fluchtartig das Land verlassen, wahrscheinlich wird es Sanktionen geben, man wird dieses rückständige Land sich selbst überlassen auf seinem Rückweg ins finstere Mittelalter. Was also verspricht sich Gaddafi davon, die Unschuldigen im letzten Moment doch noch zu begnadigen, wovon ich ausgehe? Oder anders gefragt: wieviel Dollar pro (Kinder)Kopf wird er fordern, damit diese Leute, die die Tripoli-6 genannt werden, doch nicht ermordet werden?
Wie es auch ausgeht, ich hoffe, daß Libyen für diese Ungeheuerlichkeit bezahlen muß, daß man sich von diesem Land abwendet und es in seiner selbst gewählten Voraufklärungs-Unmündigkeit mit seinem Terror-Despoten verrotten und in der Unbedeutsamkeit versinken läßt.
Donnerstag, Dezember 14, 2006
Ich will hier weg!
So werden hier, immer im "Interesse und zum Wohle des Bürgers" natürlich, die Raucher und ihr putziges kleines Lasterchen wie eine vom Aussterben bedrohte Spezies geschützt, man bietet ihnen hier gegen das kalte, rauchfreie Europa ein letztes Refugium, wo sie noch menschenwürdig und aufrichtig sich und andere vergiften und krankmachen dürfen.
Im gleichen Land aber, das sich offiziell säkularisiert nennt, verkrüppelt man die wissenschaftliche Freiheit bei der Stammzellforschung wie in kaum einem anderen Land. Überall auf der Welt wird mit diesen Zellen gearbeitet und daran geforscht, man verspricht sich Bahnbrechendes, doch der Rückstand von Deutschland beträgt sicher bereits 10-20 Jahre und ein Aufholen dieser Lücke scheint in weite Ferne gerückt. Man geht sogar soweit, daß man deutsche Forscher, die im Ausland nach dortigem Landesgesetz völlig legale Forschungsprojekte durchführen, in Deutschland wie Verbrecher behandelt und sogar mit Gefängnisstrafe bedroht, was dazu führt, daß auch im Ausland forschende Deutsche an solche Projekte nicht herangelassen werden, aus Sorge, sie könnten in ihrem wissenschaftsfeindlichen, scheinheiligen und heuchlerischen Lobbybuckler-Heimatland D bei Rückkehr eingekerkert werden. Das muß man sich mal vorstellen!
Unlängst versetzte nun auch das Deutsche Patentgericht, ausgerechnet auf Betreiben der Öko-Geiferer und Fortschrittsfeinde von Greenpeace, dem Forschungsgebiet einen weiteren schweren Schlag, indem es dem Bonner Stammzellforscher Oliver Brüstle, der sich vor fehlgeleiteten Öko-Fanatikern mit Leibwächtern schützen muß, ein Patent auf aus menschlichen Embryonen gewonnene Stammzellininen entzog. Dieses Urteil wurde im Zuge des Aufrufs der DFG, doch endlich die Restriktionen in der Stammzellforschung zu lockern, angestrengt und erfolgte prompt.
Diese Entwicklung wird international mit Besorgnis und Kopfschütteln registriert, man versteht nicht, warum Deutschland hier seine Kapazitäten so schändlich versanden läßt und seine Forscher als Verbrecher darstellt und so übel behandelt, daß diese nur Reißaus nehmen können.
So heißt es dazu in nature (Ausgabe 444, 2006):
A German court has revoked a patent on a method for generating a class of human embryonic stem cells. The 5 December ruling is seen as yet another setback for stem-cell research in a nation where it is already constrained by tight regulation.Brüstle reagiert mit Verärgerung und Unverständnis, vor allem, weil die Begründung des verfehlten Urteils enthielt, daß sein Patent "gegen die öffentliche Ordnung und die guten Sitten" verstoße. Brüstle werde das Urteil vor dem Bundesverfassungsgericht anfechten...
