Unzeitgemäße Betrachtungen - Subjektives und Polemik - Kritik und Sarkasmus - Toben und Schreien - Weltbashing!: sollte von NIEMANDEM gelesen werden!
Mittwoch, Mai 30, 2007
Erziehung in der Philharmonie
Diese Art von besserwisserischer Arroganz und Herablassung, dieses "Wir müssen den Pöbel zu seinem Glücke zwingen"-Gehabe, ist wirklich zum Kotzen und eine bodenlose Frechheit und muß an dieser Stelle einmal gegeißelt werden.
Unlängst, am 18.5., besuchten wir die MusikTriennale, ein Konzert, bei dem Schubert und Schuman, zwei Romantiker, gespielt werden sollten...tja und eben Luciano Berio, ein italienischer Tonverbrecher, der erst 2003 starb und "bekannt für seine experimentellen Arbeiten" sowie einer der Pioniere der "elektronischen Musik" war. Also ideal passend zu den beiden Vorgenannten, nicht wahr?
Die Drangsalierung des Publikums wird aber seitens der Philharmonie dermaßen perfektioniert, daß man diesen "Lektionen" auch nicht entkommen kann. Würden sie am Anfang oder Ende gespielt, könnte man später kommen oder früher gehen, doch nein!, sie werden zielsicher in die Mitte und direkt hinter die Pause gesetzt, so daß man, wenn man das letzte Stück des Konzerts noch genießen will, dem wehrlos ausgeliefert ist.
So war es denn auch dieses Mal wieder. Meine Begleiterin war zwar von mir gewarnt worden, hatte sich das Kommende aber nicht so entsetzlich vorzustellen gewagt, wie es dann kam:
Zuerst gab es eine herrliche Symphonie von Schumann - wunderbare Musik, wacker musiziert, ein Genuß. Danach Pause. Und dann wurden wir zur tonalen Schlachtbank geführt, wo Berio allen Wohlklang, alle Anmut und alle Tugenden der Musik dahinschlachtete. Das "Werk" begann mit einer elenden, beißenden kleinen Sekunde, die einem Cello entquält wurde und steigerte sich zu einem infernalischen, hundsgemeinen Lärm - in etwa vergleichbar einer ADS-Schulklasse mit verstimmten Orff-Instrumenten, die die Geräusche eines Sackes, der mit zwei kämpfenen Katzen bestückt ins Wasser geworfen wird, begleiten. Es war bösartig, viehisch, monströs und hatte nichts, aber auch wirklich gar nichts mit Musik oder gar Kunst zu tun und ich empfinde Leuten gegenüber, die sich einreden, dies sei nun große Kunst, die gleiche Befremdung, wie gegenüber denjenigen, die vor einer Leinwand mit drei Strichen drauf stehen und dies für die Krönung der Malerei halten. Ich hielt es etwa 3 Minuten aus, bis sich meine Abscheu vor dem miserablen, elenden Gefiepe und mein Haß auf diese arroganten Fatzken von Konzertplanern derart gegenseitig aufgeschaukelt hatten, daß ich kurz vor einem Tobsuchtsanfall stand. Weil ich genau diese Entwicklung hatte kommen sehen, hatte ich vorgesorgt und nahm nun meinen mp3-Spieler mit den abdichtenden Ohrstöpseln, die einen vor der Außenwelt abschirmen, hervor und setzte meine "Auditüre" von Karl Mays Winnetou fort alldieweil meine Begleiterin neben mir, im Gesicht eine Mischung aus Ekel, Entsetzen und Entrüstung, zwanghaft versuchte, wegzuhören und/oder sich den Tod wünschte. Und selbst durch meine Ohrstöpsel bahnte sich bisweilen noch eine der ganz brutalen, hochtönend-penetrierenden Dissonanzen, doch endlich überstand ich die Tortur und konnte tatsächlich noch Schuberts Wandererphantasie, die den Abend beschloss, genießen.
Aber mal ehrlich: muß das sein?!?! Warum werden derartig verschiedene, unvereinbare Musikstile vermischt? Wieso nimmt man seitens der Philharmonie in Kauf, einem großen Teil der Zuhörer einen Teil des Abends zu verderben? Was bilden sich diese Fuzzis nur ein? Man gibt im Zweifel viel Geld für eine solche Karte aus, freut sich auf die Musik und es sollte einem die Souveränität zugestanden werden, seinen musikalischen Geschmack selbst zu definieren. Man möchte auf GAR KEINEN FALL von diesen Leuten erzogen werden und bedarf auch des Hinweises, daß es außer der Musik der Komponisten XY, derentwegen man eigentlich gekommen ist, auch noch den abartigen Lärm von Herrn YZ gibt, in keinem Falle und schon gar nicht in der Form, daß einem besagter Lärm auch noch während kostbarer Minuten, in denen auch gute Musik hätte stattdessen dargeboten werden können, aufgezwungen wird.
Wenn die Philharmonie für sogenannte moderne Musik werben möchte, dann soll sie ein paar Gratiskonzerte, im Rahmen derer ausschließlich diese Katzenmusik verbrochen wird, anbieten, oder an die normalen Konzerte am Ende noch eine entsprechende Zugabe anhängen, der eine ausdrückliche Warnung und die Gelegenheit, den Saal zu verlassen, vorausgeht.
Das jetzige Verfahren führt doch nur zum Trotz: ich werde kein einziges dieser Erziehungskonzerte mehr besuchen, ich habe die Schnauze voll davon, sondern mir stattdessen die guten Stücke derselben auf CD kaufen (dabei vermutlich noch Geld sparen) oder nur noch zu nicht verunreinigten Konzerten gehen, so es diese denn noch gibt....
Mittwoch, Mai 23, 2007
Die Wissenschaft sagt: Wer Popmusik hört, ist dumm!
Ich und viele andere wußten es immer und nun ist es endlich auch wissenschaftlich erwiesen: der Musikgeschmack sagt etwas über die Persönlichkeit eines Menschen aus und es ist möglich und wahrscheinlich, daß man einen Menschen aufgrund seines Musikgeschmackes richtig einschätzen kann!
Die erste Studie dieser Art wurde von den Sozialpsychologen Rentfrow und Gosling durchgeführt, im Rahmen derer sie einen Test entwarfen, der die genannten Korrelationen ergab: "Short Test of Music Preferences" oder STOMP.
Das gesamte Manuskript der Studie findet sich hier und ist sehr lesenswert.
