Dienstag, September 04, 2007

Eutopie in einem entleuchteten Zeitalter

Angeregt durch eine Forumsdiskussion habe ich eine Eutopie, die ich schon länger hege, niedergeschrieben:

Ich bin dafür, Religion wie Pornographie zu behandeln (Parallelen siehe hier), als ein menschengemachtes Produkt, für das man sich frei und ohne Scham entscheiden können soll, das jedoch erst für Erwachsene geeignet und für Kinder zu ihrem eigenen Schutz verboten ist. In meiner Eutopie bedeutet dann dieses Verbot, daß Eltern und auch niemand sonst Kinder der institutionalisierten Religion und deren Riten und deren Indoktrination aussetzen darf und daß Kinder bis zum Erwachsenenalter keiner Religion angehören können. Natürlich können die Eltern den Kindern ihre eigenen Ideen und Werte vermitteln, aber begleitend dazu sollte in der Schule ein erweiterter Philosophieunterricht obligatorisch sein, der unter anderem alle Weltreligionen als soziales und gesellschaftliches Phänomen vergleichend und untendenziös vorstellen und einer vernunftbasierten Ethik sowie einer evidenzbasierten Weltanschauung gegenüberstellen soll.
Dann hat ein Mensch ab 18 Jahren immer noch die Möglichkeit, offiziell die Religion der Eltern anzunehmen, weiß aber – im Gegensatz zum unmündigen, unbedarften Kind -, daß es Alternativen gibt und daß Religiosität und Glaube keine Notwendigkeit, sondern eine freiwillige Unterordnung unter vorsätzlich irrationale Dogmen und Doktrinen sind, für die es sich, wenn es denn unbedingt will (wie auch für’s Rauchen), entscheiden kann, aber nicht muß. Auf diese Weise würde auch die heute allgegenwärtige Vererbung von Religion (etwas unehrlicheres und absurderes gibt es ja eigentlich nicht) ein wenig aufgebrochen und vielleicht der erste Stein für eine echte Säkularisierung der Menschheit gelegt.

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Hi Mr. CC
Besser kann man das nicht ausdrücken, stimme Dir 100% zu. Bravo.
Häte ich Kinder, ich würde es GENAU so machen....
G+K
MA