Und jetzt zur Paradoxie: in diesem Land legt man einer Forschungsrichtung Fesseln an, die das Potential hat, einen enormen Nutzen für alle Menschen zu erbringen, Leid, Krankheit und Tod zu verhindern und die niemandem schadet. Was spricht dagegen, überzählige Embryonen, die bei einer künstlichen Befruchtung übrig bleiben, der Stammzellforschung zur Verfügung zu stellen, statt sie zu "verwerfen" (wie man 'vernichten' beschönigt)?!? Diese Mehrzellstadien einer befruchteten Eizelle haben nichts (!) mit einem Menschen zu tun, geschweige denn ist ihnen eine Würde zuzusprechen.
Man kann sie ja nicht mal von vielen Tiergegenstücken unterscheiden oder auch nur ohne Mikroskop sehen. Es geht also nicht um wissenschaftliche Kriterien sondern mal wieder um das arme Herz-Jesulein, denn in der Bibel Vers bla Kapitel sülz steht ja schließlich: "Und so sprach der Herr: Embryonen im Mehrzellstadium sind vollwertige Menschen und haben eine eigene Würde. Man gestatte nicht, sie der Stammzellforschung zu überantworten. Wer es aber tut, der soll mit Knüppeln erschlagen werden. Und es ward großes Frohlocken." Nicht wahr? Es sind sind die religiösen Heulsusen, die trotz ihrer unwissenschaftlichen und nicht objektiven Argumentation offenbar soviel Einfluß ausüben können, daß dies in der Wissenschaftspolitik schmerzhaft bemerkbar wird.Nicht beachtet oder gar geschützt wird in diesem schönen Land aber eine große Bevölkerungsgruppe, die täglich von einer Minderheit geschädigt und in ihren Grundrechten empflindlich eingeschränkt wird. Man schützt irgendwelche amorphen Zellklumpen mehr, als die Passivraucher, ausgewachsene Menschen mit jeder Menge Würde, die das Laster anderer jedes Jahr mit 3300 (!!) Toten bezahlen müssen. Wo bleiben da die Pfaffen, Ratzepoop und Konsorten, hmm? Was ist mit der Würde der Passivraucher? Und was gar mit den heiligen Embryonen, die durch Passivrauch ja auch geschädigt werden? Das geht dann schon in Ordnung, gelle? Ist was völlig anderes, nicht wahr? Kann man nicht vergleichen, richtig?
Es geht doch in Wirklichkeit gar nicht um die geradezu königlich-würdigen Embryonen, richtig? Es ist die alte Fehde gegen die Wissenschaft, das Wissen, die Aufklärung, die Emanzipation der Menschen und deren Mündigkeit! Mit jedem revolutionären Schritt, den die Wissenschaft tut, wird der mit Zähnen und Klauen verteidigte Himmel der Kleriker kleiner und leerer, der Platz für einen Gott enger, die Rechtfertigungsgesuche drängender. Mit Moral und Ethik hat diese Debatte lange nichts mehr zu tun. Sie ist nur eine weitere schändliche Manifestation der Tradition der Heuchelei, die die Kirche ja seit Jahrhunderten wie niemand sonst perfektioniert hat (z.B. wird man kirchlicherseits nicht müde, im Zuge der Embryonenverwertung auf die "dunkle Vergangenheit des dritten Reiches" zu verweisen, wo sich gerade die Kirchen nicht mit Ruhm bekleckert haben). Und die an der Debatte und den Entscheidungen beteiligten Politiker leiten ihre Moralvorstellungen oftmals aus christilichen Dogmen ab, deren Interpretation sie sich von den obersten Einpeitschern vorschüsseln lassen, wobei sich letztere natürlich nicht entdreisten, eine aktuelle moralische Richtlinie für den Umgang mit Embryonen und Stammzellen ausgerechnet aus der Bibel ableiten zu können behaupten, einem Märchenbuch, zu dessen Verfassungszeit man diese Dinge nicht einmal im Ansatz ahnte.