Die wichtigesten Ergebnisse fasse ich hier zusammen:
- Musik gehört zu den beiden liebsten und wichtigsten "Aktivitäten" der Befragten
- die Befragten gehen davon aus, daß ihre musikalischen Präferenzen etwas über ihre Persönlichkeit aussagen (z.B. deutlich mehr, als ihr Filmgeschmack)
- die Befragten sind der Meinung, das Musikgeschmack sehr viel (noch mehr, als über sich selbst) über die Persönlichkeit anderer schließen läßt
- Blues
- Jazz
- Klassik
- Folk
- Rock
- Alternative
- Heavy Metal
- Country
- Soundtracks
- religiöse Musik
- Pop
- Rap/HipHop
- Soul/Funk
- Elektro/Dance

Die "Charakterdimensionen" sind
- komplex und reflektierend
- intensiv und rebellisch
- optimistisch und konventionell
- energetisch und rhythmisch
Z.B. wurde die Dimension "komplex und reflektierend" positiv korreliert mit Offenheit für neue Erfahrungen, selbsteingeschätzter (nicht objektiv bestimmter!) Intelligenz, verbaler (nicht analytischer!) Fähigkeit und politischem Liberalismus; negativ korreliert wurden soziales Dominanzverhalten und Sportlichkeit.
Ein sehr schönes Ergebnis zur Dimension "intensiv und rebellisch" lautet ferner, daß, obwohl diese Dimension Musik enthält, die negative Emotionen betont, Personen, die Musik dieser Dimension bevorzugen, keine neurotischen oder unangenehmen Eigenschaften besitzen. Soviel zu den Vorurteilen über Metalhörer!
Jetzt zum eigentlichen Punkt: die Dimension "optimistisch und konventionell", die die Schrottgenres "Pop", "Country", "religiöse Musik" und "Soundtracks" enthält, hat mit Abstand die schlechtesten Werte bei den objektiven Tests zu kognitiven Fähigkeiten (verbal und analytisch) und wird bei den analytischen Fähigkeiten nur noch unterboten von...na? ... natürlich den "energetisch-rhythmischen", also Elektro-Honks, Soulfuzzis und Hiphoppern.
Wem der Sprachstil in der Studie zu anstrengend oder zu wissenschaftlich ist, der kann sich hier die Ergebnisse (auf Englisch allerdings) erklären lassen.
Ein (stark vereinfachtes) FAZIT der Studie lautet jedenfalls: Leute, die Popmusik hören, sind (tendenziell) eher dumm!
Naja, für diese Erkenntnis, zu deren Vollständigkeit noch fehlt, daß diese Leute außerdem einen schlechten Geschmack haben, hätte es nicht unbedingt einer 21 Seiten langen Studie bedurft, aber es ist doch immer schön, wenn die Wissenschaft die Alltagsbeobachtungen unterstützt, nicht wahr?
Und mit Klassik UND Metal gehört man auf jeden Fall zu den Gewinnern! ;-)
Donnerstag, April 26, 2007
Vielleicht besser doch "Homeschooling"?
Es ist skandalös und beschämend (ich weiß, ich wiederhole mich, aber was soll ich sagen?) und ein weiterer Punkt auf meiner langen "Warum-ich-schnellstens-hier-wegziehen-sollte"-Liste.
Mittwoch, April 18, 2007
Schäuble vs. Rechtsstaat
Das ist nicht die erste wahnwitzige Idee dieses Hirnverbrannten und sicher auch nicht die letzte.
- Voratsdatenspeicherung
- Ermorden von Passagieren in entführten Flugzeugen
- Überwachungsviren (Schäuble will mit einem Computervirus am besten jeden einzelnen PC der Bürger überwachen)
Wes Geistes Kind er ist, stellte er, der auch nichts gegen Geständnisse, die unter Folter erzielt wurden, hat, unter Beweis durch seine Reaktion auf das Urteil aus Karlsruhe, das ihm verbot, vollbesetzte Passagierflugzeuge abzuschießen: statt betreten auf seine Schuhe zu starren, kündigte er trotzig wie ein Kind an, dann eben die Verfassung ändern zu müssen.
Zum Glück haben schon viele den Irrsinn dieses Verblendeten erkannt:
- Der Obmann der Liberalen im BND-Untersuchungsausschuss, Max Stadler, sagte, von Schäubles Denkmuster führe eine direkte Linie zu den Forderungen nach Sicherheitshaft, wie sie einst sein Amtsvorgänger Otto Schily erhoben hatte, „und letztlich auch zu den amerikanischen Terrorabwehr-Methoden, die in Guantanamo gipfelten“
- Der frühere FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum übte harsche Kritik an den Äußerungen - und bezeichnete Schäubles Vorstoß als "rechtsstaatlich ungeheuerlich“.
- Klaus Uwe Benneter sagte der Leipziger Volkszeitung: "Ein Minister, der Hysterie verbreitet, wird selbst zum Sicherheitsrisiko."
- Die stellvertretende SPD-Vorsitzende, Ute Vogt, forderte die Kanzlerin dazu auf, ihrem Innenminister Einhalt zu gebieten. "Wer den Grundsatz der Unschuldsvermutung offen in Frage stellt, ist der falsche Mann, an vorderster Stelle im Staate die Verfassung zu wahren und zu schützen.“
1.) Todesstrafe muß wieder eingeführt und nachträglich an dem Menschen vollstreckt werden, der Sie niederschoss.
2.) Jeder Bürger hat mit Mikrophonen ausgestattet zu werden, die jedes Wort aufzeichnen und an Sie, die Polizei und den Geheimdienst senden. Wer sein Mikrofon abnimmt, siehe 1.)
3.) In jedem Haus hat in jedem Raum eine Videokamera installiert zu werden, die alle Aufnahmen in Echtzeit an Sie, die Polizei und den Geheimdienst senden. Wer sich weigert, siehe 1.)
4.) Neugeborene sollten ab sofort einen Peilsender implantiert und einen Strichcode auftätowiert bekommen. DNA, Fingerabdruck, Irisscan wird natürlich auch gleich genommen und für immer gespeichert.
5.) Jedem Passagierflugzeug wird eine taktische Bombe eingebaut, die nur durch einen Zündimpuls, den Sie mit einem praktischen Gerät absenden können, gezündet werden kann. Dann können Sie endlich entführte Flugzeuge "entfernen", oder solche, die sie beim Sonntagskaffee stören.
6.) Guantanamo Reloaded wird direkt neben der CDU-Parteizentrale gebaut!
Damit könnte man wenigstens ein bißchen gegen das lichtscheue Gesindel namens "Bürger" und dessen terroristische Attitüde vorgehen, nicht wahr, mein Herr?
Ach ja: Sie, Sir, sind krank!
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Nachtrag: Es gibt einen Clip von Mathias Richling, der alles oben gesagte absolut brillant wiedergibt. Unbedingt ansehen!
Nachtrag2: Auch die juristische Fachwelt wendet sich mittlerweile voller Grauen vor dem irren Minister an die Justizministerin, mit der Bitte, ihm Einhalt zu gebieten!
Dienstag, April 17, 2007
Es geht doch!!
Und nachdem Freund Wendehals oder auch Wulf genannt ganz gewaltigen Gegenwind ob seiner unverschämten Raucher-Schutzgesetze verspürte und noch dazu seine Käuflichkeit und kriecherische Ergebenheit gegenüber der Tabaklobby publik wurde, betätigt er sich nun eifrig in einer merkwürdig politikereigenen Disziplin, dem Zurückrudern.
Bei ihm gerinnt dies zwar zur Verharmlosung, denn er bekennt kokett: "Es ist eine gute Erfahrung, dass der Mensch fehlbar ist." Gemeint ist: "Ok, soviel Geld, daß ich meine Karriere hier beende, hat mir die Tabaklobby noch nicht überwiesen, also mache ich einen auf Bürgerkumpel!"
Im Ergebnis ist das ganze gut. Die Hintergründe und wie es dazu gekommen sind, sind mit gewohnter Regelmäßigkeit abstoßend, peinlich und erbärmlich.
Dennoch: Glückwunsch an Niedersachsen, Ihr werdet es vermutlich bald besser haben, als wir in Nordrauch-Westphalen....
Samstag, April 14, 2007
Bakterien haben doch auch eine Seele!
So haben ein Freund und ich immer die Vegetarier-Terror-Tussi aus unserem Bio-LK verarscht, wenn sie Antibiotika gegen ihren Infekt genommen hat, oder eine Oberfläche mit Ethanol desinfizierte. Verdient hatte sie das natürlich wegen ihres penetranten und für diese "Gattung" üblichen Missionarseifer, mit dem sie gegen meines Freundes und meinen Fleischkonsum (und den jedes anderen), sowie gar gegen einen Zoobesuch im Rahmen einer Kursfahrt ("die armen Tiere!") opponierte, sich blamierte und uns nervte.
Als ich ihr einmal versprach, nur wegen ihres Vegetarismus meinen Fleischkonsum sogar zu verdreifachen, um ihren Verzicht nicht nur auszugleichen, sondern damit wegen ihres Verzichts sogar mehr Tiere sterben müssen, als ohne ihn, ist sie ziemlich sickig geworden, wollte aber trotzdem kein Fleisch essen, um Tiere zu retten. Das nenne ich mal konsequent - aber was will man machen?
Allerdings ist das Sendungs- und Missionsbewußtsein dieser Leute etwas, das mir und anderen ganz gehörig auf den Sack geht und das auch an dieser Stelle mal einer gründlichen Tracht verbaler Dresche bedarf! Das widerliche ist ja, daß sich diese Leute als Engel und Helden der Moral stilisieren, ihre Lebensweise als die einzig richtige proklamieren und wie selbstverständlich (nachzulesen hier unter Faq/Tierbefreiung und dann "Juristische Fragen") den Bruch von Gesetzen und illegalen Aktionen billigend in Kauf nehmen, wenn es ihrer verdrehten Sichtweise entspricht, statt sich, wie es richtig wäre, dessen bewußt zu sein, daß sie eine verschwindende Minderheit von Freaks und Sonderlingen sind, die sich glücklich schätzen dürfen, in einer demokratischen Gesellschaft nicht nur geduldet, sondern auch mit umfangreichen Rechten ausgestattet zu sein. Das führt dann zu unglaublichen Akten, die zutreffend nur mit Terrorismus bezeichnet und entsprechend deutlich und harsch angegangen werden müssen!
Kommen wir zu der Motivation dieser Spinner: zunächst schließe ich ausdrücklich alle aus meiner Kritik aus, die zwar kein Fleisch essen, sei es, weil sie es nicht mögen, weil ihnen die armen, kleinen Tierlein leid tun (und die sich ihrer inkonsequenten "Bambimoral" (Fachwort ;-)) durchaus bewußt sind), oder weil sie meinen, gesundheitliche Gründe zu haben etc., die aber alle anderen damit in Ruhe lassen und wissen, daß sie die Ausnahme sind und nicht missionieren und nicht rumheulen, wenn auf einer Party kein Tofu-Rotz zu finden ist. Diese Leute kann ich zwar nicht verstehen, aber es ist ihr gutes Recht, so zu sein, solange es nicht zu Lasten von normalen Menschen geht. Den Fundamentalisten unter den Körnerfressern aber sage ich den Kampf an!
Werfen wir einen Blick auf die gängigen Argumente:
- "Speziesismus" ein Konzept, das die biologische Disziplin der Taxonomie angreift und insbesondere die Wahrnehmung einer Sonderstellung des Menschen gegenüber den Tieren kritisiert.
Aus dieser Konzeption wird dann abgeleitet, daß es keine Berechtigung für den Menschen gibt, andere Tiere zu seinem Nutzen zu töten und zu "verbrauchen" und daß ferner die Fähigkeit zur ethischen Abwägung des Menschen diesem solches verbieten müsse. Einem unintelligenten Raubtier könne also der Vorwurf des unethischen Handels nicht gemacht werden, weil es zur ethischen Abwägung nicht in der Lage ist. Besonders wird das "Leid" von Tieren abgelehnt, weswegen auch Tierprodukte, deren Herstellung nicht den Tod der Tiere nach sich zieht, abgelehnt werden. Daß der Mensch aber gerade durch seine einzigartige Fähigkeit zur moralischen Einsicht von Lebensformen, die dazu nicht fähig sind, unterschieden werden kann und genau darin sein Wert besteht, gibt der fundamentalistische Veganer (fV) nicht zu. Er neigt dazu, den Wert eines Menschen unterhalb desjenigen eines Tieres aufzufassen und schlägt gerne Menschenversuche anstelle von Tierversuchen vor. Das muß aber bedeuten, daß der fV, wenn er sich ach so konsequenterweise seiner eigenen verqueren Maxime unterwirft, sein Leben dem von anderen Tieren nicht überordnet, denn er ist ja nicht mehr wert als sie und seine Fähigkeit zur ethischen Einsicht muß ihn zur Unterordnung zwingen. So darf ein fV also keinesfalls tierische Parasiten, z.B. Bandwürmer oder Krätzemilben, die seinen Körper als Wohn-, Nahrungs- und Brutstätte ausgesucht haben, bekämpfen. Er hat, im Einklang mit allem Leben, in dem er sich ja befindet und dessen Teil er ist, diesen überaus natürlichen Prozess und Ausdruck der Lebendigkeit der Natur, still und froh zu dulden und sein Überleben, so gegeben, als erfreulichen, wenngleich nicht-notwendigen Zufall aufzufassen.