Fazit: Langsam langweilen mich meine eigenen Fazits, weil es immer wieder darauf hinausläuft, daß wir hier in einer grotesken Bananrepublik sitzen, die mit all ihren absurden Gesetzen, ihrer kafkaesken Bürokratie, ihrer vernagelten Kurzsichtigkeit und Ignoranz und ihrem bigotten Kleinkleinbürgertum einfach unerträglich geworden ist und aus der ich dennoch noch nicht fliehen kann.
Sollte ich eines Tages eine Dankesrede halten, zahle ich es Dir zurück, Deutschland! Ich werde sagen: "Dies alles hätte ich nie ohne meine Eltern geschafft, aber ohne Deutschland dafür 10 Jahre früher!"
Mittwoch, Dezember 13, 2006
Abstimmen für Pharyngula!
oder auch:
Stimmt für Pharyngula!
Montag, Dezember 11, 2006
Es war SO klar....
Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich bei dieser Ausrede schon wieder über die Politik, dieses feige, kriechende Gewürm kotzen muß!!! Was SOLL das? Ein Gesetz erst und als so ziemlich letztes europäisches Land vorschlagen, dann in der Koalition, zu einer halbherzigen Kompromisskonstruktion zusammengestutzt, bestätigen und es schließlich wegen fadenscheiniger blabla-Bedenken, auf die man vorher natürlich nicht gekommen ist, gleich wieder in die Tonne zu treten?! Scheiß auf die Länder! Scheiß auf diesen verfluchten Föderalismus, der nur Ärger und bürokratischen Horror einbringt. Jetzt hat die Tabaklobby 16 mal Gelegenheit, das Gesetz zu verhindern, aufzuweichen, zu pervertieren oder sonstwie ad absurdum zu führen, die Länder sind jetzt schon einig in Uneinigkeit und wie ich mein Glück und diese Tabakgangster in NRW kenne, werden wir hier auch in den nächsten 100 Jahren nicht vor der Pest von Zigarettenrauch geschützt werden. D. als Aschenbecher Europas!
Dabei ist natürlich die Zuständigkeit des Bundes noch nicht einmal fraglich. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages stellte nach seiner Anrufung klar,
daß es zumindest nach Art. 74 Nr.19, Art. 72 des Grundgesetzes Sache des Bundes ist ,Maßnahmen zur Vorbeugung gegen gemeingefährliche Krankheiten (Krebs) und über den Umgang mit Giften (Nikotin etc.)' zu treffenwie hier nachzulesen ist. Es handelt sich bei dem Versuch, die Zuständigkeit des Bundes in Zweifel zu ziehen, um nichts anderes, als einen unlauteren, juristischen Winkelzug der Tabaklobby und deren Darmbewohner (auch bekannt als gut geschmierte Bundestagsabgeordnete). Wir werden also wieder einmal Zeuge der Versklavung eines ganzen Landes durch die verbrecherische Vereiniung von wenigen, die mit dem Geld der Idioten und Suchtkranken alle Normalen unter das Krebsjoch zwingen wollen, um sich selbst das Leben in rauchfreien Inselparadiesen zu finanzieren. Wie gehabt bleibt es bei der Mißachtung unserer Grundrechte, warum ändern, was funktioniert?
Das Zitat aus diesem Artikel ist ein gutes und trauriges Fazit:
Da wieder einmal juristische Scheingründe gegen zwingend notwendige Regeln vorgeschoben wurden, käme es besonders darauf an, dass unter der Unzahl von Juristen in öffentlicher Funktion mal Einige diese Machenschaften anprangerten. Aber das System scheint bereits “dicht” zu sein – oder es glaubt keiner mehr an ehrliche Politik.Wenn "ehrliche Politik" nicht ohnehin ein Oxymoron wäre...
Ach, es ist einfach zum Heulen und kommt auf einen der drei oberen Plätze meiner "1000-Gute-Gründe-endlich-auszuwandern-Liste", noch vor die GEZ, aber hinter die Wissenschaftspolitik.
P.S.: Und was ist eigentlich mit Brüssel? Jetzt, da D. wieder zahlungsfähig ist, schaut man nicht mehr so genau hin, oder was? Wo bleibt denn die Peitsche?