Hier windet sich der fV gerne heraus, indem er schnell auf "Relativierungs-Mode" schaltet und auf einmal doch nicht mehr alle Tiere schützenswert findet, sondern nur die mit "zentralem Nervensystem" (wegen der Schmerzen und des Leides doch) und das schon ziemlich fortschrittliche Nervensystem von Insekten ist ihm dann, wenn er Bottfliegen unter seiner Haut dulden soll, plötzlich immer noch nicht leidensfähig genug, um schützenswert zu sein. Er verfällt also in vollem Umfang in den geschmähten Speziesismus.
Weniger "organisierte" fVs vertreten übrigens oft auch eine zwar nicht systematisierte doch nichtsdestoweniger unerträgliche Implikation des Speziesimus. Sie treiben die Gleichmacherei soweit, daß sie sich und damit alle Menschen unter das Tierwohl stellen und z.B. Tierquäler am liebsten ohne zu Zögern mit dem Tode bestraft sähen. Sie denken, daß sie durch diese ekelhaft demütige Position, die tatsächlich völlig menschenverachtend ist, als besonders moralisch erscheinen und haben meist selber Haustiere, die dann oft besser leben, als viele Menschen. Zugleich beurteilen sie Menschen danach, wie sie mit Tieren, nicht mit anderen Menschen umgehen. Dies ist eine widerwärtige und krankhafte Einstellung, dieses rein eitle Sich-Selbst-Erniedrigen und die grundsätzliche, unreflektierte Betrachtung des Menschen als Wurzel allen Übels, das natürlich nur durch ihn selbst als solches aufgefaßt werden kann. Die Konsequenz für diese Leute wäre doch, mit gutem Beispiel voran und ins Wasser zu gehen und vorher noch alles Geld an den Tierschutz zu spenden, oder nicht?
- Pflanzenkonsum ist ethisch in Ordnung!
Dies ist eine bequeme Konvention für den fV, denn seiner Auffassung nach verspürt eine Pflanze kein Leid. Tatsache hingegen ist, daß Pflanzen zwar nicht über ein Nervensystem, sehr wohl aber über die Fähigkeit, Verletzungen zu registrieren, verfügen. Ferner können sie eine Verletzung und damit eine Gefahr auch an Artgenossen mitteilen, über windgetragene Botenstoffe und verfügen zusätzlich über Hormone und weitere Kommunikationswege. Damit wäre es nicht weniger grausam, Pflanzen für die eigene eitle und egoistische Selbsterhaltung zu morden. Einzige Möglichkeit also: Verzehr von Pflanzenteilen, die von der Pflanze nicht mehr benötigt und ihr ohne Schaden entnommen werden können, wobei dann die Samen in den Früchten bitte eingepflanzt bzw. verstreut zu werden haben, damit der Pflanze auch indirekt kein Schaden entsteht (viel Spaß bei Erdbeeren). Natürlich wartet ein professioneller fV angesichts dieser Fakten mit irgendwelchen Sprüchen aus seinem Forum auf, diese sollte man jedoch nur gelten lassen, wenn die Behauptungen darin in einem botanischen, peer-reviewed Journal veröffentlicht wurden.
- Veganismus ist gesund / nicht ungesund (wieder sollte man nur peer-reviewed Daten gelten lassen)
Die Wirklichkeit sieht, aller Dampfhammer- und Kreischpropaganda der fVs zum Trotze „etwas“ anders aus:
Hier wird gezeigt, daß Veganer eine geringere Knochenmineraldichte haben, als Normale.
Hier wird gezeigt, daß Veganer zu 28,2% über unzureichend Cobalamin (Vitamin B12) verfügen und zu 38,1% von Hyperhomocysteinämie (Risikofaktor für Herzinfarkt) betroffen sind.
Hier eine Studie zu den Risiken einer veganen Ernährung für Kinder, zu denen Koma und Atemstillstand (bei Vitamin B12 Mangel, wie er häufig bei Veganern vorkommt) gehören, wie hier gezeigt!!!
NOCH FRAGEN?!?!? Alle Verweise auf Veganerforen und Beteuerungs-Fuzzis sind rundheraus abzulehnen, da unwissenschaftlich. Bei Beharren der fVs kann dann analog Metzgerinnung oder sonstige „neutrale“ Quelle für Fleischkonsum zitiert werden.
FAZIT: es gibt keine ethischen, medizinischen oder wissenschaftlichen Argumente gegen Fleischkonsum durch Menschen. Im Gegenteil. Natürlich soll niemand wird zum Fleischkonsum genötigt werden, man sollte einen entsprechenden Verzicht aber absolut freiwillig und ungenötigt ausüben, dies gilt insbesondere für unmündige Kinder. Schließlich muß man feststellen, daß fleischlose Ernährung ein abweichendes, abnormales Verhalten darstellt, das in einer Demokratie zwar geschützt sein muß, aber das nur krankhafte, derangierte Fundamentalisten zum Anlaß nehmen können, um es missionarisch und aufgrund unhaltbarer Argumente verbreiten zu wollen!
Zum Schluß noch etwas Spaßiges: der Antivegane Kochkurs mit einem Veganer-Website-Generator, der der Realität schmerzhaft nahe kommt ;-)!
Dienstag, März 27, 2007
So sieht also "Nichtraucherschutz" aus! Niedersachsen gibt sich noch nicht mal beim Verarschen Mühe!
Verstöße gegen Rauchverbote werden nicht bestraft und nicht verfolgt, es stehe den zur Passivvergiftung Gezwungenen lediglich frei, sich zivilrechtlich eine Schadensregulierung zuzuführen. Natürlich ist so ein Schaden nicht eindeutig nachweisbar und erst recht nicht in Schmerzensgeld übersetzbar. Wer kann schon sagen, ob der Betroffene Krebs bekommen wird und wenn ja, ob die letzte Mutation seiner DNA, die die Gründerzelle seines Tumors transformiert hat, durch den Rauch von Person X ausgelöst wurde? Niemand!
Aber die Wirte brauchen ihre Raucher selbst diesen sehr milden Bedenken gar nicht erst auszusetzen, denn sie können ohne Antrag, Zulassung, Prüfung oder gar Begründung ihren Laden zur Raucherhöhle machen und werden das (warum auch nicht?) natürlich tun!
Wieder stehe ich da, fassungslos! Warum lassen die Leute sich das denn gefallen? Was ist das nur für eine bodenlose Unverschämtheit von der Politik und was für eine Bankrotterklärung vor den Lobbies?! Natürlich wird es, jetzt, da der Präzedenzfall geschaffen ist, in NRW genauso kommen.
Mein inniger Wunsch nach und meine Hoffnung auf eine Intervention der EU, die diese ekelhaften Politclowns und Verbrecher am eigenen Volk tüchtig durchwatscht und mit der staatlich zertifizierten Verpestung normaler Menschen endlich und bußgeldteuren Schluß macht, wird von Tag zu Tag glühender!
Donnerstag, März 22, 2007
So dumm, daß es wehtut!
from a creationist point of viewbetrachtet werden. Das Ding heißt "Creationwiki"und ist so ziemlich eine der krankhaftesten Zusammenballungen von Dummheit, Ignoranz, Lügen, Indoktrination, Unwissenschaftlichkeit, Volksverdummung und Fundamentalismus, die man im Netz finden kann. Der absolute Hammer, der einem wirklich den Atem stocken läßt vor soviel Dummheit und Dreistigkeit, ist aber eine Tabelle im Eintrag zum Fliegenden Spaghetti Monster. Dabei handelt es sich ja um ein Gedankenexperiment, bzw. eine satirischen Religion, mit einem grotesken fliegenden Spaghetti-Monster als Gottheit, die die Absurdheit des Dover-Prozesses und der ID-Anhänger, die ID als Alternative zur Evolutionstheorie im Unterricht fordern, herausstellen und persiflieren soll.
Die Autoren der Creationwiki empfinden die Bedrohung durch das Fliegende Spaghettimonster (FSM) und die Forderung seiner Anhänger, als weitere Alternative zur Evolutionslehre (neben ID/Kreationismus) unterrichtet zu werden, als so real, daß sie sich nicht entblödeten, in ihrem Eintrag darüber den "Beweis" anzutreten zu versuchen, daß im Gegensatz zu Kreationismus das FSM ja gar nicht ernst gemeint und auch nicht wissenschaftlich sei. Dazu stellen sie die Charakteristika von Evolution, ID, Kreationismus und FSM in folgende Tabelle gegenüber:
| Flying Spaghetti Monster | Evolution | Intelligent Design | Creation |
|---|---|---|---|
| Intended as parody | Intended as science | Intended as science | Intended as science |
| Creator (the Flying Spaghetti Monster itself) assumed to exist and identified | Creator assumed not to exist (despite the evidence) | Creator (designer) inferred from the evidence but not identified | Creator assumed to exist |
| Evidence for evolution claimed to be planted by the creator | Evidence for evolution is not to be questioned | Evidence for evolution challenged with academic arguments | Evidence for evolution challenged with academic arguments |
| Creator makes things appear older than they are as a test of faith | Accepts uniformitarian ages | (Generally) accepts uniformitarian ages | Rejects uniformitarian ages as based on unprovable presuppositions |
| Has no genuine support in the scientific community | Has the support of the vast majority of scientists | Has the support of (at least) thousands of scientists | Has the support of (at least) thousands of scientists |
| Has no supporting evidence | Has little supporting evidence | Has supporting evidence | Has supporting evidence |
Begleitet von dem lapidaren Fazit:
It can be seen from the comparison above that there is no basis for teaching students about the Flying Spaghetti Monster, but the same cannot be said for Intelligent Design nor creation.IST DAS ZU FASSEN? Man weiß vor Empörung über soviel geifernde Dummheit gar nicht, wo man anfangen soll. Eine Tabelle, die so voller vollkommen falscher Aussagen und schlicht faustdicker Lügen steckt, ja, die die Welt auf den Kopf stellt (es wird behauptet, daß Evidenz für einen Schöpfer vorliegt und daß für Evolutionstheorie im Gegensatz (!!!) zu ID und Kreationismus kaum unterstützende Evidenz vorliege) mündet in ein offenbar ernstgemeintes Fazit, in dem man stolz verkündet nun bewiesen zu haben, daß die Schöpfungslehre einer ohnehin als Parodie gemeinten und erkannten Pseudoreligion nicht in Biologie unterrichtet werden soll, wohl aber Kreationismus und ID. Unglaublich, oder?
Deutsch: An obigem Vergleich sieht man, daß es keine Grundlage dafür gibt, Schüler vom FSM zu unterrichten, das kann jedoch nicht für ID und Kreationismus behauptet werden (Übersetzung von mir)
Natürlich "beweist" diese Tabelle gar nichts, aber sie geht auch nicht auf den Kernpunkt der FSMler ein, nämlich die genaue Analogie zwischen FSM und Kreationismus, die ja aufzeigen sollte - eben abstrahiert von einer wirklichen Religion und befreit vom Ballast des oft empfundenen, traditionellen Respektsbedürfnisses - wie unwissenschaftlich und idiotisch es ist, eine Religion und deren Lehren dem wissenschaftlichen Verständnis der Welt und des Lebens unterschieben zu wollen. (Man weiß im Hause FSM übrigens durchaus selbst, daß man eine Parodie ist.)
FSMismus ist also nicht ungeeignet als Unterrichtsstoff, weil es ein Parodie ist, sondern weil es eine Religion ist (ob echt oder nicht ist hierfür völlig unerheblich) und daher haben auch Kreationismus und sein zurückgebliebener Bruder ID (beides religiöse Produkte) nichts im Naturwissenschaftsunterricht verloren.
Ich nehme an, daß man so verrückt sein muß, um ID/Kreationismus für eine Alternative zur Evolutionstheorie zu halten, daß es einem dann schon egal ist, sich mit solchen offenen Zurschaustellungen der eigenen Debilität, wie man sie in Creationwiki findet, bis auf die Knochen zu blamieren.
Einfach nur peinlich!
Donnerstag, März 08, 2007
Athpedia oder Ich habe es schon wieder getan
Dear PZ,
good news this time from germany: Atheist-Wikipedia or ATHPEDIA
It's a free, secular encyclopedia with the purpose of objectively explaining several and in part contradicting positions and of critically looking into content and impact of religions.
It seems to be a sound and serious project with not many yet but well written entries.
They even have a list of "frequently uttered arguments" pro religion complemented with the according rebuttals.
Hopefully, someone will adopt this in USA too to counteract this Creationwiki hokum.
Best regards,
Corn
Und das wurde daraus. Ich möchte dabei nicht versäumen, das Projekt Athpedia hervorzuheben, wie schon in der mail an PZ geschehen. Es handelt sich dabei um eine Art atheistische Wikipedia, mit noch recht wenigen aber gut geschriebenen und recherchierten Artikeln.
Donnerstag, März 01, 2007
mein Beitrag zu Pharyngula
Corn schrieb:
Dear PZ,Und das ist daraus geworden! Bei der Leseranzahl von mehreren 10.000, die Pharyngula hat, freut es mich wirklich, an einer so illustren und exponierten Stelle, an "Werbung" für Herrn Meisner, der noch verrückter ist, als ich dachte, beteiligt gewesen zu sein. Hier ist noch ein Kommentar von mir zu dem Post.
today I was enraged by what I had to read about the clown-in-chief of Cologne Cardinal Meisner. He said the follwing during a service for soldiers at cologne cathedral (I translated it, the original text is below):
"One can with a clear conscience hand over responsibility for life and death of others to a god-praising soldier [...]"
and (even worse): "In praying hands weapons are safe from abuse"
Do not let this hear Bush and his war mongers!!!