Donnerstag, November 30, 2006
für Deutschland gar nicht mal so schlecht...
Das hört sich zunächst sehr gut an und wäre ein großer und entschiedener Schritt in die richtige Richtung. Aber ich glaube es erst, wenn ich dereinst ein Restaurant verlassen und nicht nach Qualm stinken werde. Denn das Gesetz muß noch durch einige politische Instanzen, wo ich die Krebsmacherlobbyisten jetzt schon die Klinken wichsen sehe und hernach, wir sind ja in Deutschland, einig Verwaltungsland, besteht sicher noch die Möglichkeit, einstweilige Verfügungen, Widerspruchsanträge, Ausnahmegenehmigungen etc. anzustreben, die die Gesetzeswirkung wieder aufweichen oder negieren könnten. Ich hoffe, daß das ausbleibt, aber wie gesagt, ich glaube es erst, wenn....
Hier noch eine gute Nachricht aus der Wissenschaft: Rauchen läßt das Gehirn schrumpfen. Ist das nicht köstlich? Es ist, als würde die Natur sagen: wer sein Hirn so wenig benutzt, daß er freiwillig raucht, der benötigt offenbar nur die Sparversion seines Denkpuddings. Das nenne ich mal organische Sparsamkeit mit bestechender biologischer Logik ;-)
Und es geht weiter: Rauchen fördert zudem den Alkoholismus. "Biologische Interpretation": gegen Rauchen existiert ein starker Selektionsdruck. Um die Chance zu maximieren, Raucher möglichst wirksam aus dem Genpool zu tilgen, erhalten sie neben den anderen ca.1000 Krankheiten, auch noch Alkoholismus, da auf die wiederum hiermit verbundenen Leiden natürlich nicht verzichtet werden soll - vulgo: wenn es der Lungenkrebs nicht schafft, dann wenigstens die Zirrhose. Ironie des Schicksals.
Mittwoch, November 22, 2006
Hip-Hops ist großer Dreck!!!
"Wir sind die Coolsten wenn wir cruisen, wenn wir durch die City düsen." Diese sinnreich-pointierte, brillant gereimte, vielsagende und über die Ansprüche und Werte des, äh, Verfassers allzuviel preisgebende Textzeile vernahm ich unlängst, als ich bedauerlicherweise beim Umschalten die falsche Taste betätigte und zu MTV gelangte. Ich war zunächst wie gebannt, verharrte dann und sah mir an, was sich in diesem Video-Clip unfaßliches abspielte. Jetzt bin ich desillusioniert, entsetzt und vollkommen fassungslos!!!! Ist das wirklich wahr? Gibt es Menschen die derartiges schätzen oder gar ernstnehmen!?
Ich will versuchen, zu beschreiben, was dort geboten wurde: Einige Bübchen in einer Tracht, die zu tragen selbst die Hofnarren vergangener Zeiten, wütend und empört ob der in orbitale Höhen übertriebenen Groteskheit, die eine Lächerlichkeit gebiert, welche soweit jenseits von Gut, Böse und Karikierbarkeit rangiert, daß einem das Lachen im Halse gerinnt, abgelehnt hätten, hampelten und stolperten sich durch eine bizarre Landschaft, sich teilweise in einem Automobil bewegend. Überall standen unziemlich entkleidete Weibchen herum, zwecks Gesäß- und Sekundärgeschlechtsmerkmalschwenkungen zur Erhitzung der kruden und grobschlächtigen Gemüter der antizipierten Zuschauer (16, dürr, pickelig, pubertierend, gleichgeschaltet). Das ist im groben die Handlung des Clips; die Bübchen aber gaben sich nicht zufrieden damit, "herumzucruisen" und beim Versuch, cool zu sein, auf jammervollste Weise zu scheitern, bewahre !, es mußte auch noch dazu gelärmt werden: Vor dem Hintergrund eines traurig wummernden synthetischen Basses mit unvorstellbar öder und freilich variationsloser Rhythmik (hieße es nach der neuen Rechtschreibung jetzt eigentlich Rüttmick? Brrrrr....) und "Melodie" wurde im Wechsel völlig talentfrei sprechgesang-radebrecht, daß es eine Art hatte. Unablässig wurden dabei Inhalte wie der eingangs wiedergegebene vermittelt und dazu auf eine Weise gestikuliert, die vehement an die letzten Muskelfaszikulationen überfahrener Wirbeltiere gemahnte.