Original Article:
Zum 31. Soldatengottesdienst segnete Kardinal Meisner heute im Kölner Dom die Bundeswehr und ihr mörderisches Geschäft gemäß seiner fundamentalistischen Logik "Einem Gott lobenden Soldaten kann man guten Gewissens Verantwortung über Leben und Tod anderer übertragen, weil sie bei ihm gleichsam von der Heiligkeit Gottes mitabgesegnet sind".... "Wem käme es in den Sinn, Soldaten, die auch Beter sind , dann noch als Mörder zu diskriminieren. Nein, in betenden Händen ist die Waffe vor Mißbrauch sicher".
Here is the link: http://www.bundeswehr-wegtreten.tk/
Regards,
Corn
A crapple a day
Was ich so bizarr finde, ist der Erfolg, den die trashigen Teile aus dem Hause Crapple verzeichnen. Das "Design" ist, nun ja, von infantil-klobig bis infantil-plump, alles schön abgerundet, damit die lieben kleinen sich nicht stoßen können, oder was? Nichts schneidiges, nichts elegantes nur dieser luftgefülltes-Kaubuch-mit-Farben-ohne-Konservierungsstoffe-Charme aus der Krabbelgruppe für motorisch retardierte, peinliche Kleinkinder von Ökoeltern.
In den Tests der gängigen Computermagazine rangieren die Crapples allenfalls im Mittelfeld, längst überholt von anderen Herstellern, außer natürlich in der Kategorie "Preis", da ist Crapple nach wie vor unschlagbar. Und im Entmündigen und Knebeln des Users, sollte man noch erwähnen, denn mp3 per Crapple heißt immer auch "iTunes", die freundliche Spyware aus dem Netz. Zudem kann der ehrliche (und dumme) Käufer von mp3's aus dem Crapple-Store diese zwar auf sein Gerät kopieren, nicht aber von diesem wieder auf einen PC spielen. Was zum Teufel soll das? Und daß man andere DRM-geschützte nicht-crapple mp3's erst gar nicht auf einem Crapple abspielen kann, schlägt dem Faß endgültig den Boden aus. Mein Vorschlag für ein neues Gerät für Crapple: ein Spieler, der nichts kann, aber, am PC angeschlossen, eine Verbindung zur Banksoftware des Users startet und sagen wir mal 10€/Minute an Crapple überweist. Der Spieler ist dafür aber "totchic" designt und man kann ihn überall mit hinnehmen.
Ähnlich sieht es mit der Computer-Sparte aus. Superteure, potthäßliche Teil mit Ein(!)-Tasten-Mäusen (bei denen das Scroll-Rad als neuester Schrei gilt) an denen man selber kaum etwas verändern oder aufrüsten kann, aber dafür gibt es schließlich den überteurten Crapple-Service und die maßlos überteuerten Crapple-Originalteile. Tja und Freeware und Open Source ist eben auch nicht vorgesehen, wozu auch, wenn es doch für mindestens ein Promille aller Freeware eine Crapple-Substitut für 100€ gibt?
Was mich nervt ist der vornehmlich durch Unwissenheit und Gleichschaltung überhaupt erst mögliche Hype um Crapple. Ich meine: welcher vernünftige Mensch würde sich, wenn er einen bestimmten Gerätetyp haben will, ein Gerät kaufen, das bei mittlerer Qualität den höchsten Preis hat?!? Haben es die Werbefuzzis von Crapple wirklich geschafft, die Teile derart zum Statussymbol hochzujubeln? Was stellt man denn dar, wenn man seine Musik mit Crapple hört? In deren Augen wahrscheinlich einen den Finger am Puls der Zeit habenden, yuppiesken, hippen und "designbewußten" Siegertypen, in meinen eher einen leicht manipulierbaren Mitläufer ohne Ahnung und Geschmack mit dafür zuviel Geld. Schlimm auch, daß es so viele gibt, die sich auch noch freiwillig mit diesem Crapple-Archetypen identifizieren wollen...
Fazit: A crapple a day keeps the doctor away, denn den kann man sich dann nicht mehr leisten, auch wenn man ihn offensichtlich braucht...
Ein Land, das es nicht geben sollte,
Im Museum wird die Evolutionslehre nicht vertreten und die biblische Geschichte als historische Wirklichkeit interpretiert.Ich nehme an, man hat sich unter anderem durch den Irrsinn der amerikanischenVorbilder inspirieren lassen, die sich ein "Creation Museum", in dem der blanke, schreiende Wahnsinn als wissenschaftliche Fakten dargestellt wird, für einige Mio. Dollar gebaut haben. U.a. gibt es dort ein Diorama, in dem ein gewaltiger Saurier neben einem frühen Menschenkind steht, um darzustellen, daß diese Arten simultan existiert haben (müssen, wenn man die Bibel wörtlich auslegt, wozu man dort neigt)!!
Und wieder steht man da, wie vom Donner gerührt. Man hatte sich noch über die völlig bekloppten US-Fundamentalisten kaputtgelacht, sich gewundert, wo diese Spinner soviel Geld für ein solches Projekt herbekommen, sich das dann selbst damit erklärt, daß die ganzen USA so vollgestopft mit Spinnern sind, die gerne ihr Geld anderen Spinnern geben, daß deren Spenden schon ausreichen würden. Man hatte sich selbst gerade noch auf die Schulter geklopft, als Europäer, mitleidig gelächelt und DANN erfährt man, daß direkt nebenan in der Schweiz mindestens ebenso Verrückte einen Freizeitpark der Wahnvorstellungen aus dem Boden stampfen wollen!! Wo kriegen die denn das Geld her? Gibt es ausgerechnet in der Schweiz etwa Banken, die so etwas finanzieren? Oder ist das eine Verschwörung, hinter der Opus Dei oder ein anderer zahlungskräftiger und an Volksverdummung und frühkindlicher Programmierung interessierter, kirchlicher Geheimdienst steht? Und wer soll da hin gehen? Hoffen die darauf, daß das Teil im weiten Umkreis die einzige Attraktion sein wird und die Eltern ihre Kinder dahinbringen, weil es eben nichts anderes gibt? Und rechnen die damit, daß es in Westeuropa genug Fundamentalisten gibt, die freiwillig dorthinfahren, selbst wenn normale Freizeitparks viel näher liegen, damit sich diese Nummer auch nur im Entferntesten lohnt? Glauben die etwa, daß auch nur ein einziger rational denkender, aufgeklärter Mensch Geld für ein schlecht als Spaßland verhohlenes Indoktrinations- und Bibelbootcamp ausgeben und dem gar seine unmündigen Kinder aussetzen würde? Vermutlich tun sie das, schließlich war ein ausgewachsener, kraftvoller Wahnsinn ohnehin die Mindestvoraussetzung dafür, überhaupt die Idee für ein "Genesis-Land" zu haben, wenn ich auch davon ausgehe, daß man behaupten wird, Jesus habe einem das im Schlafe geflüstert...
Samstag, Februar 24, 2007
Respekt, Herr Beck!
Aber gewöhnen Sie sich nicht dran, denn ansonsten kann man mit Ihrem Laden wirklich nichts anfangen!
Ich kann nicht mehr! Ich will auch nicht mehr! Mir reicht es hier!
Gerade lese ich, daß sich die "Länder" tatsächlich zu einer gemeinsamen Lösung entschieden haben: die Normalen sollen endlich vor den Rauchern geschützt werden, und ja! auch in Gaststätten. Ich hatte schon zur Becker-Faust und gleichzeitiger Becker-Säge angesetzt, der Jubel bahnte sich schon den Weg von der Stimmritze in die Welt, als er von einem Schwall Galle abrupt niedergebügelt und zunichte gemacht wurde, denn ich lese weiter und erfahre, daß zwei Bundesländer sich eine Ausnahme genehmigen. Niedersachsen und? Na? SELBSTVERSTÄNDLICH Nordrhein-Westfalen!!! Diese Länder ermöglichen es den Gastwirten, ihre Betriebe als Raucherlokale zu erklären. Es ist natürlich vollkommen und ohne jeden Zweifel klar, daß jeder Gastwirt in NRW seinen Schuppen ohne auch nur eine Sekunde zu zögern zum Raucherlokal erklären wird uns sich ABSOLUT GAR NICHTS für uns ändern wird. Was für eine Farce, was für eine Frechheit!!! Genau das, was vermieden werden sollte, ist eingetreten: unterschiedliche Normalen-Schutzgesetze für die Länder. Ich bin überzeugt, daß diese faulen Stellen von den Lobbyisten sofort genutzt werden, um die Gesetze in den anderen Ländern ebenfalls zu attackieren, hintertreiben und auszuhöhlen, bis es überall soviele Ausnahmeregelungen, Sondergenehmigungen und Zugeständnisse gibt, daß die gesamte Anstrengung vollständig ad absurdum geführt sein wird. Aber das wundert mich kein Stück. Ich habe die deutschen Politiker-Parodien, Taugenichtse und Eidbrecher ("Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden" Pah!) schon längst abgeschrieben und erwarte nichts mehr von ihnen. Meine einzige Hoffnung ist und bleibt daher, daß eines fernen Tages der Hammer der EU auf dieses verrottete Land niedergeht und den fauligen Klumpen zu Matsche schlägt. Das Bußgeld kann gar nicht hoch genug sein.
Ich schäme mich für dieses Land und ich schäme mich für die, die vorgeben und sich fürstlich selbst dafür bezahlen, im Auftrage seiner Bürger zu handeln. Bah!
Donnerstag, Februar 22, 2007
Bevor ich's vergesse
(nicht, daß ich damit die Existenz eines solchen anerkennen würde! Es geht ums Prinzip!)
Wie hier erklärt wird, ist das aber die einzige Möglichkeit, nach dem Tod von den ganzen Jesus-Spinnern in Ruhe gelassen zu werden. Denn in diesem lustigen, alten Märchenschinken heißt es bei Markus 3:29 "Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften."
Ich hoffe, die halten sich dran!
Gerne kann hier in den Kommentaren auch von Euch entsagt werden.
Sieg in Russland
Gemessen am Duckmäusertum der russischen Öffentlichkeit vor der "kirchlichen Autorität" hätte ich gedacht, daß man dem armen, geschändeten Mägdelein recht gibt und im ganzen Land der verfluchte Darwin aus den Klassenräumen gejagt wird. Aber au contraire:
"Der Lehrplan in Biologie beruhe auf der von Charles Darwin begründeten Evolutionstheorie, die im Gegensatz zum Kreationismus wissenschaftlich bewiesen sei!"Hört, hört! Und danke, Russland!
Mittwoch, Februar 21, 2007
Na das ist ja mal was ganz Neues!
Zum Glück handelt es sich bei dem offenbar gerade erst entdeckten Phänomen nicht um etwas (Rauchen) was schon seit Jahrzehnten in solchen Räumen (Discotheken) auftritt, oder etwa doch?!? Huch! Ja tatsächlich, wieso ist da bloß noch niemand (außer eben den Tausenden von Normalen und Nichtlobbyisten) drauf gekommen?!?!
Das macht einen doch fassungslos. Nachdem eine Studie des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit "ergeben" hat, daß der Rauch in Discotheken möglicherweise gesundheitsschädlich für dort Arbeitende sein könnte, tut man jetzt so, als wäre das nicht schon ewig bekannt und denkt nun erstmals über mögliche Schutzmaßnahmen nach, nachdem nun auffiel, daß derartige Giftkonzentrationen an anderen Arbeitsplätzen zum Tragen von Ganzkörperschutzkleidung und Gasmasken verpflichten würde.
Nicht, daß ich etwas gegen diese Erkenntnis und erst recht davon abgeleitete Schutzmaßnahmen für diese armen Menschen hätte. Mich macht aber diese abartige Heuchelei krank, dieses So-tun, als habe besagte Studie irgendetwas Neues erbracht, das man vorher keinesfalls hätte ahnen können - und damit natürlich die Tatsache, daß deshalb vorher auch noch nie etwas getan wurde.
Wenn ich morgen eine Studie vorlege, die zeigt, daß es ein Phänomen gibt, daß Dinge Richtung Erde zieht und es - ganz revolutionär - "Schwerkraft" nennen würde, dann würde ich doch auch ausgelacht!
Daher hier nun offiziell, einfach und "unwissenschaftlich", sogar für Politiker verständlich ausgedrückt noch einmal das Ergebnis so ziemlich jeder Studie über das Rauchen zusammengefasst: Rauchen ist scheiße und macht (aktive und passive Raucher) krank und/oder tot.
Bitte ab jetzt, was Rauchen angeht, keine sinnlosen Studien mehr, keine Ausreden, Abwiegelungen und Ausweichmaneuver. Bitte nur noch Taten: Gesetze, Verbote und harte Strafen!