Bitte! Dies ist wahrhaftig nur eine objektive Beschreibung dessen, was ich sah und hörte und ich bin gerne bereit, mich von Wissenden belehren zu lassen, warum dies "cool" oder auf irgendeine massiv chiffrierte Weise gut sein sollte. Wenn sich tatsächlich jemand die Mühe macht, dann bitte ich auch um Aufklärung bezüglich der offenbar mit dieser Art von Unterhaltungsgeräusch assoziierten Tracht oder Gewandung unter dem Gesichtspunkt folgender Leitfragen:
- Warum ist es so streng verboten und verpönt, Kleidung der richtigen Größe zu tragen? Geschieht das aus Umsicht (in etwa, wie: Da wächst es noch rein, unser Bübchen! bzw. Wer weiß, vielleicht bekommt unser Bübchen ja bald Elefantiasis am ganzen Körper...) oder mit der festen Absicht, wie ein kaputter Clown, der beim Griff zur Brieftasche bis an die Achillessehne hinabgrefen muß, auszusehen?
- Aus welchem Grund muß diese Sack-Hose auch noch auf Halbmast getragen werden? Aus Sicherheitsgründen, weil die eigenen Lautäußerungen die Verdauung so sehr anregen? Oder handelt es sich dabei tatsächlich um eine an Plump- und Fadheit nicht mehr zu überbietende und nur noch mitleiderregende Absage ans Establishment?
- Warum muß die Schlagballmütze (die aus welchem Grund nochmal nahezu obligatorisch ist?) unbedingt falsch herum aufgesetzt werden?
- Warum wird nochmal in einigen ganz harten Fällen ein (!) Hosenbein dieser gigantischen Hosen hochgekrempelt? Weil es diesen Kreaturen einfach nicht reicht nur grenzdebil auszusehen?
- Wieso muß das Schuhwerk grundsätzlich so riesig sein, daß man selbst im Neuschnee nicht mehr damit einsinkt? Damit man selbst im massiv zugekifften Zustand nicht umfällt? Damit es egal ist, wie herum man es anzieht? Ich nehme an, in diesem Zusammenhang erklärt sich auch, weshalb diese Schuhe niemals zugebunden werden. Schleifen binden ist uncool, oder?
- Ist der typische schlurfend-motorisch-gestörte Gang eine Folge der übergroßen, offenen Dummer-August-Pantinen und der Elefantenhosen, deren Schritt ja auf Schienbeinhöhe hängt und sicher sehr beim "unchilligen" Gehen stört, oder wieder nur ein Gehabe, welches zutiefst ironischerweise, wie unerklärlicherweise cool wirken soll?
- Wie sind diese unerträglichen Füllwörter, Versatzstücke und Sprachmanierismen, wie "Yo!", "Ey, logen, Alta!", "Hau rein!", "Was geeeeeeeht'n?", "Ey, mein Flow klumpt, ey!" etc.pp. zu erklären? Oder sind sie nur Ausdruck des Niveaus des Sprechers, was sie ja bereits erklären würde.
Angesichts dessen, daß sich diese Hip-Hops-Geschöpfe offenbar epidemieartig verbreiten, bin ich sehr daran interessiert, mich weiterzubilden bzw. aufklären zu lassen, wie mit diesen im Falle einer hoffentlich vermeidbaren Begegnung zu verfahren sei. Soll man Ihnen Mut zusprechen, Ihnen sagen, daß das schon wieder weggehe? Soll man sie mit einem Stecken puffen und davonjagen? Soll man sie teern und federn und durch die Stadt tragen, damit richtige Menschen sie mit altem Kohl und Unrat bewerfen können?
Ich bin für Ratschläge dankbar...