Dienstag, Februar 06, 2007
Nebenbei bemerkt: Ausgewhimpte Metalbands
Diesem Post liegt ein trauriges, aber offenbar häufiger werdendes
Phänomen zugrunde: das Auswhimpen von Metalbands. Unter "Auswhimpen"
verstehe ich die Hinwendung zum Kommerz und zu Massentauglichkeit und
Gefälligkeit, erreicht durch Vermindern der musikalischen Härte, sehr
oft vermittelt durch Weglassen von Growling und/oder Screaming, sowie
Drosselung des Tempos. Es ist immer ein kleiner Stich für das Gemüt, wenn man Bands, die man früher und/oder lange geschätzt hat, sich selbst und die alten Fans verraten und soft werden.
Und hier nun die (bei Bedarf aktualisierte - Vorschläge sind erbeten) Liste ausgewhimpter Bands. In der Klammer steht das letzte gute Album.
- Metallica (Black Album)
- Theatre of Tragedy (Velvet Darkness they fear)
- Paradise Lost (Draconian Times)
- Amorphis (hatten eine schwache Phase, nach Tuonela, haben sich aber wieder gebessert)
- Tiamat (Wildhoney)
- Moonspell (hatten nach Irreligious eine üble Phase, sind aber seit Antidote wieder cool)
Aktuelle Kandidaten:
- Kittie (Oracle; haben sich total verändert; ist eine schlechte, angepassteGirlrockkapelle mit nervig-schlechtem Plärrgesang geworden)
- Tristania (Ashes): was für ein gewaltiger Abfall vom sehr starken Ashes!
- Die Apokalyptischen Reiter (All you need is love; die Jungs sind leider so stark ins Freakig-Alberne abgedriftet, daß es einfach keinen Bock mehr macht, sich diese Scheiße anzuhören)
- Seit ich gestern die neue Platte von Within Temptation gehört habe, zähle ich diese Band auch dazu. Es ist nichts mehr übrig von den grandiosen Qualitäten von "Enter" und "Mother Earth" und selbst der bereits schwächelnden "Silent Force". WT sind nun nichts weiter als eine beliebige, Rock/Pop-Gruppe, mit weiblicher Stimme, die sich in kitschigen und im schlechtesten Sinne des Wortes modernistischen (inklusive Soundeffekten und Stimmverfremdung) Liedchen ergehen, die sich sicher toll im Radio machen, mich jedoch völlig kalt und unberührt lassen. Traurig und schlecht.
- Sirenia sind noch nicht ganz tot, aber auf dem Weg dahin. Erstes Anzeichen ist, daß die Growls nahezu völlig zurückgeschraubt wurden, ein Trend der sich vermutlich fortsetzt bis die Massenkompatibilität erreicht sein wird.
- Machine Head, deren letzte beiden Alben ("Through the Ashes..." und "Blackened") wieder gut bis sehr gut waren, hatten nach ihrem zweiten Album "The more things change..." eine unglaublich schwache Phase, der zwei bekackte Alben entsprangen.
Montag, Februar 05, 2007
Quatsch mit Bart
Ein Sprecher vom närrischen Opi gab folgendes zu Protokoll:
„Wenn Leute denken, dass Darwins Theorie nicht wissenschaftlich bewiesen ist, haben sie wohl ein Recht darauf, dass das in den Schulen auch gesagt wird.“
Allein diese Dreistigkeit ist schon unerhört. Wenn Leute denken, daß sie Napoleon oder von der Venus sind, haben sie doch wohl vor allem das Recht, daß man ihnen in eine schöne feste Hab-mich-lieb-Jacke hilft und ein paar Spritzen Valium für sie aufzieht. Wenn Leute tatsächlich denken, daß die Evolutionstheorie nicht bewiesen wäre, bzw. keine Beweise dafür vorlägen, die ihre Aussagen und Vorhersagen unterstützten, so haben sie die verdammte Pflicht, ihre Behauptungen knallhart und wissenschaftlich wasserdicht zu untermauern, indem sie entweder die selbstverständlich zu tausenden vorhandenen Beweise widerlegen oder aber aufzeigen, daß sie etwas gefunden haben, was durch die Evolutionstheorie nicht erklärt oder vorhergesagt werden kann. Erst wenn das gelingt und zwar unter Zuhilfenahme von Kreationismus-Ideen oder Intelligent Design (was im groben identisch ist), dann und nur dann hätten solche Leute ein Recht, daß dies in Schulen gesagt wird!! Da aber weder Kreationismus noch dessen behinderter, verkleideter Bruder, ID, Wissenschaften sind, noch wissenschaftlich bewiesen werden können, ist der Versuch a priori zum Scheitern verurteilt und hat dieser Mumpitz aber auch gar nichts in einer Biologiestunde zu suchen.
Besonders zynisch: die russischen Kreationisten nutzen die berechtigte weltweite Verurteilung der früheren, kommunistischen Sowjetregimes, um eine der wenigen positiven Errungenschaften, die diese mit sich brachten, nämlich den absoluten, religions- und aberglaubebannenden Materialismus als Grundlage für Wissenschaft, Bildung und Forschung als ideologischen Teil des verbrecherischen Regimes zu diffamieren! Daß eine solche wissenschaftliche Weltanschauung allen Wissenschaftlern weltweit als de facto ideologiefreier, weil einzig rationaler Goldstandard für wissenschaftliches Arbeiten dienst, ignorieren diese Leute natürlich bewußt und wider besseres Wissen!
Warum aber gibt es nicht eine ähnliche heftige Gegenwehr gegen den Ausfall der Ignoranten, wie in Polen? Im Artikel heißt es dazu:
"Doch insgesamt fällt der Protest der Wissenschaftler in der Forschungsgroßmacht Russland leise aus – es scheint riskant, sich mit der Kirche anzulegen."
Wenn das nicht die vollkommene Bankrotterklärung der wissenschaftlichen Integrität und Meinungsfreiheit vor der Vormacht der Spinner ist, dann weiß ich es nicht. Wenn man Angst haben muß, für eine der stärksten, besten und leistungsfähigsten Theorien der Naturwissenschaft, ohne die die Biologie zusammenbrechen würde, einzutreten und sie laut und vernehmlich (siehe Pharyngula) gegen jeden Zweifel und jeden Versuch einer Verunglimpfung durch ignorante Wahnsinnige und Religionsfuzzis zu verteidigen, dann kann man sich auch gleich ein Kreuz ins Labor hängen und drauf warten, daß in der Petrischale "von selbst" Leben entsteht.
Der Artikel schließt (und ich mich darin an) mit den Worten des Herrn Bodrow, eines (man höre und staune) liberalen Theologen, dem Opas Gelalle wohl auch peinlich war: "Man kann doch nicht die gesamte moderne Wissenschaft über Bord werfen. Für gebildete Leute wird es nun noch schwieriger, in der Kirche zu bleiben.“
Das trifft es so genau, daß dem nichts mehr hinzuzufügen ist.